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P2B-Verordnung in Kraft
EU-Verordnung soll Händler vor Amazon & Co. beschützen

Die jetzt in Kraft getretene Platform-to-Business-Verordnung der EU soll kleine Händler vor einer zu großen Abhängigkeit von Amazon, Ebay & Co. beschützen. Und die Transparenz im E-Commerce erhöhen.

Text: W&V Redaktion

13. Juli 2020

Wo genau ihre Artikel auf den Plattformen platziert werden, ist für viele Händler nicht ersichtlich.
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Für den Verkaufserfolg eines Produkts ist die Auffindbarkeit im Online-Shop eines der wichtigsten Kriterien. Bislang war es jedoch für Händler nicht sofort ersichtlich, warum ihre Produkte auf den Plattformen Ebay, Zalando, Amazon und Co. an dieser oder jener Stelle präsentiert werden. Für diesen Umstand wurde in der Vergangenheit vor allem die mangelnde Transparenz im Zusammenhang mit den Geschäftspraktiken der Betreiber verantwortlich gemacht.

Kleinere Händler vor Abhängigkeiten schützen

Um dem entgegenzuwirken, gibt es nun eine europaweite Platform-to-Business-Verordnung (P2B), die kleinere Händler vor Abhängigkeiten von den großen Playern schützen soll. So sieht die neue Verordnung unter anderem vor, dass die Plattformbetreiber ihren Ranking-Algorithmus offen legen müssen. Außerdem muss in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen transparent gemacht werden, aus welchen Gründen Händlerkonten gesperrt werden können. Ein internes Beschwerdemanagement soll zudem das Lösen und Beilegen von Streitfällen hinsichtlich der Platzierung von Produkten oder des Sperrens von Angeboten erleichtern.

Auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) begrüßt die Gesetzgebung als wichtigen Schritt in Richtung fairen Wettbewerb: "Das ist gerade für kleinere und mittelgroße Geschäftskunden der Plattformen sehr wichtig, da sie sich oft in einer Abhängigkeit befinden und den Regeln der Plattformen ausgesetzt sind", sagt BVDW-Vizepräsident Achim Himmelreich.

"Es darf zu keiner Überregulierung kommen"

Im Dezember wird darüber hinaus ein zusätzliches Gesetzespaket der EU-Kommission, der Digital Services Act, erwartet. Der BVDW rät dazu, vor den nächsten Schritten den Markt genauestens zu analysieren. "Die Vorhaben auf EU-Ebene müssen Hand in Hand greifen. Bei allen anstehenden Vorschlägen zur weiteren Regulierung der Plattformökonomie muss analysiert werden, was wirklich noch notwendig ist und was nicht – denn es darf zu keiner Überregulierung kommen", sagt BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr (IP Deutschland). Die gesetzlichen Vorgaben müssen kohärent wirken. Es ist durchaus erkennbar, dass wir derzeit große Asymmetrien in den digitalen Märkten verzeichnen, daher bedarf es weiterer Maßnahmen sowie auch weiter möglichen Überarbeitungen der P2B-Verordnung. Wir müssen hier aber alle Marktteilnehmer im Blick haben und eine gewinnbringende, einheitliche Lösung für den europäischen Markt finden."


Autor: Alessa Kästner

ist Absolventin der Burda Journalistenschule und volontierte beim Playboy. Die gebürtige Münchnerin schrieb für Magazine wie ELLE, Focus oder Freundin und schnupperte im Anschluss noch ein wenig Agenturluft bei Fischer Appelt. Ihre Kernthemen als W&V-Redakteurin: Digital Lifestyle, New Work und Social Media.

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