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TechTäglich
Eurovision Song Contest: Wo Deutschland 12 Punkte holt

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit 183 Millionen ESC-Zuschauern und mit einem Stargate-Portal von Litauen nach Polen.

Text: W&V Redaktion

1. Juni 2021

Måneskin gewinnen den ESC 2021 – und 183 Millionen Menschen haben zugeschaut.
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Eurovision Song Contest: Wo Deutschland 12 Punkte holt

Europa hat vor gut eineinhalb Wochen keine große Liebe für den deutschen ESC-Beitrag "I don't feel Hate" von Jendrik empfunden. Die verkopfte und unlustige Social-Media-Belehrung landete mit drei Pünktchen zurecht auf dem vorletzten Platz. In einer Kategorie holte Deutschland beim Sieg der famosen römischen Rocker von Måneskin aber doch zwölf Punkte. Wo – das zeigen die spektakulären Media-Zahlen zum Eurovision Song Contest 2021, die die EBU jetzt veröffentlicht hat. Das sind die Top 10 der W&V-Jury:

  • 183 Millionen: So viele Musikfans schauten in den 36 Ländern zu, die das ESC-Finale live übertragen haben. Damit haben nur sieben Länder weltweit mehr Einwohner als die Eurovisions-Gemeinde.
  • 44,5 Prozent: So hoch war der durchschnittliche TV-Marktanteil in den 36 Ländern – vier Prozentpunkte mehr als bei der letzten Ausgabe 2019. Normalerweise kommen die übertragenden Sender am Samstagabend mit 19,5 Prozent nicht einmal auf die Hälfte dieser Quote.
  • 52,8 Prozent: Das war der durchschnittliche Marktanteil bei den 15- bis 24-jährigen – ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber 2019, und viermal höher als der übliche Marktanteil der Sender in dieser Altersgruppe.
  • 50,6 Millionen: So viele Menschen in insgesamt 234 Ländern haben den ESC 2021 live auf YouTube gesehen – 28 Prozent mehr als beim letzten Mal.
  • 14,6 Millionen: So viele Social-Media-Reaktionen gab es auf die Beiträge der offiziellen ESC-Accounts bei Instagram, Facebook, Twitter und TikTok. Allein der neue TikTok-Kanal schaffte 4,3 Millionen "Engagements".
  • 170 Millionen: Auf so viele Klicks kamen die offiziellen ESC-Postings 2021 bei Instagram. Bei Twitter wurden ESC-Videos 80 Millionen Mal angeschaut.
  • 99,9 Prozent: So hoch war der Marktanteil am ESC-Abend beim Viertplatzierten Island – die anderen Sender konnten den Betrieb einstellen.
  • 7,8 Millionen: So viele sahen den ESC-Abend in Deutschland bei ARD und ONE live – plus drei Prozent seit 2019, und zum elften Mal hintereinander die höchste Zuschauerzahl aller Länder. Wenigstens hier douze points pour l’Allemagne.
  • 7,4 Millionen: Von wegen ESC-müde! So viele Zuschauer sahen den Song Contest beim Letztplatzierten Großbritannien, dem zweiten Dauerverlierer neben Deutschland. Das war die beste UK-Quote seit 2014.
  • 1.624: Die Namen von so unglaublich vielen Beteiligten an der Produktion waren im Abspann zu lesen.

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Fitbit: So funktioniert der neue Schnarch-Messer

Die Schlafqualität messen viele Smartuhren und Fitness-Armbänder schon seit Langem. Google-Tochter Fitbit will nun aber auch die "Schnarchqualität" erfassen und aufnehmen. Die Experten von 9to5Google haben im Code des jüngsten App-Updates für die Fitbit-Smartwatches eine so gut wie fertiggestellte Funktion zum Aufzeichnen und Analysieren von Schnarchgeräuschen entdeckt. Die Kollegen von Tom's Guide nennen den Schnarch-Check zurecht "irgendwie gruselig". In der Auswertung unterscheidet die App zwischen "Kein- und Wenig-Schnarchern" (0 bis 10 Prozent Sägen pro Nacht), "Gelegenheits-Schnarchern" (10 bis 40 Prozent) und "Häufig-Schnarchern" (über 40 Prozent). Zudem wird die Lautstärke in mehrere Stufen zwischen "Sehr leise" (unter 30 Dezibel) bis "Sehr laut" mit tumultartigen über 90 Dezibel eingeteilt.

9to5Google konnte die Funktion in der Fitbit-App bereits kurzzeitig aktivieren, das große Wettsägen kann also offenbar demnächst beginnen. An den Schwächen der Funktion müssen die Entwickler noch (nächtelang) arbeiten: Bisher kann die App nicht unterscheiden, wer schnarcht – der Träger der Uhr oder der Partner/die Partnerin nebenan im Bett. Außerdem kann anderer Lärm von Baustellen, Verkehr oder Flugzeugen und Hubschraubern die Messungen beeinflussen. Hier muss die künstliche Schnarchintelligenz noch zulegen. Außerdem arbeitet Fitbit laut des nun aufgetauchten Codes auch an der Einteilung seiner Nutzer nach Schlaftypen. Die Kategorien tragen ulkige Bezeichnungen wie "Ruheloser Schläfer", "Langsam-Einschlafer", "Solider Schläfer" oder "Die Giraffe".

Nerven-Sägen? Google-Tochter Fitbit nimmt Schnarch-Sounds auf.

Playstation 4 und 5: 41 Prozent Frauen-Anteil

Die Diversität beim Zocken von Videospielen kommt offenbar gut voran. Laut neuer Zahlen von Sony, aus denen der Standard zitiert, sind mittlerweile 41 Prozent der Menschen, die eine PlayStation 4 oder eine PlayStation 5 besitzen, weiblich. Zum Vergleich: Bei der ersten Generation der Sony-Konsole, die 1994/95 erschienen ist, lag der Anteil der weiblichen Besitzerinnen noch bei 18 Prozent, und damit nicht einmal bei der Hälfte des aktuellen Wertes. In der internen Präsentation für Investoren nennt Sony die Eroberung des weiblichen Marktes als einen der zentralen Gründe, "warum wir an die PS5 glauben".

Frauen tragen also maßgeblich dazu bei, dass die PlayStation 5 das erfolgreichste Debüt in der Geschichte der Sony-Konsolen verzeichnete – und das, obwohl sie chronisch ausverkauft ist. 7,8 Millionen Exemplare konnten die Japaner im ersten knappen halben Jahr weltweit absetzen. Zum Vergleich: Bei der PlayStation 1, als noch kaum jemand Sony als Spieleanbieter ernst nahm, waren es 700.000 Konsolen – und zuletzt bei der PS4 2013/14 7,6 Millionen. Weitere Erfolgsfaktoren laut Sony: Die Marke PlayStation hält zunehmend auch ältere Spieler bei der Stange. Und sie ist auch außerhalb der Kernmärkte Europa, Nordamerika und Japan immer erfolgreicher. Besonders im Visier sind künftig China, Indien und Russland.

Frauen, Mädchen und Videospiele – es hat sich viel getan.

Stargate in Litauen: Ein Portal nach Polen

Ein Portal, durch das Menschen andere Planeten betreten können – Roland Emmerichs Science-Fiction-Film "Stargate" hat diese Idee 1994 populär gemacht. Realität ist so eine Technik bis heute nicht, sehr zum Verdruss von Elon Musk. In Litauen und in Polen stehen jetzt aber immerhin zwei solcher Portale, die optisch an Stargate erinnern, und die die Menschen in Vilnius und in Lublin verbinden sollen. Ingenieure des LinkMenų-Centers der Universität Vilnius haben fünf Jahre lang an den beeindruckenden und riesigen kreisrunden Bildschirmen gearbeitet, die tatsächlich nach einem Emmerich-artigen Tor oder auch Fenster in eine andere Welt aussehen. In der litauischen Hauptstadt Vilnius steht das Portal direkt am Hauptbahnhof, und im polnischen Lublin auf dem zentralen Stadtplatz.

Die beiden Displays übertragen ihre Videostreams per Internet in die jeweils andere Stadt. Wer vor den Kameras steht, ist über eine Entfernung von rund 600 Kilometern hinweg live "auf der anderen Seite" zu sehen. Und das wirkt beinahe so, als könnten sich die Menschen berühren, die Hand geben und unterhalten. Mehr und bessere Verständigung zwischen den Völkern ist auch die Idee hinter den Portalen. Initiator Benediktas Gylys: "Wir wollen Brücken zwischen den Menschen bauen. Viele der tödlichen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, wie Polarisierung oder Klimawandel, werden dadurch verursacht, dass wir uns gegenseitig und global nicht verstehen, und dass unser Blick auf die Welt zu eng ist." Die Uni Vilnius will ihre Portale künftig auch in weitere Städte bringen. Ganz oben auf der Liste steht laut Gizmodo eine Verbindung zwischen London und der isländischen Hauptstadt Reykjavik.

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Neue Nintendo Switch Pro: Aus Versehen schon bei Amazon

Jetzt könnte alles ganz schnell gehen. Die offizielle Präsentation von Nintendos Konsolen-Upgrade Switch Pro dürfte nach jüngsten Gerüchten sogar noch vor der virtuellen Spielemesse E3 ab 12. Juni stattfinden – und vielleicht ist es noch in dieser Woche so weit. Amazon Mexiko hat jetzt kurzfristig und sicher aus Versehen ein Gerät namens "New Nintendo Switch Pro" sogar schon gelistet. Das Angebot – noch ohne Preis und weitere Infos – verschwand zwar schnell wieder von der Website. Allerdings sind die Mexikaner notorisch für ihre "Mausrutscher" bekannt, sie haben schon mehrfach neue Geräte frühzeitig ausgeplaudert.

Die nächsten Tage werden also spannend für Nintendo-Fans. Beobachter erwarten viel von der aufgemöbelten Konsole, die mit 4K-Grafik und 7 Zoll großem OLED-Bildschirm (statt LCD mit 6,2 Zoll) die technische Lücke zu PlayStation 4/5 und zu Microsofts diversen Xboxen zumindest ein Stück weit schließen soll. Analyst Matthew Kanterman erklärt gegenüber Bloomberg: "Eine aktualisierte Switch kann extrem wertvoll sein, um den Lebenszyklus der Plattform zu verlängern. Sowohl Sony als auch Microsoft hatten Erfolg mit Upgrades in der Mitte des Zyklus."

Wir switchen auch zu einem Pro – zum Kollegen Michael Gronau aus Berlin, der für den Rest der Woche an dieser Stelle die spannendsten Tech-News präsentiert. Und das sicher nicht aus Versehen. Viel Spaß beim Lesen!

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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