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Facebook-Quartalszahlen
Fast jeder dritte Mensch nutzt Facebook

2,5 Milliarden Mitglieder nutzen Facebook aktiv. Das ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung. Sie sollen künftig ihre Privatsphäre besser schützen können - und Mark Zuckerberg wenigstens verstehen.

Text: Anonymous User

30. Januar 2020

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Mark Zuckerberg hat ein neues Ziel im Leben - oder zumindest für das kommende Jahrzehnt: Er will nicht gemocht, aber zumindest verstanden werden, erklärte er Analysten in einer Telefonkonferenz. Und dazu will er den Menschen besser erklären, wofür er steht.

Wofür Facebook wirtschaftlich steht, zeigen die aktuellen Quartalszahlen: Mit 2,5 Milliarden aktiven Nutzern (50 Millionen mehr als im Vorquartal) erwirtschaftete das Unternehmen im Schlussquartal gut 21 Milliarden Dollar und 7,35 Milliarden Dollar Gewinn. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von rund 25 Prozent und einen Mehrgewinn von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Täglich kamen im vergangenen Quartal 1,66 Milliarden Nutzer zu Facebook. Zusammen mit anderen Apps wie etwa Instagram oder WhatsApp kommt der Konzern auf 2,89 Milliarden Nutzer im Monat.

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Die Analysten zeigten sich vom Gewinnwachstum enttäuscht. Sie beäugen kritisch, dass das Netzwerk immer mehr Mitarbeiter benötigt. Und auch die immer strenger werdenden Datenschutzregeln sehen die Aktionäre als Gefahr für das weitere Werbewachstum. Die Folge: Die Aktie sackte im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als sieben Prozent ab.

Doch wofür steht Mark Zuckerberg denn nun? Redefreiheit, Verschlüsselung und sein werbebasiertes Geschäftsmodell nannte der Facebook-Chef als relevante Punkte. Dabei versteht es Facebook immer besser, pro Nutzer mehr Geld von der Werbeindustrie zu kassieren. In den USA bringt jedes Facebook-Mitglied dem Konzern 41,41 Dollar ein (Vorquartal: 34,55 Dollar). In Europa liegt der Wert bei 13,21 Dollar. 

Datenschützer und auch die Nutzer selbst sehen es immer kritischer, dass Facebook Daten über sie sammelt, um ihnen personalisierte Werbung auszuspielen. Und sie verstehen häufig nicht, woher Facebook weiß, dass sie schwanger sind, bevor es der eigene Partner erfährt. Diesem Misstrauen will das Social Network jetzt mit einem neuen Feature begegnen. "Off-Facebook-Activity" (OFA) heißt es und gibt einen Einblick darüber, welche Informationen andere Apps und Webseiten an Facebook übermitteln. Zudem haben die Nutzer die Möglichkeit, ihre Privatsphäre besser zu schützen.

Auch das hat Auswirkungen auch die künftigen Werbeumsätze. Denn wenn viele Nutzer das Feature, das wohlweislich in einem Untermenü in den Einstellungen verborgen ist, verwenden, um die Datenkrake Facebook einzubremsen, haben es Unternehmen künftig schwerer, Nutzer gezielt nach ihren Interessen anzusprechen.

Wie sehr den Nutzern ihre Privatsphäre tatsächlich am Herzen liegt, könnten also schon die kommenden Quartalszahlen zeigen.


Autor: W&V Redaktion

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