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Nachfrageeinbruch
Free Now reagiert drastisch auf die Coronakrise

Das Unternehmen Free Now und seine französische Schwester Kapten tun sich zusammen. Gleichzeitig kündigt der Hamburger Ride-Hailing-Anbieter Umstrukturierungen, Kurzarbeit und Entlassungen an. 

Text: W&V Redaktion

16. April 2020

Probleme bei Free Now: Zahlreiche Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit.
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Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, als die einstige Taxi-App MyTaxi ihr Geschäftsmodell komplett änderte und zu einer Art europäischem Uber mutierte. Die Kampagne dazu stammte von Interone und Hearts & Science. Und nun verkündet das Joint Venture von BMW und Daimler erneut tiefgreifende Veränderungen als Reaktion auf die globale Krise, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde. So wird Free Now eher als geplant die Teams, Tech-Stacks und Marken des französischen Ride-Hailing-Anbieter Kapten mit den eigenen zusammenführen und den Service noch im laufenden Jahr in die eigene Free Now App integrieren.

Kapten gehört bereits seit 2017 zur Free-Now-Gruppe, arbeitete bislang aber operativ unabhängig. Durch diesen Schritt möchte Free Now zentrale Funktionen des Unternehmens stärker bündeln und die Bereiche Produkt- und Technologieentwicklung in Hamburg, Berlin und Barcelona bündeln.

"Die derzeitige globale Krise hat die ohnehin angedachten Schritte auf europäische Ebene für uns beschleunigt", lässt Free Now-CEO Marc Berg verlauten. Durch die Integration von Kapten werde man bald in allen europäischen Kernmärkten einen umfassenden Service und ein breites Mobilitätsangebot "bis hin zu Micromobility-Angeboten wie E-Scooter oder E-Bikes" zur Verfügung stellen. Das Ganze unter einer Marke und in einer App.

Kurzarbeit und Entlassungen 

Im Vorjahr konnte Free Now seinen Umsatz noch verdoppeln, durch die Corona-Krise ist die Nachfrage zuletzt aber dramatisch eingebrochen. Daher hat Free Now, das im Vorjahr etwa 300 Millionen Fahrten verbuchen konnte und einen Kundenstamm von etwa 39 Millionen Personen besitzt, bereits am 1. April mit Kurzarbeit für einen Teil seiner etwa 1400 Mitarbeiter begonnen. Doch dabei wird es nicht bleiben: Über die Kurzarbeit hinaus "werden wir im Zuge der Umstrukturierung Stellen in einem unteren dreistelligen Bereich abbauen müssen", so Berg. Dabei wolle das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich vermeiden und einvernehmliche Lösungen mit den Mitarbeitern anstreben.               

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