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Transparenz
Google liefert mehr Informationen zu Anzeigen

Der US-Konzern hat sich Datenschutz und mehr Kontrolle für die Nutzer auf die Fahnen geschrieben. Deswegen bekommen die nun detailliertere Informationen über die Werbeanzeigen, die sie sehen.

Text: W&V Redaktion

31. Juli 2020

Die Informationen über Ads sind wesentlich ausführlicher als bisher (oben nur ein Ausschnitt).
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Wer sich die Frage stellt, warum er eine bestimmte Anzeige zu sehen bekommt, erhält darauf ab sofort noch detailliertere Antworten von Google. Die Hintergründe erläutert ein neuer Blogpost von Mike Schulman, Vice President Ads Privacy and Safety, mit dem Titel:"Neues zur Verbesserung des Datenschutzes in digitaler Werbung".

Das sind die wichtigsten Neuerungen:

"Warum sehe ich diese Werbung?" wird ausführlicher

Der entsprechende Button, der an jeder Anzeige zu sehen ist, wird rund 15 Millionen Mal geklickt - pro Tag. Erst kürzlich wurde die Funktion auch für internetfähige Fernseher freigeschaltet.

Jetzt gibt es mit der Funktion "Über diese Anzeige" noch weitere Informationen. Nutzer sehen nun den bestätigten Namen des Werbungtreibenden, der die Anzeige erstellt hat. "Über diese Anzeige" wird zuerst für Displayanzeigen eingeführt, die über Google Ads und Display & Video 360 gebucht werden. 2021 wird die Funktion dann auch auf andere Anzeigenformate ausgedehnt.

Neues Tool "Ads Transparency Spotlight"

Google will nicht nur Informationen bereitstellen über Kampagnen, die im eigenen Netzwerk gebucht wurden, sondern auch darüber hinaus. Das leistet "Ads Transparency Spotlight", das als Alpha-Erweiterung im Chrome Web Store erhältlich ist. Mithilfe von Nutzerfeedback soll es weiterentwickelt werden, um den Usern mehr Kontrolle zu ermöglichen. 

Kampf den Bots bei Chrome

Für seinen Webbrowser Chrome hat Google mehrere APIs veröffentlicht, mit deren Hilfe sich Anzeigenauswahl, Conversion-Messung und Betrugsschutz regeln lassen, ohne dass dabei personenbezogene Daten über einzelne Nutzer freigegeben werden. Das ist Teil der Privacy Sandbox-Initiative.

Erstes Ergebnis: Entwickler haben ab sofort Test-Zugriff auf eine Schnittstelle, die den Betrug durch Bots bekämpfen soll. Diese API ist ein Zuverlässigkeitstoken gegen Anzeigenbetrug, bei dem zwischen Bots und echten Nutzern unterschieden wird. Weitere zeitnahe Livetests sind bereits geplant.

Sobald die Anforderungen von Nutzern, Publishern und Werbetreibenden durch diese Maßnahmen erfüllt werden, soll die Unterstützung von Drittanbieter-Cookies in Chrome auslaufen.

Googles Grundsätze für die Zukunft

Transparenz und Selbstbestimmung hält Google hoch und wirbt auch bei Werbungtreibenden und Publishern für entsprechende Methoden. Datenerhebungen sollten durch direkte Interaktionen mit dem User erfolgen. Mehr Daten sollten dann auch zu einem verbesserten Nutzererlebnis führen, findet Google.

Die Kontrolle sollte dabei immer beim Nutzer liegen. Versteckte Verfahren, bei denen Daten über einzelne Nutzer übertragen oder wie beim Fingerabdruck unbemerkt erfasst werden, missbilligt Google und will diese Haltung auch in der Branche vorantreiben.

Wer sich unsicher ist, kann einen Blick in die Empfehlungen für Werbungtreibende und Publisher werfen, die unter anderem Best Practices enthalten.


Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt". 

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