Anzeige

Startup
Innovation ist machbar, Herr Nachbar

Welche Startups haben besondere Aufmerksamkeit verdient? Diese Frage beantworten ab sofort wöchentlich Nico Lumma und Christoph Hüning vom Next Media Accelerator bei W&V. Zum Auftakt geht es um Video.

Text: W&V Redaktion

29. November 2019

Nico Lumma (Re.) und Christoph Hüning vom Next Media Accelerator
Anzeige

Die Medienbranche in Deutschland ist innovativ. Oder doch nicht? Reisegruppen ins Silicon Valley kommen staunend aus dem gelobten Land zurück, aber was ist dann? Einige sind mutig, andere stehen cool mit verschränkten Armen an der Seite und gucken zu, Cola Zero schlürfend wie damals in der Disco. Es lässt sich vortrefflich über Innovation und agile Prozesse reden - bis TikTok um die Ecke kommt und Verlage dafür plötzlich auch eine Strategie brauchen. Und was ist eigentlich aus Snap geworden, wie erreichen Medienmacher dort für ihre Kunden deren Zielgruppen und wie wird heutzutage Video monetarisiert?

Seit 2015 sichten wir beim Next Media Accelerator Startups mit Medienhintergrund aus ganz Europa und Israel. Das Potential für Innovation in der Medienbranche ist unglaublich hoch, aber zwei Faktoren machen das Skalieren der Startups schwierig:

  • B2C Startups haben den Nachteil, dass der europäische Markt zwar ein einheitlicher digitaler Binnenmarkt sein soll, aber in der Realität die unterschiedlichsten Kulturen, Sprachen und Einstellungen einer schnellen Skalierung im Wege stehen.
  • Bei B2B Startups ist es ähnlich, aber hier kommen etablierte Marktteilnehmer hinzu, die ihre ganz eigenen Strategien verfolgen und nicht immer ad hoc auf neue Themen reagieren können oder wollen.

Um ein wenig Licht in das Dunkel zu bringen, wollen wir hier in Zukunft viele innovative Startups vorstellen, von denen wir denken, dass sie irgendetwas clever gelöst haben und daher Aufmerksamkeit verdienen. Dies können auch mal Startups sein, in die wir investiert haben, schließlich sind wir aus gutem Grund von diesen Firmen angetan. Aber darüber hinaus gibt es so viele tolle Startups, bei denen wir gerne Investoren wären, es aber leider nicht sind. Irgendwas ist ja immer.

Sehr viel Potential vorhanden

Gerade im Bereich Video beobachten wir, wie viel Potential vorhanden ist und wie rasant gerade die Entwicklung abläuft. Während anderswo News-Plattformen zu kämpfen haben, hat das französische Startup Brut gerade in einer Finanzierungsrunde 40 Millionen Dollar eingesammelt, um ihre Video-basierte Nachrichtenseite noch stärker wachsen zu lassen. Brut will Debatten anregen und veröffentlicht Videos, die polarisieren und für Kommentare auf der Website sorgen. Nach eigenen Angaben ist das Startup in Frankreich bereits profitabel.

Einen Überblick über Live-Videos auf Social Media Plattformen bietet Streamtime.tv, das quasi die Programmzeitschrift der Generation Mobile ist und in das wir investiert haben, weil es eine smarte Video-Ausspielung für Publisher und Marken ermöglicht. Und wem das zu anstrengend ist, der kann sich von Neverthink mal so richtig durchberieseln lassen. 

Video und KI

Im Bereich Video-Produktion ist gerade Synthesia wegen einer Kampagne mit RG/A und Ridley Scott Associates in aller Augen, da sie es mit Hilfe von künstlicher Intelligenz geschafft haben, David Beckham in 9 verschiedenen Sprachen gegen Malaria kämpfen zu lassen: Malaria must die. Unser Portfolio-Unternehmen Aiconix.ai realisiert über den cleveren Einsatz von künstlicher Intelligenz nicht nur Predictive Analytics von Videos, kann also vor dem Ausspielen herausfinden, wann ein Video abgebrochen wird. Darüber hinaus kann Aiconix Bild- und Video-Archive sinnvoll analysieren und verschlagworten und liefert Speech-to-Text gleich mit. Mit dem Londoner Startup Vidsy wurde eine Plattform für Kreative geschaffen, die Mobile Video Ads im Kundenauftrag entwickeln wollen, das Potential ist riesig und eine Kampfansage an Agenturen.

Wem Video häufig zu laid-back ist, der oder die kann sich mit Livekick ins Schwitzen bringen, und über Video den eigenen Trainer für Fitness oder Yoga ins Haus holen. Video geht gerade erst los, wie diese wenigen Beispiele gezeigt haben und es wird die Eyeballs capturen, wie es so schön heißt, aber nicht so, wie wir es gewohnt sind.

Die Autoren Nico Lumma und Christoph Hüning sind Managing Partner beim Next Media Accelerator, nach eigenen Angaben das führende paneuropäische Start-up-Programm für Innovationen in den Bereichen Medien & Marketing.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: W&V Leserautor

W&V ist die Plattform der Kommunikationsbranche. Zusätzlich zu unseren eigenen journalistischen Inhalten erscheinen ausgewählte Texte kluger Branchenköpfe. Einen davon haben Sie gerade gelesen.

Anzeige