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TechTäglich
iOS 14.5 ist da, Apple schockt alle

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Apple-Schock für alle in iOS 14.5 und der Preiserhöhung bei Spotify.

Text: W&V Redaktion

28. April 2021

Mit diesem Popup haben iOS-14.5-User die Option, Cross-Tracking abzulehnen.
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iOS 14.5 ist da, Apple schockt alle

Der Schreckenstag für die Werbeindustrie ist da: Gestern Abend hat Apple die neueste Version seines Betriebssystems verteilt. Und iOS 14.5 ist nicht irgendeines dieser Updates, das ganz normal für Fehlerbeseitigungen und Stabilität sorgt. Es führt ATT (Anti-Tracking-Transparency) ein und bringt die Werbebranche damit an den Rand der Verzweiflung. Die Einnahmen, so befürchten nicht wenige, könnten zu 60 bis 80 Prozent einbrechen. Acht Betas lang hat Apple an dem Update für iPhones und – in Form von iPadOS 14.5 – für iPads gearbeitet. Erst im letzten Jahr hatte Apple ATT aufgrund von Bitten aus der Werbeindustrie auf 2021 verschoben. Das System warnt alle User von Apps, die IDFA-Werbe-IDs verwenden, mit einer Pop-up-Meldung. Nutzer können dann selbst entscheiden, ob sie von der App über viele andere Seiten hinweg getrackt werden wollen ("Crosstracking"). In Umfragen hat sich gezeigt, dass zwei Drittel der User das Tracking ablehnen wollen. iOS 14.5 wird also zum großen Problem für Apps, die mit Werbebannern arbeiten, welche in der Regel (Datenkrake) Google bereitstellt. 

Neben ATT bietet iOS 14.5 auch noch andere Funktionen. Das iPhone lässt sich per Watch entsperren, wenn man eine Maske trägt. Die Sprachassistentin Siri ist standardmäßig nicht mehr weiblich, im Englischen gibt es neue Optionen. Außerdem lässt sich erstmals ein Standard-Musikdienst für Siri festlegen. Beim Start von iOS 14.5 ist das Apple-Logo im iPad auch horizontal zu sehen. Und für Freunde der knuffigen Figuren: Apple führt mit dem Update knapp 200 neue Emojis ein. Aber der ATT-Schock überschattet alles. Deshalb hat die Werbewirtschaft auch eine Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Apple hat sich in der Nacht in einem Interview noch mal verteidigt. Ab heute gilt's für die Werbeindustrie, denn die neueste Version dürfte in kurzer Zeit auf vier von fünf iPhones installiert sein. Und das Business vorläufig in unruhige Gewässer bringen.

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Erstes Handy-Case als NFT

Aktuell liegen NFTs stark im Trend – und nun zieht auch der bekannte US-Zubehör-Anbieter CASETiFY mit. NFT steht für die digitalen Unikate, die "Non-Fungible Tokens". Wie jedes Asset können sie massiv an Wert gewinnen. Das erste NFT, das über eine Auktion bei Christie's verkauft wurde, brachte dem Digitalkünstler Beeple satte 69 Millionen US-Dollar ein. Branchen-Experte Sven Wagenknecht vom führenden Krypto-Portal BTC-Echo hatte sich schon am 31. März im großen W&V-Interview festgelegt: "Ich bin absolut überzeugt, dass NFT bleiben wird". Im Gegensatz zu Kreditkarten und Bankkonten werden NFTs durch eine stark gesicherte Kryptographie der nächsten Generation unterstützt. Der Besitz eines NFT ist vergleichbar mit dem Besitz des Originals.

CASETiFY ist normalerweise für Smartphone-Cases bekannt, will nun aber auch in diesem Markt mitmischen. Auf Instagram posten die Macher ein Video ihres NFT. Sie versteigern ein einzigartiges digitales Smartphone-Case-Design. Dazu gibt es auch ein "echtes" Stainless Steel Case. Derzeit liegt der Preis bei etwas über 900 Dollar. Doch die Auktion dürfte erst kurz vor Ablauf Fahrt aufnehmen, sie läuft noch bis zu diesem Donnerstag, 29. April.

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Spotify erhöht Preise

Seit 2019 gab es Gerüchte um eine Preiserhöhung beim weltweit populärsten Streamingdienst Spotify. Jetzt starten die ersten teureren Tarife: In Großbritannien hat Spotify offiziell informiert, dass das Familien-Abo um zwei Pfund teurer wird – es steigt von 14,99 auf 16,99 britische Pfund. Auch das Studenten-Abo wurde um ein britsches Pfund erhöht. Von zahlreichen Usern kommt Kritik. Was vielen bitter aufstößt: Spotify-Gründer Daniel Ek hat parallel verkündet, er wolle den britischen Fußballklub Arsenal London kaufen. Geld genug scheint also vorhanden zu sein. Warum dann die Preiserhöhung?

In Deutschland liegen die Spotify-Preise (noch) bei 9,99 Euro für die Einzel-Lizenz, 12,99 Euro für die Doppel-Lizenz und 14,99 Euro für die Familien-Lizenz. Aus gut informierten Kreisen hört W&V, dass gegenwärtig keine Preiserhöhung hierzulande droht. 

Zur Stunde werden die User schrittweise per Mail über die neue Preisgestaltung informiert. Einige Kunden in Großbritannien erhalten noch bis 31. Mai (statt 30. April) den günstigeren Preis. Unter anderem rechtfertigt Spotify die Erhöhung auch mit einem neuen Facebook-Player, aus dem sich der Streamingdienst im News-Feed direkt starten und bedienen lässt. Diese Funktion kommt allerdings zunächst nicht nach Deutschland. Der Rollout hat in Südamerika und den USA begonnen. Interessant: Bisher verlangten Spotify und Apple Music mit 9,99 Euro den gleichen Preis. Die Erhöhung spielt also Konkurrent Apple womöglich in die Karten, da Cupertino bisher keine neuen höheren Tarife angekündigt hat und von Neuanmeldungen profitieren könnte.

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Hermès mit Preis-Irrsinn bei AirTags-Cases

Apples neue Bluetooth-Tracker, die AirTags, ließen sich seit vergangenem Freitag vorbestellen. Ab 30. April werden sie an die Erstbesteller ausgeliefert. Für alle anderen gilt: Die AirTags sind so beliebt, dass das Datum für die Auslieferung des 4er-Sets im Apple Online Store bereits auf Juni gesprungen ist. Selbst die Luxus-Marke Hermès bietet Zubehör an. Und sprengt alle Preisvorstellungen! Kostspieliger geht's kaum. Hermès verkauft drei Case-Varianten für die AirTags:

Während ein AirTag gerade mal mit 39 Euro zu Buche schlägt, nimmt's Hermès von den Lebendigen: Ein Schlüsselanhänger kostet im Apple Online Store 229 Euro, ein Taschenanhänger 299 Euro, ein Gepäckanhänger 449 Euro. Auf der Hermès-Webseite gibt es noch ein weiteres Zubehör: Der Adressanhänger (gedacht für Rucksäcke und Koffer) kostet 699 Euro. Dazu hat die Luxusmarke gleich noch ein Case, das Hermès Bolduc mit MagSafe für das iPhone 12 und iPhone 12 Pro aufgelegt. Die Hülle integriert MagSafe, gefertigt ist sie aus Kalbsleder. Kostenpunkt: 450 Euro. Bei Amazon lassen sich ein einzelner AirTag oder das 4er-Set ebenfalls ordern – Lieferung schon "ab 3. Mai". Und dort kosten Schutzhüllen für die AirTags ab 8 Euro. Also etwas günstiger als bei Hermès!

Heftige Preise für die Hermès-AirTags-Anhänger. Los geht es ab 299 Euro.

Die Kuppel-Show gegen Stress

So gelingt in Coronazeiten die mentale Flucht aus der Arbeitswelt: Der Somadome Pod ist die größte Entspannungskuppel der Welt. Das meditative High-Tech-Gerät schließt sich über dem Oberkörper, die Beine ragen nach draußen und können auf einem Hocker platziert werden. Im Inneren warten ein aufwändiges Licht- und Musikprogramm. Auf einem Bildschirm lässt sich aus verschiedenen Meditationsprogrammen das perfekte auswählen. Die Therapie soll das Nervensystem und den Hormonspiegel regulieren und auffrischen. Dafür sorgen binaurale Beats, die den Klangschalen tibetischer Mönche ähneln. Somadome will damit ein Gefühl von Frieden und geistiger Klarheit vermitteln. 

Das Unternehmen verkuppelt seine Kunden für 15.000 Dollar, umgerechnet rund 12.400 Euro. In den USA kostet allein der Versand 500 Dollar. International wird der Entspannungs-Pod auf Anfrage versandt. Zu teuer? Die Macher arbeiten schon an einem Lite-Modell der Kuppel.

Damit wünsche ich einen entspannten Dienstag, bis morgen bei TechTäglich.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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