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ProPublica-Enthüllung
Jeff Bezos, Elon Musk & Co. zahlen kaum Steuern

Jeff Bezos, Elon Musk, Mark Zuckerberg und Michael Bloomberg zählen zu den 0,1 Prozent der reichsten Einwohner der USA. Das Wort "Spitzensteuersatz" kennen sie aber nur aus der Zeitung, nicht aus ihrer Steuererklärung.

Text: Anonymous User

9. Juni 2021

Die USA sind für Superreiche ein Steuerparadies
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Die Multimilliardäre der USA sind Meister in Sachen Steuervermeidung. Der Vorwurf kursiert schon lange. Jetzt hat die Stiftung für investigativen Journalismus, ProPublica, ihn mit Zahlen untermauert. Die Journalisten sichteten offenbar offizielle Steuerunterlagen von Tausenden der reichsten US-Amerikaner - und das über einen Zeitraum von 15 Jahren. Dazu zählen Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-Chef Elon Musk, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und New Yorks Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg.

Die Unterlagen zeigen: Jeder der Top-Verdiener ist vom US-Spitzensteuersatz von 37 Prozent und selbst vom US-Durchschnittssteuersatz von 14 Prozent meilenweit entfernt. Betrachtet man beispielsweise das Einkommen und den Vermögenszuwachs, den Investor Warren Buffet zwischen 2014 und 2018 erwirtschaftete, dann lag der Anteil, der davon an den Fiskus überwiesen wurde, bei 0,1 Prozent. Amazon-Chef Jeff Bezos kommt hier auf 0,98 Prozent, Michael Bloomberg auf 1,3 Prozent und Elon Musk führte immerhin 3,27 Prozent an Steuern ab. 

Doch damit nicht genug. Als reichster Mann der Welt schaffte es Jeff Bezos im Jahr 2011 sogar, sich so arm zu rechnen, dass der Staat ihm auch noch ein Gutschrift von 4.000 Dollar für seine Kinder erhielt. Allerdings: Für die geringen Abgaben sind im Grunde nicht die Milliardäre an den Pranger zu stellen, sondern die Steuergesetze der USA. Bereits vor zehn Jahren erklärte Investor Warren Buffet das Steuersystem für ungerecht. Auch im aktuellen Fall zeigte sich Buffet transparent und veröffentlichte eine ausführliche Erklärung. Er zahle, was er nach geltendem Recht dem Staat schulde, so Buffet. Aber leider sei das nur sehr wenig.

Amazon hingegen hatte sich jüngst zum neuen internationalen Mindeststeuersatz von 15 Prozent geäußert, auf den sich die Finanzminister der sieben größten Industrienationen nach teilweise erbitterten Debatten geeinigt haben - auch wenn dies die Steuerschuld von Amazon erheblich in die Höhe treiben wird.  "Wir glauben, dass ein von der OECD geführter Prozess, der eine multinationale Lösung schafft, dazu beitragen wird, Stabilität in das internationale Steuersystem zu bringen. Die Einigung der G7 ist ein begrüßenswerter Schritt nach vorne in dem Bemühen, dieses Ziel zu erreichen", heißt es offiziell von Seiten des E-Commerce-Riesen.


Autor: W&V Redaktion

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