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Social Media
Klare Haltung, ein Statement und viel Mut

Neue Zeiten erfordern neue Wege, vor allen Dingen in der Kommunikation, glaubt Vollpension-CEO Sven Wedig. Er findet, dass die Herren Spahn und Pocher in Corona-Zeiten durchaus als Vorbild dienen können. 

Text: Anonymous User

23. April 2020

Sven Wedig
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Aktuell ist wohl die ganze Welt online, vorausgesetzt sie haben eine einigermassen akzeptable Leitung, in manchen Regionen in Deutschland gar nicht so leicht, irgendwie doch noch Neuland. Aber Netzabdeckung ist ja wirklich noch mal ein anderes Thema.Jetzt heisst es erst einmal FaceTime mit den Großeltern, Video-Konferenzen mit dem Team und Zoom oder Teams Meetings mit den Kunden. Vor allem die letzten beiden Punkte sorgen regelmäßig für Erstaunen bis Erheiterung. Es sind einfach verrückte Zeiten - offline und online. Menschen zwängen sich in vermeintliche Businessoutfits, um dann mit unübersehbarer Pyjamahose aus dem Bild zu laufen! Das eklatante Scheitern am Verbindungsaufbau! Meeting-Partnern, denen erst einfällt, dass sie sich auf dem stillen Örtchen befinden, wenn das Einwählen der anderen Teilnehmer die bis dahin wohltuende Stille unterbrochen wird! Alles schon live im Netz.

Neue Wege und neuer Mut

Unser Gesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich mutig mit seiner Präsenz auf TikTok. Besser spät als nie. Nun hören ihm plötzlich Menschen zu, die er in den immer gleichen Late Night Talk-Formaten niemals erreichen konnte - und davon jetzt gleich unglaublich viele. Über die Qualität des Contents und seine Fähigkeit des Community Managements kann man streiten, aber die richtige Plattformwahl ist es alle mal.Ein anderer überaus präsenter Zeitgenosse in der digitalen Flut ist Oliver Pocher, er hingegen war auch schon vor Corona medial dauerpräsent, hat aber ebenfalls eine Nische gefunden, mit der er eine Reichweite generiert, die ihm, um es mit den Worten seines vorletzten Intimfeindes Michael Wendler zu sagen, alles andere als EGAL sein dürfte. Eingeschossen hat er sich aktuell auf ein paar Influencer, die zwar schon vor der Pandemie überaus peinlich waren, das aber durch die viele verfügbare Zeit nun ausführlich dokumentiert werden kann. Fast schon ernst (aber gewohnt zynisch) hinterfragt er Sinn und Sinnhaftigkeit eines Berufsstandes, der in seinen Augen ausschließlich mit Rabattcodes um sich wirft und sich über das mangelhafte Freizeitangebot im Dubai-Urlaub beschwert, während zu Hause in Deutschland der Lockdown schon längst begonnen hatte. Berechtigt, klar. Können wir daraus lernen, logo!Aber was können wir denn wirklich von den beiden Herren in dieser unglaublich komplizierten Krise mitnehmen, für unsere Kommunikation und unsere Social Media Präsenz? Spahn und Pocher zeigen, gewollt  oder ungewollt, worauf es heute ankommt: Haltung, Mut (auch das viel zitierte Neuland zu betreten) und natürlich ein gewisses digitales Grundverständnis.

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Vorreiter der digitalen Kommunikation

Kommunikation muss da stattfinden, wo die Menschen sind, sonst wird sie schnell belanglos. Und dass sich die Menschen spätestens seit Corona in einem unglaublich hohem Maß online bewegen, dürfte jedem klar sein. Besonders die Politik tut sich oft schwer in Sachen zeitgemäßer Kommunikation. Da werden die falschen Kanäle ohne Freude, Sensibilität und Kreativität bespielt. Und wenn es dann doch einmal zu einem Austausch kommt, findet der selten auf Augenhöhe statt, dabei ist doch ein gutes Community Management sicherlich eine der relevantesten Messwerte für eine gute Kommunikationsarbeit.Hat Oliver Pocher denn nun Recht mit seinen regelmäßigen Schimpftiraden gegen und Parodien auf Influencer? Bezogen auf die grausamen Einzelbeispiele sicherlich und dann ist es auch noch lustig anzuschauen. Generell kann man hier nur den Tip geben, eine der zahlreichen Möglichkeiten auf Instagram und Co. zu nutzen, um den "Belanglosen" aus dem Weg zu gehen. Entfolgen oder Blocken wären schon mal zwei Optionen, um nicht belästigt zu werden. Im TV würde man sagen ab- oder umschalten.Aber Influencer Marketing als reine Gutschein Code Disziplin abzutun wäre bzw. ist ein Fehler.Sind nicht Influencer die Vorreiter der digitalen Kommunikation? Sie waren es doch, die die komplette digitale Kommunikation revolutioniert haben, indem sie es vor allen anderen geschafft haben, ihre digitale Präsenz nicht nur Schritt für Schritt aufzubauen, sondern sie auch noch stetig zu steigern, erfolgreich zu monetarisieren und sie dann auch noch auf neue relevante Kanäle zu übersetzen, das ganze mit stetig relevanten gut produzierten Inhalten. Wer sich für eine Kooperation mit einem Influencer entscheidet, kann unter Einhaltung bestimmter Reglen davon ausgehen, zu einem guten Preis,  mit einer garantierten Reichweite, guten Content zu bekommen. Am Ende ist die Kampagne aber auch hier immer nur so gut wie ihr Briefing. Deshalb frage ich mich oft, wo sind die Meckerer, wenn der x-te schlechte TV oder Radio Spot, das nächste geschmacklose OOH Plakat oder mal wieder eine klassische Anzeige auftauchen, die absolut irrelevant  sind? Davon gibt es im Verhältnis doch mindestens genauso viele wie „nervige“ Influencer. Wer belanglos bleibt, wird verschwinden, das gilt nicht nur für Social Media sondern auch alle anderen Medien. Achso, und besprochen hat das doch immer Kalkhofe in Kalkhofes Mattscheibe, quasi die Grundlage des neuen Pocher-Formats. 

Haltung und Statement

Es bleibt dabei, um nicht bei Pocher und Co. zu landen, brauchen Werbetreibende, Influencer und Medien eine klare Haltung, ein Statement und eine durchdachte, mutige und gleichermassen sensible Kommunikation. Die Corona Krise bringt neben all den großen Problemen und Einschränkungen auch ans Licht, wie dringend die Werbetreibenden in den oben genannten Bereichen ihre Hausaufgaben machen müssen. Die Zeit  dafür ist mehr als reif und die Gelegenheit gerade gut. Die Kanäle sind sowas von klar, Sensibilität kann man lernen und Mut kann sich entwickeln. In der aktuellen Zeit gibt es genug Stillstand, vielleicht können wir ja wenigstens in der Kommunikation Vollgas geben? Lasst uns mutiger und lauter werden, Kante zeigen, funktionierende Strategien verfolgen und dabei unsere Zielgruppen nicht aus den Augen verlieren. Ein positiver Nebeneffekt dieser schlimmen Zeit könnte doch sein, dass Menschen und Werbetreibende endlich das Beste aus Social Media herausholen.In diesem Sinne: Danke Oliver Pocher, danke Gesundheitsminister Spahn. Sie haben schon verstanden, was viele andere noch lernen müssen.

Autor Sven Wedig ist CEO der Berlinger Agentur Vollpension Medien


Autor: W&V Redaktion

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