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TechTäglich
Mercedes: Elektroauto mit 1-Liter-Verbrauch

Mit einer Edel-Karosse macht die Automarke Mercedes kurz vor der CES von sich reden. Der Mercedes Vision EQXX verfügt über eine bisher noch nie erreichte Reichweite. Auch mit anderen Details versetzt er ins Staunen.

Text: W&V Redaktion

4. Januar 2022

Vision EQXX – die Mercedes-Studie mit dem Weltrekord-Stromverbrauch.
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Am Montag hatte die Woche für Elon Musk herausragend begonnen. Nach dem Auslieferungsrekord von 936.000 Autos im Jahr 2021 sprang die Tesla-Aktie um spektakuläre 13,5 Prozent nach oben. Wenige Stunden später dürfte der Tech-Guru aber ins Grübeln gekommen sein.

Denn Mercedes zeigte bei einer digitalen Präsentation im Vorfeld der CES 2022 in Las Vegas ein so erstaunliches Elektroauto, dass im Vergleich alle aktuellen Teslas uralt aussehen. Der Mercedes Vision EQXX soll mit einer Akkuladung mehr als 1.000 Kilometer weit fahren. Und laut der Ingenieure aus Stuttgart ist das kein Fantasiewert auf dem Prüfstand. Im gemischten Alltagsbetrieb soll es der Coupé-artige Viersitzer sogar ein gutes Stück über die 1.000-Kilometer-Marke hinaus schaffen. Nicht nur CNET schwärmt vom Schwaben-Coup: "Der Mercedes Vision EQXX ist die Zukunft des Elektroautos."

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Weniger als 10 kWh auf 100 Kilometer

Konzernchef Ola Källenius ergänzt in der dazugehörigen Pressemitteilung: "In nur eineinhalb Jahren haben wir den effizientesten Mercedes aller Zeiten entwickelt – mit einem Energieverbrauch von weniger als 10 kWh pro 100 Kilometer." Bei Benzinern würde das etwa einem 1-Liter-Auto entsprechen. Zum Vergleich: Der kleine VW-Stromer Up liegt aktuell bei 12,7 kWh auf 100 Kilometer. Mercedes schafft das mit einer Weltrekord-Aerodynamik (cW 0,17), mit speziellen Reifen von Bridgestone, die sich quasi um die Felgen schmiegen, mit 117 Solarzellen auf dem Dach – und mit jeder Menge Know-how aus den hauseigenen Formel-1- und Formel-E-Teams. Das maximale Tempo liegt bei sinnvollen 140 km/h.

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Batterie passt in einen Kleinwagen

Deshalb braucht der Vision EQXX auch keine Monster-Batterie, wie sie bei der Konkurrenz meist für riesige Reichweiten sorgt. Der Akku der Studie hat mit knapp 100 kWh zwar viel Inhalt – braucht aber dank Formel-1-Technik, neuartiger Zellchemie und Karbongehäuse 50 Prozent weniger Volumen und 30 Prozent weniger Gewicht als das Batteriepaket der elektrischen S-Klasse EQS. Damit würde der Akku sogar in einen Kleinwagen passen.

Im Inneren des neuen Energie-Champions sorgen ein 47,5 Zoll großer Riesenbildschirm, der sich über die ganze Fahrzeugbreite zieht und vegane Sitze aus einem Pilzmaterial für weiteres Staunen. In dieser Form wird der Vision EQXX zwar nie auf den Markt kommen. Aber viele der Ideen aus dem Tesla-Schreck sollen schon bald in Serie gehen, so Ola Källenius: "Die Batterietechnologie ist die nächste Generation, die wir im Jahr 2024 in Serienfahrzeugen einsetzen werden, und zwar eins zu eins." Jetzt wird spannend, wie Elon Musk kontert.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 4. Januar 2022:


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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