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Neubeginn
Microsoft stellt Wunderlist ab - und launcht eigenes To-Do-Tool

Bis zum 6. Mai bleibt Wunderlist noch im Microsoft-Imperium - danach müssen User der To-Do-App umziehen. Dazu hat Microsoft einen einfühlsamen Kampagnenfilm kreiert.

Text: W&V Redaktion

11. Dezember 2019

Im Kampagnen-Video bekommen die drei Neulingen Besuch von den Nachbarn.
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Microsoft schaltet Wunderlist ab und bietet den Usern stattdessen Microsoft To-Do an. Mit dem Switch will das Unternehmen die beliebte To Do-App, die er mit dem Berliner Start-up 6 Wunderkinder vor vier Jahren übernommen hat, vollständig durch sein Eigengewächs ablösen.

Wunderlist bleibt noch bis zum 6. Mai 2020 bestehen, dann müssen User ihre Aufgaben auf das neue intelligente Tool umziehen, das im Microsoft-Ökosystem angesiedelt ist. Neben einem neuen Design, ortsunabhängigen Zugriff verspricht der Software-Konzern eine noch tiefere Integration in Anwendungen und Dienste von Microsoft. 

Dazu zählen einer Reihe von Farbeinstellungen und Hintergrundbildern, darunter den Berliner Fernsehturm, der ursprünglich ein Wunderlist-Hintergrund war. Auch einen Dark-Mode gibt es. Über den personalisierten Tagesplaner "Mein Tag", das intelligente Vorschläge liefert, sollen User alles erledigen können, was ihren Tag erfolgreich macht. 

Um die User auf den Wechsel vorzubereiten, hat Microsoft eine Website mit Anleitung zum Wechsel aufgesetzt sowie die Kampagne "A new beginning" aufgesetzt. Im Video wird die App als eine Mini-Familie geschildert, die in eine neue Wohnumgebung umzieht. Anfangs ist noch alles etwas neu und ungewohnt, doch dann klingeln schon die Nachbarn und laden zur Community-Party.

Das Aus hat sich schon vor einiger Zeit angekündigt. Erste Anzeichen gab es im Frühjahr 2017, als Microsoft den To-Do-Konkurrenten eingeführt hatte. Zudem hatte das Wunderlist-Team unter dem Microsoft-Dach zuletzt auch den Release neuer Features gestoppt, was die Aufrechterhaltung des Diensts erschwert hat. Im September erfolgte das letzte größere Update: To-Do verfügt seitdem etwa über ein Tagesplaner-Feature, das auf den intelligenten Listen aus der Wunderlist-App basiert.  

Bitten des Wunderlist-Gründers Christian Reber, seine App zurückkaufen zu können, hatte der Konzern nicht erhört. "Bitte, lasst mich die App zurückkaufen", flehte Reber via Twitter und bekam Beistand von hunderten Fans. Bis Mai können bestehende Wunderlist-Nutzer die Aufgabenliste noch weiter nutzen. Neuanmeldungen werden dagegen nicht mehr unterstützt. 

Die Kampagne wurde von Sehsucht Berlin kreiert zusammen mit Creative Director Christian Zschunke, Art Director Saskia Kretzschmann und Producer Timo Seegräber.

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