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Werbe-Tracking in iOS
Noyb reicht Beschwerde gegen Apple ein

Die Datenschutzorganisation Noyb wirft Apple vor, dass die in iOS integrierte Werbe-ID gegen europäische Datenschutzgesetze verstößt, da diese ohne die Zustimmung des Nutzers erstellt werde.

Text: W&V Redaktion

17. November 2020

"Das Cookie in deiner Hosentasche": Noyb hat Beschwerden gegen den "IDFA" Tracking-Code von Apple eingereicht.
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Noyb schaut Apple im Bezug auf Datenschutz genau auf die Finger: Laut der Datenschutzaktivisten werde der eindeutige "Identifier for Advertising / Advertisers" (IDFA) "ohne Wissen und Zustimmung" des Nutzers durch das Betriebssystem erstellt. Anschließend könne dieser von Apps für das Werbe-Tracking eingesetzt werden. Hinter Noyb steht der Österreicher Max Schrems, der mit seinen Klagen gegen Facebook bekannt wurde.

"Das EU-Recht schützt uns vor Tracking. Die Installation oder das Auslesen von Tracking-Codes ist nur mit der Einwilligung des Nutzers möglich. Diese sehr einfache Regel gilt unabhängig von der verwendeten Tracking-Technologie. Während Apple sogar in ihrem Browser vorsieht Cookies zu blocken, platzieren sie selber ähnliche Codes in ihre Handys, ohne jegliche Zustimmung der User. Dies ist ein klarer Verstoß gegen EU-Datenschutzgesetze", sagt Stefano Rossetti, Datenschutzjurist bei Noyb.

Noyb gab nun in einer Mitteilung bekannt, dass sie deswegen Beschwerde beim Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit sowie wie bei der spanischen Datenschutzbehörde AEPD eingereicht haben, da für derartige Tracking-Methoden nach der ePrivacy-Verordnung zwingend eine Einwilligung des Nutzers erforderlich sei. Zudem fordert die Datenschutzorganisation die Verhängung einer Geldbuße gegen Apple. Der Tech-Konzern bezeichnete die Vorwürfe von Noyb jedoch als "sachlich falsch".

Apps sollten ursprünglich ab iOS 14 für den Zugriff auf den IDFA erst die Erlaubnis des Nutzers einholen müssen. Apple hatte nach Protesten aus der Werbebranche jedoch angekündigt, die Einführung neuer Möglichkeiten, die Datensammlung durch Apps einzuschränken, auf kommendes Jahr zu verschieben. Man wolle dadurch Entwicklern mehr Zeit geben, notwendige Änderungen vorzunehmen.

Auch Google verwendet ein ähnliches Tracking-System, welches derzeit ebenfalls von der Datenschutzorganisation geprüft werde.


Autor: Alessa Kästner

ist Absolventin der Burda Journalistenschule und volontierte beim Playboy. Die gebürtige Münchnerin schrieb für Magazine wie ELLE, Focus oder Freundin und schnupperte im Anschluss noch ein wenig Agenturluft bei Fischer Appelt. Ihre Kernthemen als W&V-Redakteurin: Digital Lifestyle, New Work und Social Media.

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