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Startup-Kolumne
Ohne Startups wird das nix mit Purpose und Attitude

Warum lohnt es sich, mit Startups zusammenzuarbeiten? Diese Frage beantworten Nico Lumma und Christoph Hüning vom Next Media Accelerator bei W&V. Besonderer Aspekt dabei: Skalierung

Text: Anonymous User

24. Februar 2020

Nico Lumma (Re.) und Christoph Hüning vom Next Media Accelerator
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Die Kommunikationsbranche steht vor großen Herausforderungen. Diesen Satz lesen wir seit Jahren, gerne auch mit dem unspezifischen Zusatz “durch die Digitalisierung”, aber anders als viele finden wir genau das durchaus reizvoll. Denn diese Herausforderungen erfordern Veränderungen und eine Abkehr von der üblichen Routine. Die starken Veränderungen im Mediennutzungsverhalten sind nicht umkehrbar und ein “Weiter so” reicht schon lange nicht mehr. Aber das fällt nicht allen Menschen leicht und Unternehmen entwickeln daher eigene Dynamiken. Es gibt viele Möglichkeiten und Versuche, diese Routinen zu durchbrechen und Unternehmen innovativer zu machen. Aus unser Erfahrung wissen wir: Ein Design Thinking Workshop alleine macht ein Unternehmen noch nicht innovativ (und nein, ein zweiter Workshop reicht auch noch nicht). Ohne Innovationen allerdings werden wir unserem Anspruch nicht gerecht, den Kund*innen das beste Produkt, die beste Kampagne, die besten Inhalte oder die beste Experience zu liefern. 

Wir sind überzeugt, dass Unternehmen in Zukunft permanente Frischzellenkuren brauchen und dass dafür die Zusammenarbeit mit Startups perfekt geeignet ist, aber ganz anders aussehen muss. Oft wird in Deutschland auf Startups geguckt, der Umsatz belächelt, die Naivität bestaunt und dann das Potential verschenkt, das durch eine Zusammenarbeit entstehen kann. Natürlich kann ein etabliertes Unternehmen viele Dinge schon lange und oft auch besser als ein kleines Startup mit großen Zielen. Aber es kommt auch darauf an, wie ein Startup ein Thema vorantreiben will und wie die Herangehensweise an den Markt aussieht. Davon können Etablierte lernen, aber zu häufig steht die Arroganz der Großen gegenüber den Kleinen im Weg. Nach wie vor sind es vor allem die amtierenden Entscheider*innen, die digitalen Innovationen skeptisch gegenüber stehen und somit den notwendigen Wandel blockieren. 

Startups sind junge Unternehmen, die über eine Software-Technologie im Kern schnell skalieren können. Sie sind daher vom Setup anders als Agenturen, sie sind natürlich auch anders als bestehende große Werbetreibende oder große Medienhäuser. Es gibt daneben auch sog. Startups, die nicht skalieren, weil sie ein spannende Technologie im Kern haben, sondern weil sie mit Unsummen an Geld vollgepumpt werden, die für die Erschließung von Märkten ausgegeben werden, wie es z.B. bei WeWork der Fall ist. Wobei WeWork nach unserem Verständnis schon lange den Status “Startup” hinter sich gelassen hat, auch wenn sie in der Fachpresse noch so genannt werden. 

Aber kommen wir mal zu dem klassischen kleinen Tech-Startup zurück, das eine spannende Lösung entwickelt und mit einem darauf basierenden Produkt in den Markt will. Etablierte Unternehmen verstehen oft nicht, wie Skalierung funktioniert und wie sie aussieht. Am Beginn steht nämlich zumeist ein Produkt, das noch nicht viel kann und deswegen auf den ersten Blick eher unattraktiv für Kunden ist. Aber es kommt bei schnell wachsenden Startups irgendwann der Punkt, an dem die Skalenfaktoren greifen und wo auf einmal die Kundenzahlen steigen, aber die Kosten für Entwicklung und Marketing proportional weniger ansteigen - der sog. “Hockeystick”.

Das ist dann der Moment, an dem etablierte Unternehmen feststellen, dass sie früher mit dem Startup hätten zusammenarbeiten sollen, um von der Entwicklung zu profitieren. Denn wie sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sonst lernen, wenn nicht durch eigene Erfahrungen? Diese Erfahrungen können aber nur gesammelt werden, wenn man aktiv mit Startups arbeitet und nicht in Meetings jegliche Innovation sofort killt, weil die eigene Vorstellungskraft nicht ausreicht. Und es bringt auch nichts, wenn ein Berater, Coach oder “Facilitator” davon erzählt, was alles möglich wäre. Eigenengagement oder auch Attitude ist es, was den Unterschied macht!


Autor: W&V Redaktion

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