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TechTäglich
Q4 e-tron: Das kann der Augmented-Reality-Audi

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem fahrenden Smartphone von Audi und mit dem zu teuren iPhone 12 mini von Aldi.

Text: W&V Redaktion

10. März 2021

Augmented Reality im Audi Q4 E-Tron: Mehr als nur ein Headup Display.
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Q4 e-tron: Das kann der Augmented-Reality-Audi

Bisher gibt es Elektroautos von Audi nur zu Luxuspreisen. Der Gelände-Stromer e-tron startet beispielsweise bei 82.950 Euro. Künftig wollen die Ingolstädter auch etwas günstigere E-Mobilität ermöglichen. Im Sommer kommt der Q4 e-tron zu Preisen ab etwa 50.000 Euro. Jetzt hat Audi den Geländewagen im Q3-Format in einer Vorschau erstmals präsentiert. Technisches Highlight ist ein neuartiges Augmented-Reality-System, das wie ein 70 Zoll großer Fernseher einige Meter vor dem Fahrer zu schweben scheint. Es mixt die echten Bilder der realen Außenwelt mit Computergrafiken, wie sie bisher in einem Auto noch nicht zu sehen waren. Dazu gehört eine sogenannte Drohne, ein schwebender Pfeil, der über dem Auto zu fliegen scheint – und der anzeigt, welche Aktion als nächstes auf den Fahrer zukommt. Bei ruhiger Fahrt auf der Autobahn verschwindet die Drohne, um bei Bedarf wieder aufzutauchen.

Das AR-System in Audis fahrendem Smartphone zeigt im Gegensatz zu bisherigen Headup-Displays nicht nur statische Grafiken an, sondern reagiert auf die Umgebung. Selbst bei der Fahrt durch ein Schlagloch bleibt die Anzeige laut Audi ruhig und beginnt nicht zu wackeln. Zu sehen sind unter anderem Navigationshinweise, Sicherheitswarnungen und in Echtzeit der Abstand zum vorausfahrenden Auto. Wenn der Fahrer zum Beispiel versehentlich die Spur verlässt, legt sich eine rote Linie über die Straße, die dem Q4 wieder den rechten Weg weist. Gesteuert wird die "Erweiterte Realität" von einer Picture Generation Unit (PGU), die eine flüssige Darstellung mit 60 Bildern pro Sekunde ermöglicht. Die Software umfasst laut Audi rund 600.000 Zeilen Programmiercode. Das ist etwa die Hälfte mehr als beim gesamten NASA-Steuerungssystem der ersten Version des Space Shuttle.

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iPhone 12 mini: Bei Aldi zu teuer

Die Vorfreude war letztes Jahr groß, als Apple das iPhone 12 mini ankündigte. Die aktuellste Technik aus Cupertino im kompakten, praktischen 5,4-Zoll-Format – das klang nach einem Bestseller, gerade für Frauen oder für Nutzer mit kleineren Händen. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass das mini für Apple auch nur ein Mini-Erfolg ist. Denn schlussendlich legen sich die meisten Kunden doch ein größeres Smartphone zu – auf dem Fotos, Videos und Spiele besser und beeindruckender aussehen. Laut Nikkei Asia kürzt Apple die Produktion des iPhone 12 mini jetzt gegenüber den Plänen von Ende letzten Jahres um 20 Prozent – und schafft mehr Kapazitäten für iPhone 12 Pro und Pro Max. Laut der Wirtschaftszeitung ist der Absatz "deutlich geringer, als Apple ursprünglich erwartet hatte". Ein iPhone 13 mini soll es zwar noch geben, weitere kleine iPhones sind aber fraglich.

Weil das 12 mini nicht gerade boomt, liegt es jetzt sogar bei Aldi Süd und Aldi Nord im Regal. Wer beim Discounter das AldiTalk-Paket L mit monatlich 12 GB LTE-Datenvolumen bucht, kann das kleine iPhone dazu ordern. Finanziell lohnt sich das aber nicht wirklich. Denn ohne Handy kostet der Tarif L 17,99 Euro im Monat. Mit iPhone sind es über zwei Jahre hinweg 49,99 Euro monatlich. Die Gesamtrechnung: Das 12 mini kostet bei Apple mit 128 GB Speicher 849 Euro. Bei Aldi sind es für das Paket mit Datentarif über die zwei Jahre 1199,76 Euro. Ohne die 849 Euro fürs Handy bleiben 350,76 Euro für den Aldi-Tarif Talk L, oder 14,61 Euro im Monat. Da gibt es deutlich günstigere Datentarife – vor allem für Nutzer, die gar keine 12 GB LTE im Monat brauchen. Außerdem ist das 12 mini mit 128 GB im freien Handel schon zwischen 719 Euro und 799 Euro zu haben, was die Aldi-Rechnung weiter verschlechtert.

Der Apple-Zwerg bei Aldi: Leider ist der Preis nicht mini genug.

Mega-Fernseher aus Österreich: 4,19 Meter groß, 337.000 Euro teuer

Gut möglich, dass der spektakulärste Fernseher der Welt jetzt aus Österreich kommt. Die Firma C SEED ist normalerweise auf riesige Displays für Außenbereiche spezialisiert. Nun bieten die Wiener mit dem C SEED M1 erstmals auch einen Fernseher fürs Wohnzimmer an – allerdings nur für sehr große Wohnzimmer, die möglichst unterkellert sind. Denn beim M1 schreibt sich laut Futurezone nicht nur der Name groß. Das TV-Trumm misst 165 Zoll oder 4,19 Meter, und ist 1.350 Kilo schwer. Es lässt sich wie in einem James-Bond-Film vollständig im Fußboden versenken. Die Öffnung wird dann durch eine Klappe verschlossen. Das "klappt" allerdings bloß mit entsprechenden Umbaumaßnahmen im Haus.

Der Trick mit dem unsichtbaren Fernseher funktioniert, weil er aus fünf Paneelen mit Scharnieren besteht, die sich motorisiert zusammenklappen lassen. Daraus ergibt sich ein Falt-Fernseher, der klein genug ist, um sich im Boden verstecken zu können. Mit 4K und dem neuen MicroLED-Standard ist auch die verwendete Bildschirmtechnik vom Feinsten. An den Anschlüssen mit nur einmal HDMI und zweimal USB haben die Wiener dagegen gespart. Ansonsten ist Sparen beim C SEED M1 ein absolutes Fremdwort. Das Ösi-Prachtstück kostet 400.000 Dollar oder umgerechnet 337.000 Euro.

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Sonos: Der neue Draußen-Lautsprecher ist da

Eigentlich ist der kalifornische Audiospezialist Sonos für seine vernetzten WLAN-Lautsprecher bekannt. Absolutes Erfolgsmodell ist der kompakte Sonos One für rund 200 Euro, den es für 99 Euro mit vergleichbarer Technik auch als Ikea Symfonisk gibt. Mit dem Move bietet Sonos seit 2019 auch eine tragbare Box mit Akku und Bluetooth an – die mit drei Kilo und 380 Euro aber arg schwer und teuer ausgefallen ist. Am 20. April erscheint nun ein kleinerer Lautsprecher zum Mitnehmen für Garten, Park oder See. Nachdem es letzte Woche bereits erste Leaks gab, hat die US-Firma den Sonos Roam nun auch offiziell vorgestellt und Preise bekanntgegeben.

In Deutschland kostet die 430 Gramm leichte Box 179 Euro. Der Roam spielt Musik vom Smartphone per Bluetooth ab, lässt sich aber auch per WLAN ins heimische Sonos-Netzwerk einbinden. Die handliche Box ist wasserdicht und sturzfest. Der Akku soll zehn Stunden durchhalten. An der Bedienung hat Sonos seit dem Start des nicht restlos gelungenen Move intensiv gearbeitet. Im Gegensatz zum großen Bruder schaltet der Roam automatisch von WLAN auf Bluetooth um, sobald der Nutzer das Haus verlässt – und umgekehrt. Mit der neuen Funktion "Sound Swap" lässt sich die Musik vom Roam auf andere Sonos-Speaker schicken. Das könnte praktisch sein, wenn man am Abend von der Terrasse nach drinnen zurückkehrt. Der neue Sonos lädt drahtlos. Der Hersteller bietet für 49 Euro eine magnetische Ladestation an. Das Laden funktioniert aber auch mit jedem QI-Standardzubehör.

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Glücksspiel-Vorwürfe: FIFA bald erst ab 18?

Electronic Arts, weltgrößter Hersteller von Video- und Computerspielen, muss sich seit Jahren gegen Kritik an den Glücksspiel-Mechaniken in seinen Spielen wehren. Besonders umstritten sind die sogenannten Lootboxen in Titeln wie "FIFA 21". Die meist jungen Spieler geben ihr Taschengeld dabei für Extrakäufe aus – wissen aber nicht, welche virtuellen Gegenstände sie tatsächlich erhalten. Denn zum Beispiel die Spielkarten im beliebten FIFA-Modus "Ultimate Team" werden im Zufallsmodus vergeben, wie fürs Panini-Album. Wer Pech hat, muss lange warten, bis er die gewünschten Items bekommt. Ein neues Gesetz soll Kinder und Jugendliche in Deutschland künftig besser vor solchen Machenschaften schützen.

Auf Initiative der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und des Bundesfamilienministeriums soll die Altersgrenze für Spiele mit solchen Glücksspiel-Elementen auf 18 Jahre heraufgesetzt werden. Das reformierte Jugendschutzgesetz hat den Bundestag laut Standard bereits passiert, muss aber noch vom Bundesrat bestätigt werden. Betroffen sind zahlreiche Spiele und Apps mit Lootboxen, von "FIFA" über "Call of Duty" bis hin zu Nintendos "Mario Kart Tour". Aber auch Spiele mit integrierten Chats, die Pädophile missbrauchen können, sollen nur noch ab 18 Jahren freigegeben werden. Die Änderungen sind bereits fürs anstehende Frühjahr geplant. Ein „FIFA 22“ könnte dann künftig nur noch für Erwachsene legal erhältlich sein – oder die Hersteller verabschieden sich von der Taschengeld-Abzocke. Bisher ist FIFA ohne Altersbeschränkung freigegeben.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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