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Qualitätsprobleme
Renault Clio überholt den VW Golf

Erstmals seit seinem Start vor 46 Jahren ist der VW Golf nicht mehr Spitzenreiter der europäischen Fahrzeug-Verkaufscharts. Stattdessen zieht der Renault Clio am problembehafteten Golf 8 vorbei. 

Text: W&V Redaktion

20. August 2020

Mit dem VW Golf 8 hat Volkswagen bislang wenig Glück.
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In Deutschland bleibt der VW Golf auch im Jahr 2020 das meist verkaufte Fahrzeug, doch europaweit hat nun ein anderes Fahrzeug die Führung übernommen. Laut eines Berichts vom Londoner Analysten Jato wurden im Mai europaweit lediglich 13.125 VW Golf verkauft, während insgesamt 16.028 Renault Clio an neue Besitzer übergeben wurden. Im Juni hat sich dieser Abstand laut Jato nochmals vergrößert.

Damit fällt der 1974 eingeführte VW Golf im laufenden Jahr in den europäischen Verkaufslisten mehrmals hinter den Clio zurück. Die Gründe für das Verkaufsproblem liegen auf der Hand. Neben einer geringen Verfügbarkeit machte der neue Golf durch Qualitätsprobleme wiederholt Negativschlagzeilen. Zuletzt musste Software-Chef Christian Senger seinen Stuhl räumen und auch über die Zukunft von VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann wird seit einiger Zeit spekuliert. 

Qualitätsprobleme wie nie zuvor 

Auslieferungsstopp, Softwareprobleme und lange Wartezeiten: Während der VW Golf über viele Jahre gerade wegen seiner Zuverlässigkeit und seiner ausgereifte Technik zum Dauerbrenner wurde, ist die achte Generation zu einem Problemfall geworden. So wurde die Auslieferung von Fahrzeugen im Mai gestoppt, weil der automatische Notruf eCall nicht funktionierte. Unterm Strich laufen noch immer weit weniger VW Golf 8 vom Band als geplant.

In Deutschland war der Golf mit 8350 verkauften Fahrzeugen im Mai noch immer die Nummer eins. Auf Rang zwei rangierte der Fiat Ducato mit 6511 verkauften Einheiten, während der Renault Clio bei 1639 verkauften Fahrzeugen keine besonders große Rolle spielt. Wegen der Corona-Krise brach der Fahrzeugabsatz in Deutschland im März, April und Mai im Vergleich zu den Vorjahren dramatisch ein. Im Juli hinkte der Verkauf zwar nur noch um zwei Prozent hinterher, doch für das laufende Jahr ergibt sich laut Kraftfahrtbundesamt ein dickes Absatzminus von bis dato 27,1 Prozent.

Volkswagen ist mit einem Rückgang der Verkäufe um 30,3 Prozent überdurchschnittlich von der Krise betroffen. Am schlimmsten erwischte es Smart mit einem Absatzminus von 83,6 Prozent von Januar bis Juli im Vergleich zu 2019.               

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