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TechTäglich:
So günstig sind gefälsche digitale Impfzertifikate

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Reibach bei gefälschten digitalen Impfzertifikaten.

Text: W&V Redaktion

9. September 2021

Ein kleiner Pieks für jeden einzelnen, ein großer für die Menschheit.
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Aktuell vermeldet das Robert-Koch-Institut: 51.207.077 Personen (61,6 % der deutschen Gesamt­bevölkerung) sind nun vollständig geimpft. 54.890.847 Personen (66,0 %) haben mindestens eine Impf­dosis erhalten. Die restlichen rund 34 Prozent? Verweigern bisher den Pieks – oder suchen sich im Netz womöglich eine (natürlich illegale) Möglichkeit, ein digitales Impfzertifikat nachzuweisen.

Das klappt weltweit im Netz leider immer einfacher. Das jüngste erschreckende Beispiel kommt von unseren europäischen Nachbarn: Gerade in Frankreich floriert der Schwarzmarkt für Corona-Impfbescheinigungen. So berichtet das französische Portal France Inter, dass für etwa 300 Euro ein gefälschter Impfpass inklusive digitalem Zertifikat erstanden werden kann. Letzteres entspreche dem EU-Format und sei somit in vielen Ländern gültig bzw. Behörden würden die Fälschung gar nicht erst bemerken.

Die Impf-Bescheinigungen kommen dabei offenbar von korrupten Ärzten, Apothekern oder anderen Personen, die sich einen unberechtigten Zugang zu einem der Impf-Portale verschafft haben, und dort nie getätigte Injektionen hinterlegt haben. Der Verdacht: Damit die Impfungen mit den Beständen übereinstimmen, sollen sogar manchmal Impfdosen aus niederen Motiven weggeworfen werden. Der Betrug kann so nur schwer überprüft werden.

Auch in Deutschland kursieren immer wieder Berichte über die Leichtigkeit, mit der sich digitale Impfzertifikate fälschen lassen. Die EU nimmt die neuen Vorgänge in Frankreich "sehr ernst", erklärte ein Sprecher gegenüber der Website "Euractiv". Das gelte auch für die Sicherheitsbehörde Europol, die die Aktivitäten von Betrügern noch intensiver ins Visier nehme. Betont wurde auch, dass die digitalen Impfzertifikate eigentlich "sehr sicher" seien. Und doch reichen offenbar 300 Euro, um sich vom Pieks zu befreien...

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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