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Sportmarketing
So verändert Digitaltechnik das Fan-Erlebnis

66 Prozent der deutschen Sport-Fans finden, dass digitale Technologien das Anschauen von Sportereignissen bereichern. Das Potenzial für die Vereine ist gewaltig.

Text: W&V Redaktion

5. Februar 2020

BBL-Spiele der Telekom Baskets kann man über die "Magenta VR"-App live in 360 Grad verfolgen.
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Immer mehr Sportfans nutzen im Stadion digitale Technologien. Das zeigt eine aktuelle Studie von Capgemini, für die mehr als 10.000 Sportfans in Deutschland und acht weiteren Regionen befragt wurden. Vor allem die Fans unter 35 Jahren und solche der Kategorie "begeisterte Anhänger" erweisen sich laut Studie als digital-affine Zielgruppe.

Digitale Technologien und innovative Anwendungen bereichern für 69 Prozent der Fans (Deutschland: 66 Prozent) das Erlebnis beim Anschauen eines Sportereignisses. Im Stadion haben demnach bereits 50 Prozent der Fans (Deutschland: 40 Prozent) Smartphone-Apps genutzt, die Live-Informationen zum Spiel liefern. Jeweils 48 Prozent (Deutschland je 39 Prozent) konnten auf schnelles W-Lan zurückgreifen bzw. Essen und Getränke online bestellen und an den Platz liefern lassen. Wearables als elektronische Eintrittskarte haben weltweit 47 Prozent und in Deutschland 43 Prozent der Fans schon genutzt.

Im Wohnzimmer kommen KI und VR zum Einsatz

Außerhalb des Stadions kommen mittlerweile auch Künstliche Intelligenz (KI) und Virtual Reality (VR) zum Einsatz. Demnach haben 40 Prozent (Deutschland: 39 Prozent) der Fans schon mal eine VR-Brille genutzt, um die "Stadionatmosphäre" auch zuhause live erleben zu können. 38 Prozent der Fans (Deutschland: 31 Prozent) sind bereits gegen KI-basierte Bots angetreten, um während des Spiels das Ergebnis zu tippen. Zwei von fünf Fans nutzen Funktionen, um auf verschiedene Kameraperspektiven zurückgreifen zu können.

Digitale Angebot fördern die Zahlungsbereitschaft

Vereinen und Sportorganisationen bieten sich durch all das vielfältige Geschäftsmöglichkeiten. Denn positive Technologieerfahrungen fördern die Zahlungsbereitschaft der Fans. 71 Prozent der asiatischen Fans sind laut Studie bereit, mehr zu bezahlen, wenn der Stadionbesuch durch digitale Angebote bereichert wird. In Nordamerika können sich dies 40 Prozent, in Europa "nur" 34 Prozent vorstellen.

Außerdem steigern positive Technologieerfahrungen das Interesse an Sport und Mannschaft - und damit die Kundenbindung. 56 Prozent der Fans, die durch digitale Technologien ein positives Erlebnis hatten, möchten gerne mehr Spiele ihrer Mannschaft live im Stadion sehen. 60 Prozent möchten zudem mehr Spiele online im Live-Stream schauen.

Unter-35-Jährige sind besonders aktiv

Jüngere Fans bis 35 Jahre sind besonders aktiv und digital-affin, wenn es um Sport geht: 74 Prozent von ihnen konsumieren Sportinhalte per Smart-TV, Laptop und Tablet (über 35 Jahre: 55 Prozent). 66 Prozent nutzen dazu mobile Apps von Drittanbietern (über 35 Jahre: 32 Prozent). Zugleich gehen 60 Prozent häufig ins Stadion, gegenüber 36 Prozent der Über-35-Jährigen.

Datenschutz bleibt ein relevantes Thema

Das Sammeln und Speichern personenbezogener Daten durch digitale Anwendungen im Stadion ist für 59 Prozent der deutschen Fans sowie für 65 Prozent weltweit ein kritischer Faktor, der einer positiven Nutzererfahrung entgegenstehen könnte.

Insgesamt hat das Capgemini Research Institute 10.363 Sportfans aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien, Kanada, USA, Indien, Singapur und Hongkong befragt.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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