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US-Mobilfunkmarkt
T-Mobile nimmt Marktführer Verizon ins Visier

Laut eigener Aussage hat die Telekom-Tochter Konkurrent AT&T von Platz zwei auf dem US-Markt verdrängt. Nun soll der Angriff auf Verizon folgen. Beim 5G-Ausbau sieht sich T-Mobile bereits klar vorn.

Text: W&V Redaktion

10. August 2020

Das 5G-Netz von T-Mobile steht technisch bereits 250 Millionen US-Bürgern zur Verfügung.
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T-Mobile US, die amerikanische Tochter der Deutschen Telekom AG, hat AT&T, die bisherige Nummer zwei auf dem US-Mobilfunkmarkt, hinter sich gelassen und will nun Marktführer Verizon angreifen. "Jetzt richten wir unseren Blick auf die Nummer eins", sagte CEO Mike Sievert während einer Telefonkonferenz mit Analysten Ende vergangener Woche.

Laut den vom Unternehmen vorgelegten Zahlen verzeichnete T-Mobile nach der vor wenigen Monaten abgeschlossenen Übernahme von Sprint, der ehemaligen Nummer vier, zum Ende des zweiten Quartals insgesamt 98,3 Millionen Kunden. Konkurrent AT&T meldete 92,9 Millionen. Deutlich in Front bleibt weiterhin Verizon mit 119,9 Millionen Kunden.

Das Problem bei diesen Zahlen: Die Unternehmen haben recht unterschiedliche Kategorien und Zählweisen. So vergleicht beispielsweise T-Mobile seine Kategorie "Total Customers" mit der Kategorie "Subscribers and Connections" von AT&T. Unterschiedlich gehandhabt wird offensichtlich auch die Zählung der Nutzung von Smartwatches, Tablets sowie Devices in Fahrzeugen. Dies macht einen echten Vergleich äußerst schwierig.

Führend ist T-Mobile nach eigener Aussage schon jetzt beim Ausbau des 5G-Netzes. So sei der neue Mobilfunkstandard bereits für 250 Millionen US-Bürger verfügbar. Dies wäre eine deutlich höhere technische Reichweite als bei den Konkurrenten Verizon und AT&T, die allerdings derzeit ebenfalls ihre 5G-Netze kräftig ausbauen.

Gewaltiger Umsatzsprung

Auch durch die Corona-Pandemie scheint T-Mobile besser zu kommen als die Wettbewerber. So konnte die Telekom-Tochter im zweiten Quartal 253.000 neue Postpaid-Kunden hinzugewinnen, eine Kategorie, die von Investoren als weit wichtiger eingeschätzt wird als die Zahl der Prepaid-Kunden, bei der die Abwanderungsrate in der Regel deutlich höher liegt.

Der Gewinn ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen kräftig zurück: von 939 Millionen auf nur noch 110 Millionen Dollar – eine Folge der Sprint-Übernahme, für die im zweiten Quartal Kosten in Höhe von 798 Millionen Dollar anfielen. Dafür kam es zu einem gewaltigen Umsatzsprung von 61 Prozent: von 11 Milliarden im zweiten Quartal 2019 auf nun 17,7 Milliarden Dollar.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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