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Tech-Kolumne
TechTäglich: Amazon bittet Kunden: Kauft weniger!

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einem überraschenden Spar-Appell und dem Instagram-Debüt von Johnny Depp.

Text: W&V Redaktion

17. April 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Amazon bittet Kunden: Kauft weniger!

Amazon ist einer der großen Gewinner der Corona-Krise. Weil viele Geschäfte geschlossen haben, brummt es beim Online-Giganten wie nie zuvor. Die Amazon-Aktie hat diese Woche ein neues Allzeithoch erreicht. Und Gründer Jeff Bezos ist seit Jahresbeginn – zumindest auf dem Papier – um weitere 22 Milliarden Euro reicher geworden. Nun zieht Amazon selbst die Bremse und fordert seine Kunden mehr oder weniger auf: Kauft weniger! Um auch der Konkurrenz noch Luft zum Atmen zu lassen und sich vor allem politisch weniger angreifbar zu machen, stoppt der US-Konzern seinen traditionellen Prime Day im Juli sowie Verkaufskampagnen zum Mutter- und Vatertag. Laut Wall Street Journal fährt Amazon auch Kaufanreize wie Coupons und Rabatte stark zurück.

Bereits vor der Corona-Krise hatte Amazon 38 Prozent des E-Commerce in den USA kontrolliert. Wenn diese Zahl noch weiter steigt, befürchtet das Unternehmen offenbar, dass Politik und Kartellbehörden nervös werden. Deshalb lautet das Motto nun: Bye Buy! Allein der Prime Day hätte für einen weiteren Mehrumsatz von 100 Millionen Dollar gesorgt. Zudem arbeitet die Logistik von Amazon schon jetzt am Anschlag, trotz weltweit 175.000 Neueinstellungen allein im letzten Monat. Ein Insider verriet dem Wall Street Journal: "Amazon wurde mit so vielen Bestellungen von Toilettenpapier und Desinfektionsmitteln überschwemmt, dass sie gar keine Kapazität mehr haben, den anderen Bedarf zu decken." Der aktuelle Tipp von Gizmodo in Sachen Amazon-Konsumverzicht: "Nimm dein Geld und stell dich beim lokalen Händler um die Ecke an – natürlich mit dem erforderlichen Abstand!"

Bye Buy: Amazon will, dass seine Kunden weniger kaufen.

Apple: Weitere Neuheiten – und eine Rede von Tim Cook

Das Günstig-iPhone SE (ab 479 Euro) war die wichtigste Apple-Neuvorstellung in dieser Woche. Doch es gibt weitere Neuheiten: Das Magic Keyboard, die Tastatur mit Touchpad, die das iPad Pro (beinahe) in einen richtigen Computer verwandelt, ist nun im Handel. Mit 339 und 399 Euro kosten die beiden Varianten (11 und 12,9 Zoll) nicht viel weniger als ein iPhone SE. Teurer als ein iPhone 11 sind die Rollen für den Mac Pro. Denn das Viererset der winzigen Röllchen verkauft Apple jetzt für luxuriöse 849 Euro, also zum Stückpreis von 212,25 Euro pro Rad. The Verge reagiert mit einer Aufzählung von "fünf Dingen mit vier Rädern, die billiger sind als die Apple-Rollen" – darunter ein Rasenmäher und ein Kettcar.

Aber Apple kann auch günstig – beim SE und bei den Silikon-Tips für die AirPods Pro, die es jetzt in drei Größen als Doppelpack schon für neun Euro gibt. Bei der Videoansprache, die Konzernchef Tim Cook nun für die Apple-Mitarbeiter hielt, ging es um drastisch größere Beträge. "Ich sehe keinen Grund, warum wir nicht gestärkt aus dieser Krise hervorgehen sollten", erklärte der CEO laut AppleInsider. Cook schloss den Abbau von Arbeitsplätzen aber nicht aus. Er erinnerte an den Beinahe-Bankrott von Apple 1998 und an die Finanzkrise zehn Jahre später, nach der Apple mit dem iPad ein neues Erfolgsprodukt präsentiert hatte. Ähnlich erfolgreich, so Cook, wolle Apple auch Corona überstehen. Er versprach, dass die Entwicklung und die Präsentation neuer Produkte uneingeschränkt weiterlaufen.

Rubel rollt: 212,25 Euro kostet jedes dieser Mini-Rädchen für den Mac Pro.

Word: Rechtschreib-Revolution nach 37 Jahren

37 Jahre nach der Premiere seiner Textverarbeitung Word hat Microsoft nun eine Neuerung eingeführt, die viele Nutzer lieben werden – und womöglich ebenso viele hassen. Denn: Die Rechtschreibkorrektur von Word zeigt nun erstmals zwei Leerzeichen nach einem Punkt oder nach einem anderen Satzzeichen als Fehler an. Bisher hatte das Textprogramm diesen gängigen Fehler toleriert. Nach dem neuesten Update wird er nun erstmals bemängelt und unterkringelt.

Fehler oder nicht – diese Frage spaltet die Word-Nutzer seit Jahren und Jahrzehnten in "One-Spacer" und "Two-Spacer". Nun haben sich die One-Spacer fürs Erste durchgesetzt, was zu hitzigen Twitter-Debatten führt. Nutzer @profalankchen triumphiert: "Die One-Spacer haben gewonnen. Microsoft Word zeigt zwei Leerzeichen nach einem Punkt jetzt als Fehler an." @AnneRodrick gehört der konkurrierenden Glaubensrichtung an und wettert: "Das war’s dann. Meine Welt ist offiziell am Ende. Und ich habe absichtlich zwei Leerzeichen hinter diese Punkte geschrieben." Trost für sie und andere Two-Spacer: Die Einstellung lässt sich im Word-Menü nach wie vor ändern.

Johnny Depp: Raketenstart auf Instagram

Instagram begrüßt einen neuen Promi-Nutzer: Schauspieler Johnny Depp hat seinen eigenen Account bei Facebooks schicker Fototochter eröffnet, und damit innerhalb von 17 Stunden 1,7 Millionen Abonnenten eingesammelt. Und die Zahl steigt stündlich um mindestens 100.000 Follower. Damit kann er locker mit Kollegin Jennifer Aniston mithalten. Der Superstar aus "Friends" und "The Morning Show" hatte sich letzten Oktober bei Instagram angemeldet und innerhalb von nur gut fünf Stunden eine Million Abonnenten angelockt.

Allzu viel zu bieten hat Instagram-Johnny bisher nicht, mit nur zwei Beiträgen. Der erste Post zeigt ihn hemdsärmelig vor jeder Menge brennender Kerzen. Seine Botschaft dazu: "Hallo an Euch alle… Ich filme gerade etwas für Euch… Gebt mir einen kurzen Augenblick." Beitrag zwei ist dann das zuvor versprochene Video, in dem er acht Minuten lang unter anderem über sein gemeinsames Projekt mit Musik-Legende Jeff Beck spricht. Johnny Depps Begrüßung im ersten Instagram-Video seines Lebens: "Das ist meine erste Erfahrung in der Welt der sozialen Medien. Ich habe so etwas noch nie gemacht." Aber mit über zwei Millionen Aufrufen innerhalb eines halben Tages läuft es bisher nicht schlecht für den Insta-Neuling.

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Österreichische Kult-Bäckerin liest gemeine Tweets vor

Der Kult um die österreichische Groß-Bäckerin Doris Felber geht weiter. Ihr jetzt schon legendäres Baumarkt-Video, in dem sie die Nutzer aufgefordert hatte, sich eine "Topfengolatsche zu nageln" oder sich "einen Kürbiskernspitz hineinzuschrauben", sorgte in den letzten Tagen für jede Menge Furore. Nachdem sie den schrillen Clip – zur Enttäuschung der Doris-Felber-Army – von Facebook gelöscht hatte, meldet sich die Bäckerei-Chefin jetzt zurück. In einem weiteren Video, das sie in Facebook "hineingeschraubt" hat, liest Doris Felber "gemeine Tweets" vor, die sie nach der Veröffentlichung ihres ersten Films lesen musste. Motto: "Die Felber blamiert sich selber."

Die Geschäftsführerin räumt darin ein, dass sie sich mit dem Video vielleicht tatsächlich blamiert hat: "Aber meine Bäckerei hat 400 Mitarbeiter mit 400 dazugehörenden Familien, und die will ich nicht verlieren. Und wir kämpfen jeden Tag darum". Außerdem geht's im neuen Felber-Video unter anderem um ihre sehr spezielle Aussprache des Wortes "Leberkässemmel". Ihre Antwort darauf: "Wie deppert kann man 'Leberkässemmel' eigentlich aussprechen?" Fazit: Sehr coole Reaktion der kultigen Doris – die noch mehr Lust macht, sich jetzt ein "Österreich-Brot mit Marmelade" hineinzunageln.

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