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Technik-Kolumne
TechTäglich: Apple erobert China zurück

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der China-Rückeroberung von Apple und der Warnung vor dem WhatsApp-Goofy.

Text: W&V Redaktion

30. Juli 2020

TechTäglich ist die Technik-Kolumne von W&V.
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Apple erobert China zurück

Heute Abend nach Börsenschluss in den USA verkündet Apple die Zahlen für das abgelaufene Quartal April bis Juni – drei Monate, bei denen die Geschäfte des US-Konzerns Corona-bedingt kräftig durchgeschüttelt wurden. Im Februar soll der Konzern 62 Prozent weniger iPhones in China verkauft haben - im Vergleich zum Februar 2019 (ohne Corona). Kurz vor den Zahlen verlor die Aktie leicht und pendelte sich um die 375-Dollar-Marke ein, nicht weit entfernt vom Höchststand an der 400-Dollar-Marke. Die Analysten sind sich derzeit uneins: Während Goldman Sachs die Aktie abstufte, sieht der Analyst Gene Muster einen "steinigen, aber machbaren Weg" Richtung Kursziel 500 Dollar. Der Rest: Ups and Downs. Die einen Banker werteten die Aktie ab, die anderen hoben die Kursziele moderat auf bis zu 425 Dollar an. Eines aber ist inzwischen Gewissheit: Apple hat den bedeutenden Smartphone-Markt China zurückerobert. Nach zwei schwächeren Jahren war Apple mit seinem iPhone die am schnellsten wachsende Smartphone-Marke im 2. Quartal im Reich der Mitte. 7,4 Millionen Geräte wurden zwischen April und Juni verkauft. Das sind 32 Prozent mehr als im Vergleichsquartal des Vorjahres. An den chinesischen Hauptrivalen Huawei (36,6 Mio. verkaufte Geräte) reicht das US-Unternehmen zwar lange nicht heran, doch Huawei wuchs nur um 14 Prozent. Besonders das iPhone 11 und das neue "Günstig-Modell" iPhone SE begeisterten Kunden in China, das neben Indien und dem Heimatland von Apple als wichtigster Markt gilt. Und Apple investiert weiter im Reich der Mitte: Am 16. Juli erst wurde der neue chinesische Vorzeige-Apple-Store "Sanlitun" in Peking eröffnet. Das iPhone 11 ist in China das populärste Smartphone überhaupt, noch vor Huaweis Flaggschiffen. Analysten sehen für den Herbst weltweit großes Potenzial. Im September oder spätestens Oktober werden vier neue OLED-iPhone-12-Modelle erwartet – dann erstmals mit der Integration des neuen schnellen Mobilfunkstandards 5G.

Am 16. Juli wurde der neue chinesische Vorzeige-Apple-Store "Sanlitun" in Peking eröffnet.

Auch in den chinesischen Apple Stores, hier im neu eröffneten Pekinger Store, ist Mundschutz Pflicht.

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Android-Smartphones: Schnellladung in 5 Minuten

Das könnte schon 2021 ein großer Wettbewerbsvorteil für Android-Smartphones gegenüber iPhones werden: Chip-Produzent Qualcomm hat eine neue und leistungsfähige Lade-Technik vorgestellt, die für eine Schnellladung von Android-Geräten sorgen. Der Plan: Ein kompatibles Smartphone lässt sich in nur fünf Minuten auf 50 Prozent der Batterieleistung aufladen. Die Komplettladung nimmt gerade mal 15 Minuten in Anspruch. Damit würden Probleme, dass Smartphones nicht von morgens bis nachts ohne Nachladen halten, entfallen. "Quick Charge 5" wird die Devices bis zu viermal schneller aufladen und verspricht auch ein angepasstes Wärmemanagement, damit das Gerät beim Schnellladen nicht heiß wird. Apple-User bleiben bei Qualcomms Erfindung außen vor: Qualcomm hat die Technik nur für Android angepasst. Die nötigen Prozessoren spielen nicht mit Apples Betriebssystem iOS zusammen. Gerüchteweise bastelt Apple intern aber an einer ähnlichen Technik, präsentiert wurde sie im Gegensatz zu Qualcomms Verkündung aber noch nicht.

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Tchibo verkauft Hightech-Boot mit Kaffeemaschine

Tchibo ist nur Kaffee? Nicht die Bohne. Den Tchibo-Shop mit Goodies zum Bestellen – von Unterwäsche bis zu CDs – gibt es schon lange. Sein neuestes Angebot im Online-Shop könnte der Konzern mit "Mein Haus, mein Kaffee, mein Boot! bewerben. Der Kaffeeröster verkauft ab sofort ein Hightech-Boot ab 100.000 Euro. Das "Caravanboat", produziert in Sachsen-Anhalt, ist eine Mischung aus Hausboot und Wohnzimmer, benötigt keinen Bootsführerschein und bietet vier Personen Platz zum Schlafen. Transportiert wird es wie ein Wohnwagen, angehängt an einen PKW mit Allradantrieb. Bis der Wohnwagen zum Boot wird, dauert es nur zehn Minuten. Wer einen Sportbootführerschein besitzt, kann aber auf bis zu 50 PS aufrüsten. Auch ein Elektromotor ist als Option verfügbar. Wer statt 15 PS mit 50 PS über die Gewässer schippern möchte, bestellt das Upgrade. Die Boote sind jeweils 2,35 Meter breit und je nach Modell sieben oder acht Meter lang. Weitere Extras: integrierte Standheizung, Küche, Panoramafenster bis zum Boden. Für diesen Sommer wird es aber nix mehr: Jedes Boot wird in Handarbeit gefertigt, Lieferzeit acht bis zehn Monate. Immerhin: Käufer müssen natürlich nicht auf ihren geliebten Kaffee an Bord verzichten: Tchibo spendiert jedem Käufer einen Kaffeevollautomat Esperto Caffè und 2 Kilo Tchibo-Barista-Kaffee.

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Polizei warnt vor "WhatsApp"-Goofy

Trickfiguren wie Goofy sind die Stars bei unseren Kids. Goofy, der legendäre Disney-Tollpatsch, gehört natürlich auch dazu. Doch genau der macht die Kleinen jetzt auf WhatsApp & Co. verrückt, warnt die Polizei Gelsenkirchen. Der Social-Media-Fake-Account "Jonathan Galindo", auf TikTok, Insta oder WhatsApp geschaltet, lockt Kids mit einem Profilbild, das Goofy äußerst ähnlich sieht, und stellt ihnen Aufgaben. Die Polizei Gelsenkirchen erklärt dazu: "Diese Challenges beginnen zunächst harmlos, gipfeln jedoch in einer Aufgabe, die den Selbstmord des Spielers nach sich ziehen würde." Die Aufgabenstellungen laufen in Form eines Kettenbriefs ab, den die Kinder verteilen sollen. Vor dem Weiterleiten und dem Absolvieren der Aufgaben sollten Eltern ihre Kinder warnen. Fake-Videos in sozialen Netzwerken gehen demnach noch einen Schritt weiter: Sie zeigen angeblich echte Videos, die gestorbene Kinder zeigen. Wer bei seinen Kindern diesen "Goofy" entdeckt, sollte den Kontakt löschen und blockieren.

Mit diesem Foto warnen die Behörden auf Facebook vor dem Fake-Goofy.

 

Fünf Freunde und die Spotify-Party

Bisher kannten wir nur Bestseller wie "Fünf Freunde und das Teufelsmoor" oder "Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel". Neu von Spotify: Fünf Freunde und die gemeinsame Musik-Party. Seit Mai bietet der Streaming-Riese sogenannte Gruppen-Sessions. Los ging es mit der Option, dass bis zu 100 Teilnehmer mit Premium-Konto eine gemeinsame Musikliste bearbeiten konnten. Nun baut Spotify das Angebot aus: Ab sofort lassen sich Gruppen-Sessions mit bis zu fünf Freunden starten. Die Liste der Songs lässt sich von überall verwalten und bearbeiten. Teilnehmer werden dazu über einen Code eingeladen, Musik kann dann von allen Fünfen synchron in Echtzeit gehört werden. So geht’s: Im Spotify-Player wird unten links auf die Geräte-Auswahl geklickt. Wer dann nach unten scrollt, findet die Option "Gruppen-Session beginnen". Spotify weist darauf hin, dass sich das neue Feature noch in Beta befindet, was zu "Fünf Freunde und ein paar kleinere Bugs" führen könnte – einer ganz neuen Folge der Kultreihe...

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Damit wünsche ich einen gruppendynamischen Donnerstag. Bis morgen bei TechTäglich.


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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