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Tech-Kolumne
TechTäglich: Apple schafft wahres Wirtschaftswunder

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages. Das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Heute mit Apples Rekordumsätzen und Wladimir Putins XP-Computer.

Text: W&V Redaktion

20. Dezember 2019

TechTäglich: die Technik-Kolumne von W&V
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Apple macht zwei Drittel aller Smartphone-Gewinne

Apple schafft ein wahres Wirtschaftswunder. Der US-Konzern kam laut der Jahresbilanz von Counterpoint Research 2019 beim weltweiten Smartphoneabsatz auf einen Marktanteil von 32 Prozent – sammelte aber 66 Prozent der Gewinne der gesamten Branche ein. Weit abgeschlagen dahinter landete Samsung, das einen Anteil von 17 Prozent an den Gewinnen aller Smartphone-Hersteller schaffte. Das berichtet AppleInsider.

Aufgrund der erdrückenden Dominanz von Apple und Samsung blieb Konkurrenten wie Huawei, Oppo, Vivo oder Xiaomi gemeinsam nur mehr ein Gewinnanteil von weiteren 17 Prozent. Insgesamt erlebten die Anbieter ein vergleichsweise schlechtes Jahr, in dem die Gewinne um rund zehn Prozent einbrachen. Laut Counterpoint resultieren die sinkenden Profite vor allem daraus, dass sich immer mehr Kunden für preisgünstigere Mittelklasse-Smartphones entscheiden, und nicht mehr für die teuren Topmodelle.

Strahlemann! Tim Cook und Apple sacken zwei Drittel der Gewinne aller Smartphone-Hersteller ein

Putin ist weiter mit Windows XP unterwegs

Am 14. Januar 2020 stellt Microsoft den Support von Windows 7 ein. Weltweit sind dann Hunderte Millionen von Computern nicht mehr vor Hackerangriffen geschützt. Russlands Präsident Wladimir Putin kann das egal sein. Denn er ist sogar noch mit dem Vorgänger Windows XP unterwegs, dessen Sicherheitslücken Microsoft schon seit 2014 nicht mehr schließt. Das beweisen laut Guardian mehrere Fotos, die Putin im Kreml und in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo vor XP-Rechnern zeigen. Die Hintergrundbilder sind zwar durch eigene Fotos ersetzt, die Menüelemente stammen aber eindeutig von XP.

Putin nutzt das antike Betriebssystem aus dem Jahr 2001 offenbar, weil XP die letzte Windows-Version ist, die für russische Behörden offiziell zugelassen wurde. Mittlerweile gilt in staatlichen Stellen ein offizielles Verbot für ausländische Software. Welche Sicherheitsmaßnahmen die Präsidenten-PCs schützen, ist nicht bekannt. Experten halten es für möglich, dass der Staatschef an seinen Rechnern gar nicht ins Internet geht, das er für ein Instrument der CIA hält. Langfristig will Russland die Computer-Infrastruktur des Landes auf die eigene Linux-Version "Astra" umstellen. Der einheimische Yandex-Browser soll dann Google Chrome und Firefox ersetzen.

Der verräterische blaue Balken unter dem Kreml-Foto zeigt es: Wladimir Putin ist XP-User.

Facebook OS statt Android

Nicht nur Russland will sich von Google verabschieden, sondern auch Facebook. Der Zuckerberg-Konzern will die Android-Varianten, die auf seiner eigenen Hardware laufen, mittelfristig durch ein eigenes Facebook OS ersetzen. Das berichten The Information und Android Authority. Das neue hauseigene Betriebssystem ist unter anderem für die smarten Portal-Bildschirme und für die VR-Brillen der Konzerntochter Oculus vorgesehen. Facebook soll aber auch an Sprachassistenten und an AR-Brillen arbeiten, die mit Gedankensteuerung funktionieren.

Mit der Neuentwicklung will sich Facebook aus der Abhängigkeit von Konkurrent Google befreien. Als einen der Architekten des neuen OS hat das Unternehmen Mark Lucovsky engagiert, der für Microsoft unter anderem Windows NT entwickelt hat. Vorbild von Facebook ist demnach das streng abgeschirmte Apple-Universum, bei dem Hard- und Software traditionell aus einer Hand kommen. Ob Kunden angesichts des zweifelhaften Rufs von Facebook eine solche Komplettlösung mit allen Gefahren in Sachen Datenschutz akzeptieren würden, hält Android Authority aber für sehr fraglich.

Bye bye, Google: Facebook entwickelt ein eigenes OS für Hardware wie die Portal-Lautsprecher.

YouTube: Achtjähriger verdient am meisten

Kinderarbeit? Kein Problem auf YouTube! Der achtjährige Ryan Kaji aus Texas hat allein innerhalb der letzten Woche sieben aufwändig produzierte Videos veröffentlicht, die auf insgesamt 9,5 Millionen Aufrufe kommen. So wurde der Schüler auch 2019 zum weltweit bestverdienenden YouTuber. In der neuen Rangliste von Forbes liegt er mit 26 Millionen Dollar Einnahmen zwischen Juni 2018 und Juni 2019 wie schon im Vorjahr auf Platz eins. 2018 mussten sich der JungTuber und seine geschäftstüchtigen Eltern aber noch mit 22 Millionen Dollar begnügen.

Ryan Kaji ist mit Auspack-Videos von Spielzeug "groß" geworden. Mittlerweile sind auf seinem Kanal "Ryan's World" aber auch Wissensvideos zu sehen, zum Beispiel "Wie entsteht ein Tsunami?" oder "Wie züchte ich selbst Bakterien?". Produkte, mit denen er sich beschäftigt, erleben danach in aller Regel einen wahren Verkaufsboom. Mittlerweile gibt es in den USA Spielzeuge, Zahnbürsten und Zahncreme mit Ryan-Branding. Kinder sind ohnehin die wahren YouTube-Stars. Hinter den Spaß-Sportlern Dude Perfect, die auf 20 Millionen Dollar Jahresumsatz kamen, schaffte es mit Anastasia Radzinskaya ein fünfjähriges Mädchen aus Russland auf Platz drei. Sie wurde mit zerebralen Bewegungsstörungen geboren. Ihre meist pinkfarbenen Videos sind trotzdem so vergnügt, dass ihr Kanal "Like Nastya Vlog" mittlerweile auf 42,4 Millionen Abonnenten und 18 Millionen Dollar Jahresumsatz kommt.

Nintendo PlayStation unter dem Hammer

Ab 27. Februar 2020 versteigert das Online-Auktionshaus Heritage Auctions ein Stück Videospiele-Geschichte. Unter den Hammer kommt eine Nintendo PlayStation, die von Anfang der 90er Jahre stammt. Nintendo hatte Sony damals beauftragt, ein CD-Laufwerk für seine SNES-Konsole zu entwickeln. Das Projekt scheiterte. Doch der angeblich letzte existierende Prototyp wird jetzt versteigert – voraussichtlich für eine Millionensumme. Damit könnte die historische Technik aus Japan zur teuersten Spielkonsole der Welt werden.

Der aktuelle Besitzer Terry Diebold hatte die Nintendo PlayStation selbst bei einer Ramsch-Auktion für geradezu lachhafte 75 Dollar ersteigert. Welche Bedeutung sein Fundstück hat, erfuhr er laut Engadget erst danach. Denn nur durch das Zerwürfnis zwischen Sony und Nintendo entstand die erste PlayStation, die 1994 auf den Markt kam, und die die gesamte Branche auf den Kopf stellte. Diebold tingelte in den letzten Jahren mit der funktionstüchtigen Konsole über zahlreiche Spielemessen, und lehnte bereits mehrere millionenschwere Kaufangebote ab.

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