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Tech-Kolumne
TechTäglich: Apple - wertvoller als alle DAX-Unternehmen

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages. Das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V, die von Montag bis Freitag erscheint. Heute mit einer Ohrfeige für die deutsche Wirtschaft und 117 neuen Emojis.

Text: W&V Redaktion

30. Januar 2020

TechTäglich - die Technik-Kolumne von W&V.
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Apple: Wertvoller als alle DAX-Unternehmen zusammen

Diese Statistik ist kein Ruhmesblatt für die deutsche Wirtschaft. Apple ist weiterhin nicht nur das wertvollste Technologie-Unternehmen der Welt – und insgesamt die Nummer zwei hinter Saudi-Arabiens staatlichem Ölkonzern Aramco. Der iPhone-Hersteller verzeichnet jetzt auch einen höheren Börsenwert als alle 30 deutschen DAX-Konzerne zusammengerechnet. Nach der Bekanntgabe der jüngsten Rekordergebnisse sprang die Apple-Aktie um weitere rund drei Prozent nach oben. Das Unternehmen kommt damit auf einen Wert von über 1,4 Billionen Dollar. Die Top 30 der deutschen Wirtschaft liegen jetzt mit 1,36 Billionen Dollar knapp darunter. Das hat der Guardian ausgerechnet.

Katharina Utermöhl, Senior-Analystin bei der Allianz, twittert dazu: "Diese Zahlen sind nicht nur eine Laune der Statistik. Sie sind ein deutliches Beispiel dafür, wie Europas größte Wirtschaft Gefahr läuft, vom Technologieboom des 21. Jahrhunderts abgehängt zu werden." Zum Vergleich: Softwarehersteller SAP kommt als deutsches DAX-Schwergewicht auf 162 Milliarden Dollar Börsenwert – und ist damit im Vergleich zu Apple eher ein Leichtgewicht. Einer der Gründe für den anhaltenden Boom der Apple-Aktie ist der Erfolg des iPhone 11, der selbst Experten überrascht. Nach neuesten Zahlen der Analysten von Kantar war im Weihnachtsgeschäft 2019 in den USA und Europa jedes zehnte verkaufte Smartphone ein iPhone 11 oder ein iPhone 11 Pro.

Demnächst am Start: 117 neue Emojis

Die Emoji-Generation 2020 ist da. Das zuständige Unicode-Konsortium hat jetzt 117 neue Zeichen vorgestellt, die die Hard- und Softwarehersteller voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte auf Smartphones, Tablets, Computer und andere Geräte bringen. Auch im neuen Emoji-Standard 13.0 spielen Vielfalt und Gender-Themen wieder eine große Rolle – unter anderem mit einer regenbogenfarbigen Piñata, mit der Transgender-Fahne, mit bärtigen männlichen Bräuten samt Schleier und vielen neuen Figuren, die sich keinem Geschlecht zuordnen lassen.

Sogar der Weihnachtsmann wird als "Mx. Claus" Gender-neutral. Das häufig geforderte lächelnde Gesicht mit einer Träne gehört ebenso zu den neuen Emojis wie weitere Tiere wie schwarze Katze, Bison, Mammut, Biber, Eisbär oder Dodo-Vogel. Für Leib und Magen sind Blaubeeren, Oliven, Paprika, Fladenbrot, Tamale, Fondue und Blasentee neu im Angebot. Freunde der Anatomie können erstmals Herz und Lunge als einzelne Körperteile verschicken. Und auch die vielseitig einsetzbare italienische Hand-Geste ("Was willst Du?!!") mit den aneinander gelegten Fingern wird erstmals zum Emoji.

PEAQ: Eigenmarke von MediaMarkt/Saturn mit Tablets und Notebooks

Bisher haben MediaMarkt und Saturn ihre Eigenmarke PEAQ vor allem für Unterhaltungselektronik genutzt. Nun bietet der Elektro-Riese aus Ingolstadt erstmals Tablets und Notebooks unter diesem Label an. Die Geräte liegen preislich im Einsteigerbereich und sollen Discounterware beispielsweise von Aldi Konkurrenz machen. Im Angebot sind zwei Tablets und drei Notebooks zwischen 119 und 430 Euro, die ab sofort in den Märkten und online verfügbar sind.

Günstigstes Gerät ist das 10,1 Zoll große Tablet PEAQ PET 100-H232T für 119 Euro, das mit 150 ppi allerdings nur auf eine bescheidene Bildschirmschärfe kommt. Mit LTE-Modem kostet das gleiche Tablet 139 Euro. Das Windows-10-Notebook PEAQ Slim PNB S130-PA4128DT mit 13,3-Zoll-Display startet bei 300 Euro. Das 15,6 Zoll große PEAQ Classic PNB C150 bieten MediaMarkt und Saturn mit 256 GB SSD-Speicher für 380 Euro an, und mit 512 GB für 430 Euro. Mit einem Erweiterungs-Slot lässt sich der Speicherplatz jeweils um weitere 1 TB aufrüsten.

Angriff auf Aldi: MediaMarkt und Saturn bieten jetzt eigene Einsteiger-Notebooks an.

Lime: E-Scooter mit Gehsteig-Warner

Im kommenden Frühjahr feiern die Elektrostehroller ihr einjähriges Jubiläum in Deutschlands Städten. Die Spaßvehikel bleiben umstritten – nicht zuletzt wegen undisziplinierter Nutzer, die vielfach betrunken oder zu zweit auch über Gehsteige rollern. Zumindest das letzte Problem will E-Scooter-Verleiher Lime jetzt lösen, mit einem Gehsteig-Warner. Mit Hilfe von GPS und Beschleunigungsmesser kann Lime künftig exakt feststellen, ob seine Nutzer auf dem Gehweg fahren, und dann Verwarnungen aussprechen.

Ein Pilotversuch läuft jetzt im kalifornischen San José. Wenn die künstliche Intelligenz feststellt, dass ein Nutzer mehr als die Hälfte seiner Fahrt auf dem Gehweg unterwegs war, erfolgt per App die "gelbe Karte": "Um mit anderen Menschen fair umzugehen, benutze das nächste Mal bitte die Straße!" Auf einer Karte sind die entsprechenden Passagen rot markiert. Lime will Gehsteig-Fahrten mit einer Genauigkeit von 95 Prozent erkennen. Theoretisch wäre es damit auch denkbar, einen E-Scooter zu stoppen, der auf dem Gehweg fährt. Solch eine Zwangsabschaltung plant Lime derzeit aber offenbar noch nicht.

Erwischt! Der E-Scooter-Verleiher Lime verteilt künftig per App „gelbe Karten“ an Gehsteig-Fahrer.

Fernseher: 4K immer deutlicher vor Full HD

Auch wenn es noch kaum Fernsehsendungen in 4K gibt: In Deutschland setzen sich 4K- bzw. UHD-Fernseher zunehmend durch. Laut neuer GfK-Zahlen stieg der Anteil der UHD-TVs am Gesamtmarkt im vergangenen Jahr um zehn Prozentpunkte von 55 auf 65 Prozent. Im Weihnachtsgeschäft waren es bereits über 70 Prozent. Und für 2020 rechnet der Lobbyverband Deutsche TV-Plattform damit, dass drei von vier verkauften Fernsehern Ultra HD-Geräte sind.

Grund dürfte vor allem der starke Preisrückgang von UHD-Fernsehern sein, die Full-HD-Geräte fast komplett aus dem Angebot verdrängt haben. Damit stehen mittlerweile rund 14 Millionen UHD-Fernseher in deutschen Haushalten. Und diese Geräte werden immer größer. Denn der Trend zu Riesen-Fernsehern hielt auch 2019 an. Am beliebtesten waren 55-Zoll-Bildschirme mit knapp 1,5 Millionen verkauften Geräten. Den stärksten Zuwachs verzeichnete die 65-Zoll-Kategorie mit einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Blütezeit der besonders scharfen UHD-Fernseher ging auch 2019 in Deutschland weiter.

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