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Tech-Kolumne
TechTäglich: ARD und ZDF verlängern SD-Übertragungen

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Verlängerung der SD-Übertragungen und dem Apple-Rückzug ins Home Office.

Text: W&V Redaktion

15. Juli 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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ARD und ZDF verlängern SD-Übertragungen

Ab Januar 2021 wollten ARD und ZDF die SD-Ausstrahlung via Satellit beenden. Jetzt stellt sich heraus: Es geht doch bis 2024 weiter! Zum einen befürchten die Öffentlich-Rechtlichen, dass sich der Wegfall von SD in Coronazeiten nicht hinreichend kommunizieren lässt. Zum anderen profitieren die Sender wohl von einem Sonderangebot des Satellitenbetreibers Astra. Außerdem bevorzugen Satelliten-Kunden aufgrund der hohen Zusatzkosten für HD und UHD 4K wohl weiterhin Programme in SD.

Die Anstalten werden die Verlängerung der SD-Ausstrahlung, die einen zweistelligen Millionenbetrag kosten wird, allem Anschein nach querfinanzieren. Zu hoffen bleibt, dass der UHD-Ausbau nicht darunter leidet, auch wenn Experten wie etwa die Insider des Portals Digitalfernsehen dies befürchten. Die Privatsender zeigen ihre Programme zunächst weiter in SD, um möglichst viele Haushalte versorgen zu können. Von der Verlängerung der SD-Übertragungen sind besonders Hardware-Hersteller betroffen. Erst waren Olympia und EM abgesagt worden, jetzt haben Kunden erst recht keinen Grund, umzurüsten.

Weiter geht es mit SD: Die alten Schüsseln bleiben auf dem Dach.

Apple-Mitarbeiter: Home Office bis 2021

Die Arbeitswelt verändert sich durch Corona nachhaltig, die Zahlen infizierter Menschen steigen vor allem in den USA in großem Ausmaß – und Apple reagiert: Erneut werden viele Apple Stores, die schon wiedereröffnet hatten, geschlossen. 80 Ladengeschäfte des Konzerns sind USA-weit betroffen. Die Retail-Chefin Apples, Deidre O’Brien, hat die Store-Mitarbeiter in einem Memo aufgefordert, falls möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Zur Umsetzung des Homeoffice können sich die Betroffenen für das Programm "Retail at Home" anmelden.

O’Brien versprach, dass Apple Corona-Testkits nach Hause schicken lassen wird, um die Ausweitung der Pandemie einzuschränken. Fazit des Memos: Apple geht nicht mehr davon aus, dass alle Stores und Büros vor Ende 2020 zum Normalbetrieb zurückkehren. Passend zum Thema Home Office sei noch mal an Apples neuen Kurzfilm mit dem Schauspiel-Ensemble "The Underdogs" erinnert – der Clip präsentiert neue Routinen spielerisch, aber auch informativ, um Hilfestellung in Coronazeiten zu geben.

Neuer Flight Simulator von Microsoft

Auf den Microsoft Flight Simulator fliegen PC-Gamer seit Jahren: Jetzt hat die Version 2020 endlich ein Release-Date. Am 18. August erscheinen gleich drei Editionen, die sich jetzt vorbestellen lassen. Los geht es mit der Standard Edition für 69,99 Euro (oder für 4 Euro monatlich im Xbox Game Pass enthalten). Die kleinste Version "20 hochdetaillierte Flugzeuge mit einzigartigen Flugsimulationsmodellen und 30 besonders akkurate und lebensechte internationale Flughäfen".

Wer 90 Euro ausgibt, erhält die Deluxe Edition mit fünf Extra-Fliegern und fünf weiteren Airports. Die Premium Deluxe Edition (120 Euro) fügt dem Spiel weitere fünf Flugzeuge und Flughäfen hinzu. Nur sie enthält den 787-10 Dreamliner und die besonders spannenden Flughäfen von San Francisco, London Heathrow oder Chicago. Für die 2020er-Version wird es laut Microsoft regelmäßige Updates mit Boni-Fliegern und Flughäfen geben. Wann die Xbox-Version erscheint, hält Microsoft bisher noch geheim.

Großes Update für Ulysses

Die beste Software für Texter, Autoren und Vielschreiber bietet ab sofort noch mehr. Die neue Version 20, ganz aktuell erschienen, führt das Dashboard am rechten Bildschirmrand ein, das verfügbare Features zusammenfasst und einfacher zugänglich macht, zum Beispiel Statistiken zur Zeichenzahl, Schlagwörter und mehr. Die Entwickler erklären: "Zum Dashboard gehört auch eine Gliederung, die es Nutzern erlaubt, sich einen Überblick über die Textstruktur zu verschaffen und einzelne Elemente wie Überschriften, Links, Anmerkungen usw. direkt anzusteuern. Auf iPad und iPhone ist die Gliederung ganz neu."

Version 20 des beliebten Tools erhält dazu erstmals eine Prüf-Funktion für Grammatik und Schreibstil. Sie wird in 20 Sprachen angeboten und ist zum Start nur unter macOS, nicht aber unter iOS verfügbar. Die Basisversion von Ulysses kann kostenlos geladen werden. Wer die Anwendung nutzen möchte, benötigt ein Abo. Dieses beginnt mit einer kostenlosen Testphase. Danach werden monatlich 5,99 Euro oder jährlich 49,99 Euro fällig. Studenten erhalten Ulysses ein halbes Jahr für 11,99 Euro. Für Bestandskunden ist die neue Version 20 gratis.

So sahen Designer nach 1900 unseren Urlaub 2020  

Die australische Reiseversicherung Budget Direct hat in den Archiven gekramt. Wie haben sich die Designer um 1900 den Urlaub 2020 vorgestellt? Die Ideen von damals wurden in Grafiken umgewandelt: "Wir haben zunächst interessante Retro-Futurismus-Bilder gesammelt. Bilder von Visionären, Künstlern und Erfindern, die zeigen, wie die Dinge in Zukunft aussehen könnten. Anschließend haben wir jedes Bild weiter untersucht: Wer hat es erstellt, wo und wann wurde es ursprünglich veröffentlicht sowie alle interessanten Fakten oder wichtigen Merkmale. Schließlich haben wir neue, realistische Renderings basierend auf den Originalzeichnungen erstellt." Klar ist: Nichts davon traf wirklich ein. Aber die Ergebnisse sind sehr spannend.

So glaubten die Menschen um und nach 1900, wir würden uns heutzutage in schwimmenden Gebäuden unter Wasser bewegen oder würden längst andere Planeten bewohnen. Im Interview mit BoredPanda erklärten die Grafiker, die die Szenarien umgesetzt haben: "Wie man sieht, gibt es einen großen Unterschied zwischen dem, was sie sich vorgestellt haben, und der Realität!" So glaubte der Industriedesigner Robert Zeidman 1947 an ein Wohnmobil-ähnliches ziviles Amphibienfahrzeug, das aus dem Meer auftauchen könnte. Ein Ingenieur aus Nizza erträumte sich 1932 einen Unterwasser-Bus für seichte Gewässer. Bei einer Panne sollte sich der Fahrgastraum vom Fahrwerk lösen, um an die Wasseroberfläche zu schweben. Sauerstoff für die Passagiere sollte über Teleskoprohre zugeleitet werden. Faszinierende Ideen, die hier zu besichtigen sind.

Damit wünschen wir einen visionären Mittwoch. Bis morgen bei TechTäglich.

Zu Lande und zu Wasser: das zivile Amphibienfahrzeug.

Nichts für Klaustrophobiker: der Unterwasser-Bus.


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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