Anzeige

Technik-Kolumne
TechTäglich: BMW bringt den Elektroroller der Zukunft

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Elektro-Offensive von BMW und dem Rauchverbot für die neue Xbox.

Text: W&V Redaktion

12. November 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
Anzeige

BMW bringt den Elektroroller der Zukunft

BMW erlebt spannende Tage in Sachen Elektromobilität. Neben dem wuchtigen Elektro-SUV iX und dem ersten Elektro-Wingsuit für Extremsportler haben die Münchner jetzt auch ihre Idee für den urbanen Elektroroller der Zukunft vorgestellt. Das "BMW Motorrad Definition CE 04" trägt nicht nur einen retromäßig angehauchten Namen, sondern sieht auch beinahe cyberpunkig aus. "Vielleicht wird es polarisieren, aber es wird definitiv herausstechen", erklärt Alexander Buckan, Designchef von BMW Motorrad, zur Optik des Vehikels, das im hinteren Bereich nicht verkleidet ist, um die Elektrotechnik auch optisch hervorzuheben. Design-Highlights sind die "schwebende Sitzbank", ein beleuchteter Kofferraum und ein 10,25 Zoll großes Display im Cockpit.

Der bisher größte Bildschirm in einem Roller verbindet sich mit dem Smartphone und soll laut BMW "als Bindeglied zwischen der analogen und digitalen Welt des Nutzers" dienen. Das "Definition CE 04" mit extrem flachen Akkus im Unterboden ist die so gut wie serienreife Version der Studie "Concept Link" aus dem Jahr 2017. Der neue Roller könnte damit bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen. Mit dem "C Evolution" verkauft BMW bereits seit 2014 einen Elektroroller, der zu Preisen um die 14.000 Euro aber ein absolutes Nischenprodukt ist. Und auch bei den simplen Elektro-Stehrollern für die Stadt gibt es Neues: Die schwedische Firma Voi, die auch in Deutschland Scooter vermietet, testet ab dieser Woche in Großbritannien die zweite Generation ihrer Gefährte. Künstliche Intelligenz und GPS sollen dabei Kollisionen mit Fußgängern vermeiden, automatisch den befahrenen Untergrund erkennen und zentimetergenaues Abstellen an Roller-Parkplätzen ermöglichen.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.

Apple: Neues MacBook Air schneller als altes MacBook Pro

Apple hat bei der Präsentation der ersten Mac-Computer mit seinem eigenen M1-Chip nicht zu viel versprochen. Die neue Technik ist laut erster Benchmarks, die jetzt im Netz aufgetaucht sind, offenbar tatsächlich extrem schnell. Das neue MacBook Air, also nicht unbedingt ein High-End-Profirechner, kommt dabei auf ein Single-Core-Ergebnis mit einem Prozessorkern von 1.687 Punkten, und im Multi Core mit mehreren Kernen auf 7.433 Punkte. Die 1.687 Punkte liegen höher als bei jedem anderen aktuellen Intel-Mac. Und beim Multi Core liegt das neue MacBook Air vor jedem aktuellen 16-Zoll-MacBook Pro, sogar vor den stärksten Modellen mit Intels i9-Prozessor.

Das kleine Air läuft laut MacRumors also schneller als die Profi-MacBooks – der M1 stellt die Apple-Hierarchie auf den Kopf. Zur Gesamtleistung eines Rechners zählt aber auch die Grafik-Performance. In seiner Präsentation hat Apple zwar auch für die GPU, für die Grafikeinheit des M1, herausragende Werte versprochen. Zumindest bei der Grafik dürften die klassischen Intel-Macs mit leistungsstarken dezidierten AMD-Grafikkarten aber noch vor den neuen M1-Macs liegen – die im Übrigen annähernd doppelt so schnell laufen wie die neuen iPhones und iPads mit Apples technisch verwandtem A14-Chip.

Alarmstufe Rot für die Konkurrenz: Apples neuer M1-Chip ist sogar im MacBook Air schneller als bisherige Profi-Macs.

Wegen Corona: Spiele-Apps boomen

Corona und die Langeweile vieler Nutzer haben in den vergangenen Monaten zu einem gewaltigen Boom von Spiele-Apps geführt. Das geht aus dem neuen Bericht "The State of Gaming App Marketing" der Analysten von AppsFlyer hervor, die dafür in den ersten drei Quartalen weltweit 9,2 Milliarden installierte Apps ausgewertet haben. Demnach stieg die Zahl der Spiele-Installationen im Vergleich zu Q1 bis Q3 2019 um 45 Prozent. Die Einnahmen durch zahlende Nutzer sind durchschnittlich sogar um 95 Prozent angewachsen, haben sich also fast verdoppelt. Vor allem Casual Games zum Zwischendurch-Daddeln sind extrem gefragt. Der Trend bei der Vermarktung der Spiele geht dabei ganz klar zu den umstrittenen In-App-Käufen, und weg von Werbung innerhalb der Spiele.

Laut AppsFlyer stiegen die Einnahmen durch Zusatzkäufe innerhalb von Apps zwischen Februar und August um 67 Prozent. Der In-App-Werbeumsatz sank dagegen im gleichen Zeitraum um 16 Prozent. Obwohl die Extrakäufe, zu denen Nutzer in kostenlosen "Freemium"-Apps oft regelrecht gedrängt werden, allgemein als extrem nervig gelten, schließen die Marktforscher daraus: "Es gibt klare Anzeichen dafür, dass Verbraucher gegenüber In-App-Werbung immer weniger tolerant werden und bereit sind, mehr innerhalb der App auszugeben." Das könnte auch daran liegen, dass Eltern versuchen, ihre zuhause gebliebenen Kinder mit Spiele-Apps zu beschäftigen – selbst, wenn das Geld kostet.

Corona und die Folgen: Smartphone-Spiele boomen.

Loser.com: Neue Website für Donald Trump

Wer den Schaden hat, braucht für den Internet-Spott nicht zu sorgen. Dementsprechend ist US-Wahlverlierer Donald Trump jetzt völlig zurecht unter der Internet-Adresse loser.com ("Verlierer") zu finden. Wer die Adresse eingibt, landet automatisch auf Trumps englischsprachigem Wikipedia-Eintrag. Dem Noch-Präsidenten ergeht es damit ähnlich schlecht wie seinem Vor-Vorgänger George W. Bush, der zwischen 2004 und 2007 bei der Google-Suche nach dem Begriff "Miserable failure" ("Jämmerlicher Versager") meist als erster Eintrag auftauchte. Erst danach schob Google diesem Jux von Bush-Gegnern einen Riegel vor.

Der anonyme Inhaber von loser.com nutzt die Adresse seit Jahren dafür, um Prominente zu verspotten, die ihm unangenehm aufgefallen sind. Die Verlierer-Domain verlinkte laut Standard auch schon auf Hillary Clinton, Kanye West und den angeblichen Bitcoin-Erfinder Craig Steven Wright. Die Spott-Adresse wurde 1995 erstmals registriert und gehörte lange Zeit einem Mann aus dem US-Bundesstaat South Carolina. Ob er nach wie vor für den Schabernack verantwortlich ist, lässt sich nicht mehr ermitteln. Denn die Domain-Abfrage ist seit 2014 zum Schutz der Privatsphäre anonymisiert.

Verlierer: Die Adresse loser.com verlinkt auf den Wikipedia-Eintrag von Donald Trump.

Microsoft: Rauchverbot für neue Xbox

Im Schatten der PlayStation 5 sind jetzt auch die neuen Microsoft-Konsolen Xbox Series X und Xbox Series S erschienen. Einige der ersten Käufer veranstalten jede Menge Unfug mit den neuen Xboxen, um ihre Klickzahlen bei Instagram oder Youtube in die Höhe zu treiben. In Videos ist zu sehen, wie Konsolen in Rauch aufgehen, oder wie ein Tischtennisball berührungslos über dem Lüftungsgitter der Xbox schwebt. Angeblich soll das Gerät so leistungsstark sein, dass es dieses physikalische Wunder ermöglicht. Bei den Videos handelt es sich aber ausnahmslos um Fake.

Für besonders viel Aufregung sorgen laut The Verge jetzt die Clips von in Rauch gehüllten Xboxen – die zeigen sollen, dass die neuen Konsolen schon kurz nach dem Kauf ihren Geist aufgeben. Dafür blasen Spaßvögel den Dampf von E-Zigaretten in die Geräte, und filmen dann den aufsteigenden angeblichen Rauch. Weil der feuchte Dampf die Technik beschädigen kann, sah sich Microsoft jetzt auf Twitter zu einem offiziellen Rauchverbot für sein neues Spielzeug veranlasst: "Wir können gar nicht glauben, dass wir das sagen müssen. Aber bitte blast keinen Rauch von E-Zigaretten in Eure Xbox Series X!"

Auf keinen Fall Fake ist die Info, dass für die nächsten drei Ausgaben an dieser Stelle wieder der Kollege Michael Gronau aus Berlin für Tech-News sorgt. Viel Spaß beim Lesen!

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

Anzeige