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Tech-Kolumne
TechTäglich: BMW startet App Store für Autos

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der neuen Auto-Software von BMW und höheren Preisen für PlayStation-5-Spiele.

Text: W&V Redaktion

3. Juli 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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BMW startet App Store für Autos

Beheizbare Sitze, die sich nur noch für drei Monate im Winter abonnieren lassen – so stellt sich BMW die Zukunft des digitalen Autoverkaufs vor. Im Rahmen ihrer virtuellen Show "BMW Connected Car Beta Days 2020" haben die Münchner jetzt gezeigt, wie ihr App Store für Autos künftig funktionieren soll. Kunden können dabei Extras, deren Hard- und Software bereits ab Werk eingebaut ist, gegen eine Abo-Gebühr freischalten. Bei Diensten wie Fernlichtassistent, Fahrerassistenzsystem oder adaptivem Fahrwerk ist das schon jetzt Realität. Künftig will BMW diesen Bereich deutlich ausbauen. Dann soll es möglich sein, Komfortfunktionen wie beheizbare Sitze oder Gimmicks wie einen speziellen Motorsound für den neuen M4 für bestimmte Zeiträume zu abonnieren – entweder zum Gratis-Test für einen Monat, oder auch gegen Gebühr langfristig für bis zu drei Jahre.

BMW verspricht "maximale Flexibilität und Sicherheit bei der nachträglichen Buchung von Sonderausstattungen". Selbst Gebrauchtwagen lassen sich so nach dem Willen des neuen Besitzers nachträglich digital aufrüsten. CNET klingt weniger begeistert und prophezeit: Wer an einem kalten Wintertag "die Sitzheizung einschalten will, bekommt erstmal den Hinweis, dass er sein Abo erneuern muss". Sonst bleibt der Hintern kalt. Der Autobauer profitiert gleich doppelt: Er erschließt eine neue Einnahmequelle. Und er vereinfacht die Produktion, wenn Autos mit weitgehend gleicher Hard- und Software hergestellt werden können. Voraussetzung für den Abo-BMW ist das bisher umfangreichste Update seines "Operating System 7", das der Autobauer seit 1. Juli bei neu produzierten Fahrzeugen aufspielt. Bereits ausgelieferte BMW mit OS7 sollen das überarbeitete Betriebssystem ab Herbst per Fernwartung erhalten. Solche Aktualisierungen will BMW künftig ebenso wie Tesla ohne Werkstatt-Besuch ausliefern. Sie sollen rund 1 GB groß sein, und in rund 20 Minuten installiert sein.

"Sie haben keine Sitzheizung abonniert!" Der App Store von BMW dürfte für Überraschungen gut sein.

So teuer werden Spiele für die PlayStation 5

Die nächste Generation von Spielkonsolen mit PlayStation 5 und Xbox Series X bringt nicht nur bessere Grafiken – sondern wohl auch höhere Spielepreise. Darauf deuten jetzt erste Informationen aus den USA hin. So hat Spielehersteller 2K Games angekündigt, dass sein im Herbst anstehender Basketball-Hit NBA 2K21 für die PS5 und die neue Xbox 69,99 Dollar kosten wird. Das sind zehn Dollar mehr, als es in den USA seit Jahren für neu veröffentlichte Top-Spiele Standard ist.

In Deutschland sind die Preise vergleichbar. Hier dürften dann aus den bisherigen 60 Euro für große Neuveröffentlichungen 70 Euro werden. Die Hersteller begründen den Preisaufschlag voraussichtlich mit höheren Produktionskosten für die aufwändigen Next-Generation-Spiele, so The Verge. 2K Games hat zudem als erstes Studio eine weitere lukrative Einnahmequelle aufgetan: Für 99,99 Dollar erscheint eine "Mamba Forever Edition" von NBA 2K21. Sie soll nicht nur die verstorbene Basketball-Legende Kobe Bryant feiern – sondern sie läuft auch sowohl auf PlayStation 4 und 5 als auch auf Xbox One und Xbox Series X. Solche teuren "Generationen-übergreifenden" Spiele dürften ab Herbst zum neuen Trend werden.

Loewe: Das sind die neuen Franken-Fernseher

Loewe, der offenbar unkaputtbare oberfränkische Hersteller von Luxus-Fernsehern, hat seine neuen TV-Geräte präsentiert. Die ersten Neuheiten seit der Übernahme durch die Skytec-Gruppe aus der Slowakei bestehen aus zwei LCD-Geräten und zwei OLED-Modellen. Die neuen LCD-Fernseher Loewe bild 3.43 und bild 3.49 kommen in relativ kompakten 43 und 49 Zoll und kosten 1.490 Euro bzw. 1.990 Euro. Die OLED-Varianten bild 3.55 und 3.65 gibt es in 55 Zoll für 2.690 Euro und in 65 Zoll für 3.490 Euro. Die Preise präsentieren sich damit nicht mehr ganz so abgehoben wie früher, liegen aber immer noch spürbar über der asiatischen Konkurrenz von LG oder Samsung.

Die Kronacher wollen den Mehrpreis weiterhin mit exzellentem Design und mit "Made in Oberfranken" rechtfertigen. Dazu kommt die laut 4kfilme.de stark aufgerüstete Technik der neuen Fernseher. Die Bildschirme der LCD-TVs wurden laut Loewe extra für den deutschen Hersteller entwickelt und sollen die übliche LCD-Bildqualität deutlich übertreffen. Bei den OLED-Geräten sind HDR10, Dolby Vision, Alexa-Sprachsteuerung und Lautsprecher mit zusätzlichem Bassreflexrohr an Bord. Sie sollen die Nutzung einer Soundbar für besseren Klang überflüssig machen. Ob das Edel-Konzept gerade in Corona-Zeiten funktioniert und Loewe langfristig retten kann, müssen die nächsten Monate zeigen.

Loewe-Mut: Die Oberfranken greifen Samsung & Co. mit neuen Edel-Fernsehern an.

Twitter verspricht Editier-Funktion – wenn alle Masken tragen

Die Corona-Neuansteckungen in den USA nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Allein am Mittwoch wurden 49.932 neue Fälle registriert – und damit der fünfte Rekordwert innerhalb von acht Tagen. Eine landesweite Maskenpflicht ist dennoch nach wie vor nicht in Sicht. Und der Präsident geht weiterhin davon aus, dass das Virus schon in Kürze von selbst "verschwinden" wird. Um die Weiterverbreitung einzudämmen, wächst in den USA nun auch im Internet die Bewegung, die den Bürgern dringend empfiehlt, Masken zu tragen.

Facebook und Instagram blenden den Masken-Hinweis neuerdings in ihren Newsfeeds ein. Und Twitter hat seit vergangener Nacht fast zwei Millionen Likes mit einem Tweet gesammelt, in dem das Unternehmen verspricht: "Ihr könnt einen Edit-Button haben – wenn jeder eine Maske trägt."

Das Versprechen, das Twitter wohl nie einlösen muss, bezieht sich auf den Wunsch vieler Nutzer, ihre Tweets nachträglich korrigieren zu können. Bisher weigert sich Twitter aber beharrlich. Ob Corona nun zu einem Umdenken führt? Die zahllosen Antworten auf den Tweet sind jedenfalls lesenswert. Während sich die einen Nutzer sofort eine Maske umschnallen, um endlich ihren Editiermodus zu bekommen, befürchtet die Mehrheit: "Es ist praktisch unmöglich, dass jeder eine Maske trägt. Das heißt, wir werden keinen Edit-Button kriegen."

Taiwan-Flughafen bietet Fake-Flüge an

Der Flughafen Songshan in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh bietet jetzt einen Service für alle Fluggäste an, die unter Entzugserscheinungen leiden. Sie können vom Check-in bis zum Einsteigen ins Flugzeug den ganz normalen Ablauf einer Flugreise erleben – nur mit dem Unterschied, dass das Flugzeug nicht abhebt. Nachdem die Fake-Passagiere Platz genommen haben und vom Captain begrüßt wurden, müssen sie wieder aussteigen und nach Hause gehen.

Der Ansturm ist offenbar enorm. 7.000 Menschen, die ihr geliebtes Fliegen vermissen, haben sich schon für den Service registriert – der eigentlich vor allem dafür gedacht ist, dass der Flughafen seine jüngsten Renovierungen endlich den Fluggästen vorstellen kann. Außerdem wollen die Betreiber so ihre Corona-Sicherheitsmaßnahmen zeigen und neues Vertrauen in die Fliegerei wecken. Das Magazin MobileGeeks beschreibt das fluglose Fliegen ausführlich und amüsiert sich: "Klingt für mich so, als hätte man es hier mit einem Angebot zu tun, welches exakt die unangenehmen Teile des Urlaubs abdeckt und die angenehmen dafür komplett ausspart."

Der Flughafen, an dem niemand abhebt – das gibt es nicht nur in Berlin, sondern auch in Taipeh.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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