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Tech-Kolumne
TechTäglich: Corona-App der Telekom unter Beschuss

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Corona-App der Telekom unter Beschuss und digitaler Kunst als TV-Drama.

Text: W&V Redaktion

2. April 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Corona-App der Telekom unter Beschuss

 Ärger für die Telekom: Die sicher gut gemeinte neue COVID-19-App des Providers ist unter Beschuss geraten. Die Telekom hatte die offenbar hastig entwickelte App am Dienstag vorgestellt. Die Anwendung versprach, ein schnelles Corona-Testergebnis zu liefern.

Nach einem Abstrich wird dazu ein QR-Code ausgegeben, der in der "Telekom Healthcare Cloud" ausgelesen werden soll. Doch eine Sicherheitslücke ermöglicht es laut Recherchen des Computermagazins c't, dass Hacker "das Ergebnis mitlesen und sogar verfälschen" können. Das Problem laut c't: "Die Übertragung ist zwar verschlüsselt, die App patzt jedoch bei der Überprüfung des SSL-Zertifkats. Ein Angreifer in der Position eines Man-in-the-Middle kann das Testergebnis abrufen und den Patienten sogar ein falsches Ergebnis unterjubeln." Eine weitere beunruhigende Entdeckung:

"Ruft der Patient das Testergebnis etwa aus dem Netz seines Arbeitgebers ab, kann dieser das Ergebnis ebenfalls einsehen. Ist das Smartphone übers Firmen-VPN verbunden, klappt das sogar im Homeoffice." Zudem soll der Server ein uraltes, bereits abgelaufenes Zertifikat aus 2005 liefern. Die Telekom gab sich auf Anfrage des Portals kleinlaut, bestätigte die Recherche und räumte "einen handwerklichen Fehler" ein. Entwickler BS Software verspricht nun eine sichere Lösung per App-Update. User sollten die derzeitige App-Version bis dahin nicht nutzen, erklärt die Telekom. Man habe "die Applikation sehr kurzfristig entwickelt" und sei "über das selbst gesteckte Ziel hinausgeschossen".

Gut gedacht und offenbar schlecht gemacht: Die Covid-19-App der Telekom sollte erst wieder genutzt werden, wenn das Update bei Apple und Google bereitsteht.

Studie: Immer mehr Misstrauen gegen Online-Bewertungen

Wie beeinflussen Bewertungen das Vertrauen der User im Internet? Dieser Frage sind (nicht ganz uneigennützig) Trustpilot, das weltweit führende und unabhängige Bewertungsportal (W&V berichtete), und Canvas8, eine Agentur für Verhaltensforschung, nachgegangen. Die spannenden Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 2.000 Usern in Großbritannien, Frankreich und den USA, in die weitere Erkenntnis renommierter internationaler Institute wie der Stanford Universität einflossen. Die zentrale Fragestellung: "Welche Bewertungen oder Bewertungsumgebungen fördern das Verbrauchervertrauen und welche beschädigen es?"

Wichtigste Erkenntnis im Rahmen der Studie: "Zensur stört Verbrauchervertrauen." 7 von 10 Befragten fürchten, dass Firmen negative Bewertungen zensieren. 62 Prozent würden kein Portal mehr besuchen, wenn bekannt würde, dass die Seite Zensur von Bewertungen vornehme. Auch interessant: Die höchste Bewertung an Sternen (in der Regel von 5 von 5) macht Verbraucher stutzig. Als authentischer sah die Hälfte der Befragten es an, wenn ein Produkt nicht die volle Stern-Anzahl erreicht hat. 56 Prozent nehmen Produkte mit 5 Sternen in die engere Auswahl, ohne die Bewertungen mit anderen Seiten zu vergleichen.

Marken sollten auch wissen: "64 Prozent der Verbraucher kaufen lieber bei einem Unternehmen, das offen ist für Kundenfeedback und angemessen darauf reagiert, als bei einem perfekt wirkenden Unternehmen. Für 53 Prozent der befragten Verbraucher ist ein realistischer Mix aus positiven und negativen Bewertungen der wichtigste Anreiz bei ihrer Entscheidung für das jeweilige Unternehmen." Für die Zukunft, so die Studie, sei es wichtig, dass Firmen es "Verbrauchern erleichtern, die für sie relevantesten Bewertungen zu identifizieren, das trägt dazu bei, das Vertrauen im Netz zu stärken. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch den drei As: Authentizität, Aktualität und Aufgeschlossenheit."

Stern-Schnuppen: Wenn User das Vertrauen verlieren, hilft die beste Bewertung nicht.

Terminkalender für Gratis-Streaming-Konzerte

Weltweit streamen Nachwuchskünstler in Coronavirus-Zeiten aus ihrem Wohnzimmer im Netz in die Welt hinaus. Doch auch immer mehr prominente Künstler und angesagte Indie-Bands bieten Gratis-Konzerte im Internet an. Bekannte DJs haben sich beispielsweise zur Initiative UnitedWeStream zusammengeschlossen (W&V berichtete).

Jetzt geht die App "BandsInTown", die in normalen Zeiten echte Konzerte auflistet, einen Schritt weiter: Wer sich bei "Streaming on BandsInTown live" mit seiner Mailadresse registriert oder via Facebook verbindet, verpasst nichts mehr und wird über die Highlights der Internet-Konzerte benachrichtigt. Ein Blick in den Kalender von "BandsInTown live" zeigt hochkarätige Lineups für die nächsten Tage. Alles gratis im Netz, z.B. heute Snow Patrol, am Samstag Miley Cyrus und Blue October, am Sonntag Major Lazer, The White Buffalo und Silverstein.

YouTube-Video vom größten Snow-Patrol-Hit "Chasing Cars":

Digitale Kunst erstmals als TV-Drama-Serie

Morgen startet exklusiv bei Amazon Prime Video eine neue aus technischer Sicht bisher einzigartige Streaming-Serie. "Tales from the Loop" wurde von digitalen Gemälden des bekannten Künstlers Simon Stalenhag adaptiert und ist ein visuelles Highlight. Der Schwede wird für seine retrofuturistische Kunst weltweit bewundert.

Amazon verrät vorab zum Story-Play des spannenden Serien-Dramas: "Tales from the Loop" erforscht die Stadt und die atemberaubenden Abenteuer der Menschen, die über dem 'Loop' leben, einer Maschine, die gebaut wurde, um die Geheimnisse des Universums zu entschlüsseln und zu erforschen – und die Dinge, die zuvor der Science-Fiction vorbehalten waren, möglich macht." Zur Schauspiel-Crew gehöre u.a. Rebecca Hall, Paul Schneider und Jonathan Pryce, den viele Zuschauer aus "Game of Thrones" kennen.

 YouTube Trailer:

Erster AirBag für AirPods erschienen

Der beliebte Zubehör-Anbieter Twelve South hat aktuell mit einem neuen Produkt überrascht – dem ersten AirBag für die AirPods, die coolen In-Ears von Apple. Dahinter verbirgt sich ein modisches Accessoire in Form einer Micro-Umhängetasche aus Leder im Vintage-Style. Der AirBag kann über die Schulter oder um den Hals gehängt werden. Das Schutzgehäuse öffnet sich erst, wenn man den Metall-Druckknopf öffnet. Der AirBag kann sogar kabellos geladen werden. Aber der Lederriemen ist auch abnehmbar, wenn man die AirPods herkömmlich per Kabel laden möchte. Interessenten müssen schnell sein: Twelve South limitiert den AirBag (hier für 49,99 US-Dollar zzgl. Versand nach Deutschland).

Damit reißen sich AirPods-Besitzer am Riemen: AirBag ist das neue AirPods-Schutzcase mit modischem Lederriemen.

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