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Technik-Kolumne
TechTäglich: Die beste Twitter-App – jetzt als Abo

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Kursänderung bei Tweetbot und mit dem "Black History"-Monat von Apple.

Text: W&V Redaktion

27. Januar 2021

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Die beste Twitter-App – jetzt als Abo

Twitter-Profis setzen mittlerweile seit zehn Jahren auf Tweetbot, auf die wohl beste Twitter-App für iPhone, iPad und Mac. Während die offizielle "Werks-App" und die mobile App von Twitter viele Nutzer mit endloser Werbung, "empfohlenen Tweets" und durcheinandergewürfelter Timeline verärgern, setzt Tweetbot auf Twitter ohne Gedöns. Keine Werbung, eine rein chronologische Timeline und eine extrem übersichtliche Darstellung – Entwickler Tapbots aus Texas nennt das zurecht "Twitter, wie es sein sollte". Bisher war die App als Einmalkauf zu haben, für 5,49 Euro (iOS) bzw. 10,99 Euro (Mac). Das ändert sich nun zunächst für iOS mit der neuen Version Tweetbot 6, die jetzt erschienen ist. Sie erfordert erstmals ein Abo für 99 Cent im Monat oder 6,49 Euro im Jahr. Sieben Tage zum Testen sind kostenlos.

Mit der Gratisversion lassen sich Tweets ab sofort nur noch lesen. Wer schreiben und alle Funktionen nutzen will, muss abonnieren – zum allerdings absolut fairen und mehr als angemessenen Preis. Mit Tweetbot 6 stellt Tapbots auf die letztes Jahr eingeführte neue Twitter-API v2 um, die auch für externe Entwickler wieder spezielle Funktionen wie Umfragen oder Twitter Cards ermöglicht. Im ersten Hands-on von W&V glänzt Tweetbot 6 durch enormes Tempo und durch viel Komfort, zum Beispiel durch praktische Filterfunktionen für die Timeline. Bisher befindet sich das neue Tweetbot laut Entwickler noch im "Early Access". Weitere Features sollen dazukommen, offensichtliche Fehler in der App lassen sich bisher aber keine ausmachen. Auf dem Mac bleibt es vorläufig beim Einmalkauf von Tweetbot 3. Ob auch hier künftig ein Abo-Modell ansteht, ist noch nicht bekannt.

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Sony: Profi-Smartphone für 2.500 Euro

Mit seinen Xperia-Smartphones macht Sony keinen Stich gegen Apple, Samsung oder Huawei. Weil es den soliden Sony-Handys an herausragenden Funktionen mangelt, ist der Verkauf überschaubar. Und so versuchen es die Japaner nun in der Nische – mit dem neuen Xperia Pro, das sich an Foto- und Film-Profis wendet, und das in den USA spektakuläre 2.499 Dollar kostet. Das dürfte in Deutschland dann auf einen Preis um die 2.500 Euro hinauslaufen. Fürs viele Geld bietet das neue Sony dann auch tatsächlich Features, wie es sie bisher bei Smartphones nicht gab. So ist erstmals ein HDMI-Eingang integriert.

Damit eignet sich das Xperia Pro perfekt als 6,5 Zoll großer Live-Monitor und Sucher für Spiegelreflex- und Systemkameras. Das Display zeigt 4K-Streams mit 60 Bildern pro Sekunde an. Bei der Konkurrenz sind die butterweichen 60 Bilder in aller Regel auf eine Auflösung von 1440p begrenzt. Mit der 5G-Anbindung des Xperia Pro, die besonders störungsfrei funktionieren soll, lassen sich TV-Bilder auch ohne den Umweg über einen Übertragungswagen direkt ins Studio streamen. Sony will hier also ein mobiles Fernsehstudio anbieten. Die Japaner sprechen deshalb laut Petapixel nicht von einem Smartphone, sondern von einem "Kommunikationsgerät". Für die Zusammenarbeit mit dem Xperia Pro wie geschaffen ist Sonys neues Systemkamera-Flaggschiff Alpha 1 mit Vollformatsensor und 50 Megapixel, das jetzt ebenfalls vorgestellt wurde. Preis für die extrem schnelle Profi-Kamera mit 30 Bildern pro Sekunde im Serienbildmodus: 7.299 Euro fürs Gehäuse ohne Objektiv.

Das Sony Xperia Pro will kein Smartphone sein – sondern ein Profi-Tool.

Der dümmere Schachcomputer ist da

Dass Schachcomputer jederzeit in der Lage sind, einen Großmeister vom Brett zu fegen, ist ein alter Hut. Tatsächlich hat die Software ein ganz anderes Problem: Sie ist zu gut! Menschliche Schwächen sind den Programmen naturgemäß fremd. Und das macht das Spielen gegen einen Schachcomputer oft frustrierend. Es fühlt sich nicht an, wie gegen einen "echten" Menschen anzutreten. Die neue Schach-Software Maia will das jetzt ändern. Die kanadischen Entwickler von der Universität Toronto haben in die künstliche Intelligenz ganz bewusst menschliche Schwächen eingebaut, wie sie Schachspielern unterlaufen.

"Aktuelle Schach-KIs haben keine Vorstellung davon, welche Fehler Menschen auf einem bestimmten Fähigkeitsniveau typischerweise machen", erklärt Forscher Ashton Anderson. Maia dagegen kennt quasi als "Schwachcomputer" diese Schwächen, und ahmt sie bestmöglich nach. 50 Prozent der Züge, die die Software macht, sollen bereits komplett "menschlich" sein, mit allen Qualitäten und Defiziten echter Spieler. Herausfordern lässt sich das Programm auf der Plattform Maia Chess. Dort hat die Software laut TechSpot bisher 66.000 Spiele gewonnen – aber auch 40.000 verloren. Das klingt angenehm menschlich.

Neu – der semischlaue Sch(w)achcomputer.

Neue Watch: Apple feiert "Black History"-Monat

Bei Apple steht der Februar ganz im Zeichen des "Black History Month" – einer weltweiten Initiative, die es bereits seit rund 100 Jahren gibt, und die farbige und schwarze Kultur mit ihrem Beitrag zur Geschichte der Menschheit feiert. Apple präsentiert auf allen seinen Plattformen vier Wochen lang Filme, Musik, Apps, Bücher und vieles mehr rund ums Thema "Black History". Nutzer von Apple Music können sich mit Playlists in Meisterwerke aus Jazz, Blues, Soul, Gospel oder R&B vertiefen. Apple Maps präsentiert, soweit derzeit möglich, Firmen, Geschäfte und Restaurants mit einem Hintergrund in der schwarzen Kultur.

Dazu kommen unter anderem neue Podcasts mit Michelle Obama und die Fortsetzung der Apple TV+-Reihe mit Oprah Winfrey. Als limitierte Ausgabe verkauft Apple ab 1. Februar eine Watch Series 6 aus der "Black Unity Collection" mit speziellem Armband, das an die panafrikanische Flagge erinnert und das mit den Worten "Truth, Power, Solidarity" graviert ist. Die Erlöse aus dem Verkauf gehen teilweise an Organisationen, die sich gegen Rassismus und für Gleichberechtigung einsetzen. Zur "Black History"-Watch gehört ein neues Zifferblatt im gleichen Design, das sich im Laufe des Tages mit den Bewegungen des Nutzers immer wieder verändert. Dieses Watchface ist auch für die normale Apple-Uhr verfügbar, mit der gerade erschienenen Aktualisierung auf watchOS 7.3.

Truth, Power, Solidarity – das Motto für Apples Watch-Sondermodell.

Amazon-Wachhund: Alexa bellt jetzt

Da erhält das Wort "Doorbell" eine ganz neue Bedeutung. In den USA können Nutzer von Amazon-Assistentin Alexa ihren Echo-Lautsprecher ab sofort wie einen Wachhund bellen lassen. Das soll Einbrecher abschrecken, die sich möglicherweise vor der Tür oder im Garten befinden. Die neue Funktion gehört zum Sicherheitspaket "Alexa Guard Plus", das Amazon für 4,99 Dollar im Monat oder 49 Dollar im Jahr anbietet. Damit testet der US-Konzern laut CNBC eine weitere Möglichkeit, mit Alexa auch laufende Einnahmen zu erzielen.

Einmal eingerichtet, reagiert der virtuelle Wachhund automatisch auf verdächtige Geräusche im Umfeld des Hauses – und versucht, herumlungernde Ganoven mit lautstarkem Bellen zu verscheuchen. Das Sicherheitspaket bietet aber auch noch andere Funktionen: Alexa kann eine Sirene auslösen oder einen Wachdienst alarmieren. Außerdem ist das System in der Lage, die Beleuchtung im Haus bei Abwesenheit so zu steuern, dass es den normalen Gewohnheiten der Bewohner entspricht. Das soll dann glaubwürdiger und abschreckender wirken.

Vorsicht, Einbrecher! Der Amazon-Wachhund passt auf.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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