Anzeige

Tech-Kolumne
TechTäglich: Die Rückkehr von Loewe

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages. Das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V, die von Montag bis Freitag erscheint – immer um 11 Uhr. Heute mit dem nächsten MacBook Pro und mit Fake-Schnee aus dem Weißen Haus.

Text: W&V Redaktion

14. Januar 2020

Die Technik-Kolumne von W&V
Anzeige

Zur IFA: Loewe kehrt zurück

Rückkehr eines großen Namens. Nach der Insolvenz im vergangenen Jahr präsentiert Loewe auf der IFA 2020 Anfang September in Berlin wieder neue Fernseher und Audio-Hardware. Hinter dem Comeback steht die zypriotische Beteiligungsgesellschaft Skytec, die die Markenrechte 2019 übernommen hatte. Vom „Made in Oberfranken“ der Traditionsfirma bleibt dabei aber nicht viel übrig. Denn die Geräte werden nicht mehr wie einst in Kronach produziert. Dort belässt Skytec lediglich Produktentwicklung, Vertrieb und Marketing mit zunächst rund 40 Mitarbeitern. Mittelfristig sollen dort wieder bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen.

Skytec will seine Neuerwerbung wieder im „Premiumsegment“ etablieren. Billig-TVs von Loewe soll es also auch weiterhin nicht geben. Wie die deutsche Marke künftig höhere Preise als Fernseh-Riesen wie LG oder Samsung rechtfertigen will, ist noch unklar. Die neuen Besitzer planen ab 2021 erstmals auch Smartphones und Haushaltsgeräte wie Kühlschränke unter der Marke Loewe. Die Experten von 4kfilme.de rätseln noch, ob die neuen Geräte überzeugen können, oder ob es sich nur um eine „Zombiemarke handelt, die für günstige Produkte herhalten muss“. Beispiele dafür gibt es mit Grundig oder Blaupunkt bereits einige.

The lion sleeps tonight. Aber im September 2020 soll Loewe mit neuen Fernsehern wieder aufwachen. Foto: Loewe

OnePlus zeigt Hertz: Neuer Super-Bildschirm

Zuletzt hatten sich die großen Smartphone-Hersteller bei ihrem Wettrennen um die neueste Technik vor allem auf die Kameras konzentriert. Immer mehr Linsen auf der Rückseite, möglichst unsichtbare Kameras an der Front – das waren die wichtigsten Argumente bei Samsung, Huawei oder Apple. 2020 rückt offenbar wieder der Bildschirm in den Vordergrund. Das ambitionierte chinesische Start-up OnePlus hat jetzt eines der ersten Smartphone-Displays mit einer Bildwiederholungsrate von 120 Hertz angekündigt. Es dürfte in den 2020er-Flaggschiffen OnePlus 8 und OnePlus 8 Pro zum Einsatz kommen.

Die 120-Hz-Panels, die offenbar Samsung zuliefert, sollen für eine extrem geschmeidige Darstellung von Filmen oder Spiele-Apps sorgen. Touch-Eingaben will OnePlus sogar mit einer Frequenz von 240 Hz erfassen, und damit Befehle noch schneller und flüssiger verarbeiten. „Wir sind sicher, dass das neue 120 Hz Fluid Display von OnePlus das beste sein wird, das Sie 2020 sehen werden“, lässt sich CEO Pete Lau in einer Pressemitteilung zitieren. Angeblich arbeiten auch Samsung und Apple bereits an 120-Hz-Displays für ihre nächsten Top-Smartphones.

Schon das OnePlus 7 mit 90-Hz-Schirm bekam 2019 exzellente Kritiken. Und beim Nachfolger soll’s dieses Jahr noch geschmeidiger laufen. Foto: OnePlus

Apple meldet MacBook Pro mit Top-Tastatur an

Auf diese Nachricht haben viele Apple-Fans gewartet. Nachdem der US-Konzern Ende 2019 endlich wieder ein MacBook Pro mit vernünftiger Tastatur veröffentlicht hatte, sollen nun weitere Apple-Laptops das neue „Magic Keyboard“ erhalten. Der Marktstart könnte bereits in den nächsten Wochen erfolgen. Denn Apple hat gerade ein neues, bisher unbekanntes MacBook mit der Modellnummer A2289 bei der euro-asiatischen Zulassungsbehörde EEC angemeldet. Deren Genehmigung ist die Voraussetzung für den Verkauf neuer Hardware.

Beim neuen MacBook Pro dürfte es sich um den Nachfolger des aktuellen 13-Zoll-Modells handeln, das erneut mit 13-Zoll-Display oder sogar mit 14 Zoll erscheinen könnte. Zur Erinnerung: In den letzten Jahren hatte Apple viele Kunden mit so genannten Butterfly-Tastaturen verärgert, die laut klapperten und ein schlechtes Schreibgefühl boten – ein zu hoher Preis für minimal dünnere MacBooks. Beim 16-Zoll-Pro ist Apple Ende letzten Jahres erstmals zum bewährten Scheren-Mechanismus zurückgekehrt, und hat dafür viel Lob von Kritikern und Käufern erhalten. Die neuen Tastaturen sollen nun nach und in allen Modellreihen eingeführt werden.

Das Tastengebet wurde erhört: MacBooks bekommen wieder erstklassige Keyboards. Foto: Apple

Morgen kommt der neue Windows-10-Browser

Microsoft erlebt eine ereignisreiche Woche. Heute endet über zehn Jahre nach der Veröffentlichung offiziell die Unterstützung von Windows 7. Viele Millionen Rechner, die weltweit immer noch das veraltete Betriebssystem verwenden, bleiben ab sofort auch bei schweren Sicherheitslücken ungeschützt, weil Microsoft keine Patches mehr bereitstellt. Wer jetzt noch mit Windows 7 surft, lebt also höchst gefährlich. Experten rechnen mit einer Welle von Hackerangriffen.

Morgen erscheint dann offiziell der neue Browser Edge Chromium für Windows 10 ab Build 1803. Er basiert erstmals nicht mehr auf einer Microsoft-Eigenentwicklung, sondern auf Googles Open-Source-Technik Chromium, die auch Konkurrenten wie Brave oder Opera einsetzen. Der neue Edge ist seinem Vorgänger in Sachen Geschwindigkeit, Komfort und Sicherheit deutlich überlegen. Microsoft will ihn in den nächsten sechs Wochen nach und nach automatisch für alle Nutzer bereitstellen. Wer – beispielsweise für Testzwecke – den alten Edge behalten will, kann bei Microsoft ein Toolkit herunterladen, das die Aktualisierung verhindert.

Der Edge für 2020: Morgen kommt Microsoft mit dem neuen Browser um die Ecke. Foto: Microsoft

Fake-Schnee im Weißen Haus

Das Weiße Haus schafft es erneut meisterlich, die Internet-Nutzer zu verwirren. Am Wochenende hatte „The White House“ (@WhiteHouse) ein Bild des Präsidentensitzes mit Schneeflocken und dem Text „Der erste Schnee des Jahres“ getwittert. Zum Zeitpunkt des Postings hatte es in Washington allerdings 21 Grad Celsius – und zwar 21 Grad plus, und nicht 21 Grad minus. Von Frau Holle somit keine Spur.

Der Fake-Schnee sorgte für viel Belustigung unter den Twitter-Usern. Motto: „Müsst ihr eigentlich über alles lügen?“ Auflösung des Rätsels: Das Bild stammt vom 7. Januar, als es in Washington tatsächlich schneite. Die Trump-Administration postete das Foto aber erst Tage später, als sich der Winter längst wieder verabschiedet hatte. Aktualität scheint nicht die Stärke des (Schnee)weißen Hauses zu sein.

Anzeige