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Technik-Kolumne
TechTäglich: Ebay – 25.000 Dollar für PlayStation 5

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Wucher um die neue Konsole von Sony und mit den besten CO2-Messgeräten.

Text: W&V Redaktion

18. September 2020

TechTäglich ist die Technik-Kolumne von W&V.
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Ebay: 25.000 Dollar für PlayStation 5

Die PlayStation 5 ist Gold wert – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Aus Österreich kam jetzt ein Ebay-Angebot für eine mit 24 Karat vergoldete PS5, die 6.290 Euro kosten soll ("50% Anzahlung sofort fällig!"). Und auch sonst blüht zwei Tage nach der offiziellen Ankündigung des Starttermins (12. November USA, 19. November Deutschland) und der Preise (ab 400 Euro) der Wucher rund um die neue Sony-Konsole. Weil die PS5 derzeit bei allen Händlern als Vorbestellung ausverkauft ist, liegen die meisten Ebay-Angebote zwischen 750 und 1.000 Euro. Aber auch 3.000 Euro bis 4.000 Euro waren in den letzten ein, zwei Tagen weit verbreitet. Und CNET hat allen Ernstes eine PlayStation 5 für 25.100 Dollar gesichtet.

Legal ist keines dieser Angebote. Denn Ebay schreibt vor, dass Ware spätestens 30 Tage nach Kaufabschluss verschickt werden muss. Und diesen Termin kann derzeit fast zwei Monate vor Veröffentlichung naturgemäß kein Verkäufer einhalten. Deshalb löscht Ebay derzeit permanent Offerten für die PlayStation 5 – während minütlich wieder neue Konsolen dazukommen. Sinnvoll ist dieses Wettrennen nicht. Denn bereits am 22. September erhalten die Händler laut Sony neue Kontingente für die Vorbestellung. Und CEO Jim Ryan verspricht, dass es zum Start im November mehr Konsolen gibt als 2013 bei der PlayStation 4. Außerdem lohnt es sich ohnehin, mit dem Kauf bis 2021 zu warten. Denn die ersten Spiele wie "Spider-Man: Miles Morales" oder "Demon’s Souls" sind nicht allzu aufregend.

Gamer-Traum: In dieser Verpackung steht die PlayStation 5 im Laden – wenn man sie findet.

Nintendo stellt 3DS-Konsole ein

Ende Legende: Nintendo hat die Produktion seiner tragbaren Konsole 3DS nach neun Jahren und nach 76 Millionen verkauften Exemplaren eingestellt. "Die Herstellung der 3DS-Familie ist beendet" – so zitiert die BBC die japanische Nintendo-Website. Damit geht eines der wichtigsten Kapitel der Videospiele-Geschichte zu Ende. Denn schlussendlich war der 3DS der letzte Nachfolger des Game Boy. Erstmals seit dessen Start 1989 bietet Nintendo damit neben seiner Hauptkonsole, also derzeit der Switch, kein zweites, tragbares Gerät an. Der 3DS war die erste und einzige Konsole, die auf einem ihrer beiden Bildschirme einen 3D-Effekt ohne Brille ermöglicht hat.

Das sorgte nicht nur bei vielen Nutzern für Kopfschmerzen – sondern auch bei Nintendos Konkurrenz. Denn der 3DS verkaufte sich jahrelang prächtig. Weil der neue und mobile Switch-Ableger Switch Lite aber drastisch leistungsfähiger ist, und um die 200 Euro auch relativ erschwinglich, lief der 3DS zuletzt immer schlechter. Im ersten Quartal 2020 setzte Nintendo weltweit nur noch 69.000 Stück ab. Die Produktion eigener Spiele für den Konsolen-Oldtimer hatten die Japaner bereits letztes Jahr eingestellt.

Mit dem Aus für den 3DS endet nach drei Jahrzehnten auch die Geschichte des Game Boy.

iOS 14.2: Shazam jetzt im Control Center

Erst am Mittwoch (16. September) hat Apple seine Software-Aktualisierungen iOS 14, iPadOS 14, tvOS 14 und watchOS 7 veröffentlicht, die sich ab sofort kostenlos auf iPhone, iPad, Apple TV und Watch laden lassen. Doch die Updates für die Updates stehen schon vor der Tür. Entwickler haben am Donnerstag bereits iOS 14.2 erhalten, die nächste Aktualisierung fürs iPhone. Wichtigste Neuerung ist die erstmalige Integration von Shazam direkt ins Betriebssystem. Dieses Feature ist offenbar nicht rechtzeitig zum offiziellen Start von iOS 14 fertig geworden.

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Der populäre Musikerkennungs-Dienst ist nun direkt im Control Center des iPhones verfügbar, ohne die App aufzurufen. Diese Neuerung können die Nutzer in den Einstellungen des Control Centers aktivieren. So lassen sich Songs, die man nicht kennt, wesentlich schneller identifizieren – sogar beim Hören per Kopfhörer. Damit, so 9to5Mac, ist Shazam zwei Jahre nach der Übernahme durch Apple nun so tief in iOS integriert wie bisher noch nie. "Normale" Third-Party-Apps, die nicht zu Apple gehören, lassen sich dagegen nicht ins Control Center einbeziehen.

Sing meinen Song: Apple integriert Shazam direkt in iOS

Das sind die besten CO2-Messgeräte

Der Kampf gegen Corona besteht aus vielen Mosaiksteinen, von der Maske bis zum Händewaschen. In Innenräumen wie Schulen oder Büros ist das Lüften besonders wichtig. CO2-Messgeräte können dabei eine große Rolle spielen. Sie registrieren die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) in einem Raum. Je mehr Menschen gemeinsam in einem Klassenzimmer, einem Büro oder einem Restaurant sitzen, desto schneller steigt durch das Ausatmen der CO2-Anteil in der Luft. Und von der CO2-Konzentration lässt sich direkt auf die Menge der in der Luft schwebenden Aerosole schließen. Diese Mini-Partikel sind einer der Hauptüberträger des Coronavirus. Deshalb gilt: Je schlechter und stickiger die Luft, desto höher die Ansteckungsgefahr.

Ein CO2-Messgerät gibt genau an, wann ein kritischer Punkt erreicht ist, und wann gelüftet werden muss. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb den Einsatz in Schulen und Büros. Seit Corona haben bei Händlern wie Amazon solche Messgeräte Hochkonjunktur. Die Preise beginnen bei 20 Euro, und gehen hoch bis rund 200 Euro. Im aktuellen Test von vergleich.org zeigen sich die meisten Geräte als sehr zuverlässig. Nur das Billigmodell "Technoline CO2-Messer" für unter 20 Euro fällt ab. Preis-Leistungs-Sieger ist das "Kecheer CO2-Messgerät" für 100 Euro, das bis auf 40 ppm (Parts per Million) genau misst, und das dank Akku auch noch besonders praktisch ist. Brauchbare Geräte gibt es ab etwa 50 Euro.

Klasse! CO2-Messgeräte helfen beim Kampf gegen Corona, die kritische Grenze liegt bei 1.000 ppm (Parts per Million).

Mit Bluetooth: Der CD-Player der Zukunft

Vinylplatten haben im ersten Halbjahr 2020 in den USA erstmals seit den 80ern wieder für mehr Umsatz gesorgt als CDs. Aber auch die CD, die nicht so cool ist wie Vinyl und nicht so praktisch wie Streaming, ist nicht totzukriegen. Die Retrotechnik-Spezialisten NINM Lab aus Hongkong finanzieren auf Kickstarter jetzt den tragbaren CD-Player "Long Time No See", der alte und neue Technik verbindet. Solche Funktionen waren tatsächlich noch nie zu sehen. Der Player im Format einer Hülle für Doppel-CDs bietet einen Micro-USB-Anschluss zum Laden und vor allem Bluetooth 5.0 für den Betrieb mit modernen drahtlosen Kopfhörern. Vorhang auf für CD-Musik mit AirPods!

Als besonderen Gag hat NINM einen Deckel mit Mini-Lautsprecher eingebaut, der Musikhören auch ohne Kopfhörer ermöglicht. Die erhoffte Finanzierungssumme von rund 10.000 Euro hat der "Long Time No See", den es ab 87 Euro gibt, bereits nach einem Tag um mehr als das Dreifache übertroffen. Für einen Kauf sprechen mehrere Gründe: NINM Lab gilt als zuverlässiger Anbieter auf Kickstarter, 2019 hat die Firma bereits einen Bluetooth-Kassettenrecorder auf den Markt gebracht. CDs klingen immer noch besser als komprimierte MP3-Dateien. Außerdem belasten sie weder Mobilfunk-Flatrate noch den Speicherplatz auf dem Smartphone. Und wenn der Handy-Akku längst leer ist, läuft die CD-Musik mit zwei AA-Batterien/Akkus einfach weiter.

Lange nicht gesehen! Der CD-Player ist wieder da.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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