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Tech-Kolumne
TechTäglich: Erste Corona-Maske mit LED-Display

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der ersten Corona-Maske mit LED-Display und den beliebtesten Homeoffice-Gadgets.

Text: W&V Redaktion

9. April 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Erste Corona-Maske mit LED-Display

Laufen wir bald alle so durch München, Berlin oder Wuppertal? Gesichtsmasken zum Corona-Schutz dürften in den nächsten Monaten zu unserem Alltag gehören. Damit werden die Masken auch zum Mode-Accessoire, mit dem sich die Träger von der Masse absetzen wollen. Und auch Technik kommt ins Spiel. Die US-Designerin Chelsea Klukas, die mit ihrer Marke Lumen Couture Mode und moderne Technik verbindet, hat die erste Gesichtsmaske mit LED-Display entworfen, die zum Beispiel Abstandswarnungen wie "Sechs Fuß" (1,83 Meter) oder Hinweise wie "Bleibt zu Hause" anzeigt. Und ein animierter Kussmund zaubert trotz Maske ein Lächeln in den derzeit tristen Alltag.

Die Designerin, die hauptberuflich bei Oculus arbeitet, dem Facebook-Tochterunternehmen für VR-Brillen, hat ein papierdünnes Display in die Maske eingenäht, das durch die oberste Stoffschicht leuchtet. Die Anzeige lässt sich per App bedienen. Eigene Designs oder sogar die Steuerung per Sprache sind damit möglich. Der Akku hält rund vier Stunden durch – mehr als genug für einen Spaziergang oder den Einkauf im Supermarkt um die Ecke. Und die Elektronik lässt sich zum Reinigen herausnehmen. Chelsea Klukas verkauft die LED-Maske für 90 Dollar (82 Euro) auf ihrer Website lumencouture.com, 60 Prozent der Einnahmen gehen an Corona-Projekte der Weltgesundheitsorganisation WHO. Wegen der großen Nachfrage kann sie aber erst wieder Anfang Mai liefern. Wer sich die Maske selbst nähen will, bestellt die Bauteile ab 25 Dollar unter bit.ly/ledmaske.

Dieses Homeoffice-Zubehör boomt besonders

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation dominiert das Arbeiten im Homeoffice. Das sorgt dafür, dass entsprechendes Zubehör derzeit stark gefragt ist. Das Preisvergleichsportal guenstiger.de verzeichnet eine um 6517 Prozent gestiegene Nachfrage nach Homeoffice-Zubehör wie Webcams, Headsets, Monitoren und Notebooks im Vergleich zum Corona-freien Januar.

In der dritten Märzwoche wurden Webcams um das 240-fache im Vergleich zum Jahresbeginn nachgefragt, bei Headsets stieg die Preisabfrage um 1500 Prozent. Spielekonsolen konnten laut der neuen Studie eine um 361 Prozent gestiegene Nachfrage verzeichnen. Weitere Top-Kategorien: Fitness-Geräte fürs Heimtraining plus 900 Prozent, Fitness-Gerätestationen um 480 Prozent. Übrigens: Bei Fieberthermometern stieg die Nachfrage um satte 4800 Prozent.

Finale dahoam: Plötzlich merken viele Home-Office-Worker, dass zu Hause die Ausstattung fehlt.

Google Stadia lädt zum Gratis-Live-Test ein

Der Rollout für Googles Gaming-Streamingdienst Stadia hat in 14 Ländern, darunter auch Deutschland, begonnen. Der inoffizielle Startschuss war im November 2019 erfolgt. Vorbesteller der Founder’s Edition konnten als Erste ohne Downloads, Installationen und Updates zocken. Inzwischen wurde Stadia um wichtige Funktion wie Stream Connect, Achievements und stärkeren Mobile-Support erweitert. Zeit also, rechtzeitig zu Ostern, auch "normale" Gamer an den Start zu schicken.

Wer sich jetzt registriert, hat die Option, die Pro-Version 2 Monate gratis zu testen. Google erlaubt dabei den Zugriff auf neun Pro-Games. Sie lassen sich allein oder gemeinsam auf dem Desktop-Rechner (mit Maus und Tastatur), auf Laptops oder auf Android-Smartphones mit kompatiblem Controller zocken. Einziges Manko zum Start: Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Krise fährt Google die Bildschirmauflösung für die Gratis-Tester von 4K auf 1080p herunter, um das Netz temporär zu entlasten.  

Trotz Isolation: Portrait-Aufnahmen via FaceTime

Ein britischer Hochzeitsfotograf hat mit seinem Blog-Eintrag bei PetaPixel die Branche inspiriert, die aufgrund der Coronavirus-Krise derzeit kaum Aufträge hat. Die zu fotografierenden Personen müssen sich auf Abstand halten, sie sind mehr oder minder isoliert. Bei PetaPixel erklärt Hochzeits- und Portrait-Fotograf Tim Dunk, dass sich Portraits auch über die Videochat-Software FaceTime von Apple aufnehmen lassen.

Das Feature, das sich auch für Fotos im Homeoffice oder in Büros mit Notbesetzung gut umsetzen lässt, kann in den Systemeinstellungen aktiviert werden. Unter iOS 11 oder höher müssen die FaceTime Live Photos (Einstellungen -> FaceTime) aktiviert sein. Danach initiiert der Fotograf einen normalen FaceTime-Videoanruf. Ist das ideale Licht gefunden, wird die richtige Position gefunden, indem man den Raum durchläuft.

Die aufgenommenen Fotos speicherte Dunk in einem Ordner und importierte sie dann in Adobe Lightroom. Er habe sie, erklärt der Fotograf, dann nur leicht nachbearbeiten müssen. Die Bildqualität sei nicht überragend, aber er sei "sehr zufrieden". Wer die Aufnahmen sieht, staunt nicht schlecht: zur Bildergalerie.

Video-Chats werden in Corona-Zeiten immer wichtiger: Mit FaceTime lassen sich sogar sehenswerte Portrait-Aufnahmen gestalten.

Stanford-Uni entwickelt smarte Toilette mit Anus-Erkennung

Diese Neuentwicklung der US-Elite-Uni Stanford darf nicht ins Hinter(n)treffen geraten: Die Wissenschaftler haben Pläne für eine smarte, intelligente Toilette mit Anus-Erkennung und Fäkalien-Analyse veröffentlicht. Dazu werden in die Toilettenschüssel Druck- und Bewegungssensoren integriert. Die Daten, die ans Smartphone übermittelt werden sollen, lassen dann Rückschlüsse auf die Konsistenz des Stuhls oder auch des Urinstrahl-Drucks zu.

Was seltsam klingt, hat einen medizinisch-ernsten Hintergrund: Die Stanford-Wissenschaftler versprechen sich von dem Projekt, Krankheiten wie Prostata-Krebs früher erkennen zu können. Eine erste Studie mit 21 Probanden wurde im renommierten Wissenschaftsportal Nature veröffentlicht. Ein Termin, zu dem die Hightech-Schüssel für Endkunden bereitsteht, ist noch offen. Bei einer Umfrage unter 300 Personen erklärten 37 Prozent der Befragten, sie hätten grundsätzlich Interesse an einer solch smarten Toilette.

Damit wünschen wir dir smarte Ostern, bis Dienstag nach Ostern bei TechTäglich.

Mit dieser Schema-Zeichnung illustrieren die Stanford-Wissenschaftler ihr Toilettenprojekt.


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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