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Technik-Kolumne
TechTäglich: Fortnite – Druck auf Apple steigt

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Microsofts Druck auf Apple und mit dem glücklichsten Bayern-Trainer der Welt.

Text: W&V Redaktion

24. August 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Fortnite: Druck auf Apple steigt

In der Fortnite-Affäre wächst der Druck auf Apple, eine Lösung mit Hersteller Epic Games zu finden, die der gesamten Spieleindustrie zugutekommt. Am Sonntag stellten sich auch Microsoft und sein Xbox-Chef Phil Spencer an die Seite der Apple-Kritiker. In einem Tweet schrieb Spencer: "Heute haben wir eine Erklärung zur Unterstützung des Antrags von Epic eingereicht, den Zugriff auf das Apple SDK für seine Unreal Engine zu behalten. Zu gewährleisten, dass Epic Zugriff auf die neueste Apple-Technologie hat, ist das Richtige für Spieleentwickler und Gamer." In seinem vierseitigen Statement äußert sich Microsoft besorgt, dass Apples jüngste Schritte die Entwicklung von Spielen für Xbox, Windows und andere Plattformen nachhaltig beeinträchtigen könnten.

Apple hat wegen des Streits um seinen 30-prozentigen Anteil an allen App-Store-Einnahmen nicht nur Epics Actionhit "Fortnite Battle Royale" aus dem App Store verbannt. Es droht auch damit, Epic Games und somit dessen Programmierumgebung Unreal Engine zum 28. August komplett aus seinem Entwicklerprogramm auszusperren. Auf der Unreal Engine basieren zahllose Spiele und Apps. Die Folgen für die gesamte Industrie wären unabsehbar. Das US-Magazin Forbes fasst die aktuelle Stimmung in der Szene zum "App Store Weltkrieg" so zusammen: Die Stellungnahme von Microsoft "bekräftigt, dass Apple zwar argumentieren kann, dass ein Verbot von Fortnite innerhalb ihrer Rechte liegt – dass es aber zu weit geht, die Unreal Engine und alles, was damit zu tun hat, zu verfolgen. Das dient lediglich als Beweis für Apples offensichtliches Monopol und für seine absolute Macht im App-Bereich".

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Nach der Wahl: So will Facebook Trump stoppen

Der Spiegel befürchtet in der Titelgeschichte seiner neuesten Ausgabe bereits eine "Operation Wahlbetrug", einen Staatsstreich aus dem Weißen Haus. Denn die Indizien häufen sich, dass US-Präsident Donald Trump eine Wahlniederlage am 3. November gegen Joe Biden nicht akzeptieren will und versuchen wird, sich dennoch weiter im Amt zu halten. Facebook bereitet sich nach einem Bericht der New York Times auf eine solche Situation vor. Nachdem das Zuckerberg-Netzwerk bei der Wahl 2016 als Trump-Steigbügelhalter beschuldigt wurde, will sich Facebook diesmal offenbar nicht erneut solchen Vorwürfen aussetzen.

Falls tatsächlich ein Betrug droht, will Facebook demnach unmittelbar nach der Wahl mit einer Art "Not-Aus-Schalter" (Englisch: "Kill Switch") sämtliche Wahlspots und politische Werbung auf seiner Plattform stoppen. Auch bereits vorhandene Inhalte sollen gelöscht werden. Das soll die Verbreitung von Falschinformationen verhindern. "Facebook bereitet Schritte für den Fall vor, dass Mr. Trump auf der Website fälschlicherweise behauptet, er habe eine weitere vierjährige Amtszeit gewonnen", schreibt die NYT. Bei Google/YouTube und Twitter laufen demnach ähnliche Vorbereitungen. Facebook bestätigte nur so viel: "Wir planen weiterhin für eine Reihe von Szenarien, um sicherzugehen, dass wir auf die anstehende Wahl vorbereitet sind."

Wahlbetrug durch den Präsidenten – dann will Facebook einschreiten.

Das neue Blackberry hat ein Killer Feature

Letzte Woche hat der texanische Hersteller OnwardMobility angekündigt, im ersten Halbjahr 2021 neue Blackberry-Smartphones mit der bei vielen Nutzern immer noch enorm beliebten "echten" Tastatur auf den Markt zu bringen. Was das bisher kaum bekannte US-Unternehmen im Detail plant – darüber rätseln jetzt die Experten. Der Analyst Ben Wood von CCS Insight beschreibt die Riesenherausforderung, vor der OnwardMobility steht: "Wenn ich davon ausgehe, dass sie sich in der Region von 500 bis 800 Dollar bewegen, konkurrieren sie mit Smartphones wie dem Phone 11, und mit Geräten, die sechs Kameras und die neuesten Qualcomm-Prozessoren haben. Das ist ein extrem harter Markt, da müssen sie wirklich etwas Besonderes bieten."

Das Magazin TechRadar hat nun entdeckt, was diese Besonderheit und damit das gesuchte "Killer Feature" sein könnte. Produktionspartner FIH Mobile, ein Tochterunternehmen des taiwanesischen Auftragsfertigers Foxconn, will die neuen Blackberrys offenbar in einer ehemaligen Nokia-Fabrik in Vietnams Hauptstadt Hanoi herstellen. Dabei sollen keinerlei Komponenten aus China zum Einsatz kommen. Stattdessen will sich FIH in Südkorea und Taiwan bedienen. Ein Smartphone einer US-Firma, das ausdrücklich "Not Made in China" ist, und das jegliche Verbindungen zum Regime in Peking vermeidet, wäre für auf Datensicherheit bedachte westliche Regierungen, Organisationen und Unternehmen womöglich hochinteressant. "Wenn sich die Handelsbeziehungen zwischen dem Westen und China weiter verschlechtern", spekuliert TechRadar, "könnte das der ganz große Trumpf der neuen Blackberrys sein".

„Not Made in China“ – das soll dem neuen BlackBerry zum Erfolg verhelfen.

LG: OLED-Displays als U-Bahn-Fenster

Fenster von selbstfahrenden Autos oder in Smart Homes, in die sich beliebige Informationen einblenden lassen – das dürfte in den nächsten Jahren eine enorm spannende Neuheit werden. LG testet die Technik ab sofort in zwei chinesischen U-Bahn-Linien. In den Metros von Peking und Shenzhen zeigen Fenster jetzt Linienpläne, Fahrpläne, Nachrichten, Hinweise für die Fahrgäste oder auch Werbung. Die Passagiere können trotzdem nach draußen schauen. Denn die 55 Zoll großen und hochauflösenden OLED-Displays sind zu 38 Prozent transparent.

Solche durchsichtigen Bildschirme sind bereits seit einigen Jahren in der Entwicklung. An praktischen Anwendungen fehlte es aber bisher. Das will LG laut MSN jetzt ändern. Die Koreaner planen, die neueste Generation ihrer Bildschirm-Fenster nun weltweit an Nah- und Fernverkehrsunternehmen zu verkaufen. Später soll die Technik dann auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen – zum Beispiel in den Fenstern autonomer Autos. Sie könnten einen Film abspielen, während der Fahrer immer noch nach draußen schauen kann.

Gute Aussichten: Mix aus Bildschirm und Fenster in chinesischen U-Bahnen.

Wer zuletzt lacht, ist Hansi Flick

Genau genommen hat Social Media in Deutschland und Europa heute morgen nur ein großes Thema – den Champions-League-Triumph des FC Bayern gestern Abend im Finale von Lissabon gegen Paris Saint-Germain. Der Rekordmeister eroberte mit dem 1:0 das Triple. Und Erfolgstrainer Hansi Flick hat die Münchner innerhalb von nur neun Monaten vom Krisenklub zu Europas Nummer eins gecoacht. Die Jubelvideos des FCB in allen sozialen Medien verzeichnen Hunderttausende von Aufrufen. Aber der lustigste Clip stammt von Hansi Flick, der auf der Pressekonferenz mit trockenstem Humor die Lacher auf seiner Seite hatte. Unbedingt mit Ton anschauen!

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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