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Technik-Kolumne
TechTäglich: Fortnite-Insel für Joe Biden

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Endspurt im US-Wahlkampf und mit der Mobilfunk-Landkarte für ganz Deutschland.

Text: W&V Redaktion

2. November 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Fortnite: Joe Biden mit eigener Wahlkampf-Insel

Morgen wählen die US-Amerikaner ihren neuen Präsidenten. Und in diesem Wahlkampf spielen Videospiele eine größere Rolle denn je. Um junge Wähler zu erreichen, haben Joe Biden und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris kürzlich ein Wahlkampf-Büro in "Animal Crossing" eröffnet. Die demokratische Senatorin Alexandria Ocasio-Cortez hat auf Twitch "Among Us" gespielt. Und kurz vor Schluss hat das Team von Biden und Harris jetzt sogar eine eigene Insel im Actionhit "Fortnite Battle Royale" aufgebaut. Die neue Map namens "Build Back Better with Biden" (In etwa: "Besserer Neuaufbau mit Biden") bietet sechs Minispiele rund um die politischen Ziele des demokratischen Duos, und jede Menge Links und Informationen für Last-Minute-Wähler.

Wer in Fortnite mit dem Code 0215-4511-1823 die Joe-Kamala-Insel besucht, kann eine Fabrik für Elektroautos mit Solarzellen ausstatten, 5G-Funkmasten für bessere Mobilfunkversorgung aufstellen oder Forschungseinrichtungen bauen. Wer herumliegenden Schrott einsammelt, bringt einen Fluss wieder in Ordnung. Und als persönlichen Gag können Spieler Sneaker für Turnschuh-Fan Kamala Harris einsammeln. Die US-Magazine sind nicht restlos davon überzeugt, dass Videospiele die glaubwürdigste Plattform für den 77-jährigen Joe Biden sind. Kotaku zeigt sich trotzdem wohlwollend: "Wenn du mit deinen Kindern Fortnite spielst, ist das eine gute Gelegenheit, ihnen zu zeigen, wer die demokratischen Kandidaten sind, und wofür sie stehen."

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Tiktok: Spionage-Lampe fürs Kinderzimmer

Vom chinesischen Tiktok-Mutterkonzern Bytedance gibt es jetzt erstmals auch Hardware – die nach deutschen Maßstäben aber für große Bauchschmerzen sorgt. Die "Dali Smart Lamp" ist eine Lern-Lampe für den Schreibtisch im Kinderzimmer. Mit einem eingebauten Bildschirm erhalten die Kids Hilfe bei ihren Hausaufgaben. Ein Sprachassistent reagiert auf den Befehl "Dali Dali" – was nichts mit einem legendären deutschen Fernsehquiz zu tun hat, sondern mit der "Großen Kraft", für die das chinesische Wort "Dali" steht. Besonders bedenklich: In die Lampe ist eine Kamera eingebaut, mit der Eltern per App jederzeit und unbemerkt sehen können, was ihre Kinder gerade tun, ob sie fleißig lernen – oder ob sie ihre Zeit mit Tiktok-Videos verplempern.

Mit dem Kinderzimmer-Spion will Bytedance seine Bildungsoffensive verstärken. Laut Bloomberg arbeiten in diesem Bereich bereits mehr als 10.000 Menschen für das chinesische Unternehmen. Die Dali-Lampe kostet in China umgerechnet rund 100 Dollar. Sie ist eigentlich schon seit Juli auf dem Markt und hat allein auf der Shopping-Plattform JD.com schon für rund 3.000 Käufer-Kommentare gesorgt. Bytedance hat aber erst jetzt öffentlich bekanntgegeben, dass es hinter dem Produkt steckt. "Wir wollen Kindern ein besseres Lernsystem bieten", erklärte Manager Chen Lin bei der Präsentation der Lampe.

Bytedance-Lampe: Kind lernt, Mama schaut zu.

Mobilfunk in Deutschland: Neue Landkarte für alle Netze

Bisher stammten die Landkarten zur Mobilfunkabdeckung in Deutschland von den drei großen Providern Telekom, Vodafone und O2/Telefónica. Wer wissen wollte, wie gut das Netz zum Beispiel an seinem Wohnort, Urlaubsort oder Arbeitsplatz ist, oder wer den Provider wechseln wollte, musste sich durch die Karten der einzelnen Anbieter kämpfen. Das funktioniert ab sofort einfacher. Denn die Bundesnetzagentur hat erstmals eine komplette Karte zur Mobilfunkversorgung in Deutschland veröffentlicht. Nutzer können die Daten in der Karte sowohl nach Provider als auch nach den Netzstandards 2G/GSM, 3G/UMTS und 4G/LTE filtern. 5G ist dagegen noch nicht enthalten.

Die Daten zeigen, dass weiße Flecken in Deutschland langsam, aber sicher doch verschwinden. 96,5 Prozent der Landesfläche werden demnach zumindest von einem Betreiber mit LTE bedient. Zusammengenommen mit UMTS sind es 97,3 Prozent. Komplett ohne Mobilfunkabdeckung müssen nur noch 0,3 Prozent des Landes auskommen. Die interaktive Karte basiert nach wie vor auf den Angaben, die die Netzbetreiber zur Verfügung stellen. Die Bundesnetzagentur gleicht die Daten aber regelmäßig mit Informationen ab, die sie von Nutzern über Funklöcher erhält. Künftig sollen auch die 5G-Netze integriert werden.

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Harley-Davidson: So cool ist das erste E-Bike

Es kracht, es stinkt, es scheppert – und es macht Riesenspaß. So funktioniert seit über 100 Jahren das Motorradfahren mit einer Harley-Davidson. Weil der US-Kultfirma die alten, weißen Männer als Stammkundschaft langsam abhanden kommen, muss sich auch Harley um neue Geschäftsfelder kümmern. Das Elektro-Motorrad LiveWire hat bereits für jede Menge Furore gesorgt. Und jetzt kommt die erste führerschein- und geräuschlose Harley mit Höchsttempo 25 km/h. Das Elektro-Fahrrad "Serial 1" erscheint im Frühjahr 2021 – und erinnert tatsächlich an das Design klassischer Harleys.

Vorbild ist nicht nur beim Namen die "Serial Number One", die erste Harley aus dem Jahr 1903. Mit fetten weißen Reifen, gefedertem braunem Ledersattel, Ledergriffen und schwarzem Rahmen orientiert sich das US-Fahrrad am historischen Vorbild. Auch der Riemenantrieb des Retro-Bikes greift auf bewährte Technik aus Milwaukee zurück. Details wie integrierte Leuchten, Mittelmotor, im Rahmen verbauter Akku und Scheibenbremsen stammen aber eindeutig aus dem Jahr 2020. Harley-Davidson nimmt das Zukunftsgeschäft mit Elektro-Fahrrädern offenbar sehr ernst, und hat dafür das eigene Tochterunternehmen "Serial 1 Cycle" gegründet. Technische Details und Preise haben die Amerikaner noch nicht bekanntgegeben. Die "Serial 1" dürfte aber deutlich über den 2.000-Euro-Bikes von Konkurrenten wie VanMoof oder Cowboy liegen.

Eine Harley – jetzt auch ohne Führerschein für Fahrradfahrer.

Twitter liebt diese Halloween-Kostüme

Halloween hat am Wochenende wegen Corona nur für überschaubaren Grusel gesorgt. Trotzdem ist Twitter begeistert von diesem Video, das die wohl coolsten und lustigsten Halloween-Kostüme aller Zeiten zeigt. Drei Kids verwandeln sich als Mini-Transformer in ein Flugzeug, einen Lastwagen und ein Auto. Dafür gibt’s übers Wochenende mehr als 4,5 Millionen Aufrufe.

Die Twitter-Nutzer sind begeistert und staunen über so viel Kreativität und Geschick. In den Kommentaren heißt es: "Wer hat diese Kostüme erfunden? Und warum ist der Erfinder noch nicht in Hollywood?" Und: "Ich will das auch! Gibt es das in XL für Erwachsene?" Und eine Frau macht sich beinahe Vorwürfe, weil sie keine so grandiosen Kostüme gebastelt hat: "Ich habe als Mutter versagt. Diese Idee ist großartig."

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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