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Technik-Kolumne
TechTäglich: iPhone 12 mini – Leistung groß, Akku klein

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit den Kritiken für die nächsten iPhones und mit Jo Baiden aus Japan.

Text: W&V Redaktion

10. November 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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iPhone 12 mini: Leistung groß, Akku klein

Spannende Woche für Apple-Fans: Heute Abend ab 19 Uhr deutscher Zeit läuft im Livestream auf apple.de die Präsentation der ersten Macs mit ARM-Prozessoren. Damit beginnt der lang erwartete Abschied von den Intel-Chips. Und ab Freitag steht die zweite Welle der neuen iPhone-12-Modelle in den Läden. Das handliche iPhone 12 mini (5,4 Zoll, ab 778,85 Euro) und das wuchtige iPhone 12 Pro Max (6,7 Zoll, ab 1.217,50 Euro) kommen gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft. Die ersten Tests aus den USA bringen jetzt Vor- und Nachteile auf den Punkt. Das Pro Max bietet laut The Verge "die derzeit beste Kamera in einem Smartphone". Denn gegenüber dem normalen 12 Pro steigt der Zoom-Faktor nochmals von 4x auf 5x. Der enorm große 6,7-Zoll-Bildschirm, der nicht mehr weit von einem iPad mini (7,9 Zoll) entfernt ist, beeindruckt die US-Experten. Nicht nur Engadget findet aber: "Für viele Nutzer ist er deutlich zu groß."

Beim 12 mini schwärmen Tester und vor allem auch Testerinnen von der angenehm handlichen Größe. Joanna Stern vom Wall Street Journal lobt: "Man kann alles komfortabel mit einer Hand bedienen. Man kann telefonieren, ohne dass das iPhone das ganze Gesicht zudeckt. Und man kann es im Liegen halten, ohne dass man Angst haben muss, dass es dir aus der Hand rutscht und eine blutige Nase verpasst." Die praktische Form hat aber einen Nachteil: Der Akku des 12 mini ist zwangsläufig klein. Und weil die Leistung so hoch ist wie bei allen anderen iPhone 12, sorgt das für überschaubare Akku-Laufzeiten. "Small and fast, but doesn‘t last", reimt Engadget in seinem Video-Review: "Klein und schnell, hält aber nicht lange durch." Verge-Kritiker Dieter Bohn bemängelt: "Ohne, dass ich mich dafür groß anstrengen muss, geht mir am 12 mini zuverlässig schon am frühen Abend der Akku aus." Bei den Vorbestellungen hat das teure 12 Pro Max derzeit übrigens die große Nase vorn: Die Lieferzeiten sind auch in Deutschland bereits auf Ende November/Anfang Dezember gerutscht. Das mini ist dagegen weiterhin ab 19. November verfügbar.

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Älteren Android-Handys droht Internetsperre

Besitzer älterer Android-Smartphones könnten Anfang 2021 eine unangenehme Überraschung erleben. Für sie sind ab 11. Januar Millionen von mobilen Websites offenbar nicht mehr verfügbar. Hintergrund sind sogenannte Zertifikate, die eine sichere, verschlüsselte Verbindung zwischen Internetseiten und dem Browser auf dem Smartphone ermöglichen. Hier stellt der gemeinnützige Dienst „Let‘s Encrypt“, mit dem weltweit bis zu einem Drittel der Internetseiten arbeiten, im Januar seine Technik um. Er akzeptiert dann keine Zertifikate anderer Organisationen mehr. Websites ohne dieses Siegel lassen sich dann nicht mehr aufrufen. Das Problem dabei: Smartphones mit Android-Version 7.1.1 (Nougat) oder älter kennen "Let‘s Encrypt" nicht, und können entsprechende Seiten dann nicht mehr nutzen.

Diese Android-Version ist im Oktober 2016 erschienen. Betroffen sind also vor allem Smartphones aus den Baujahren 2016 und älter, die sich nicht mehr auf Android 8 (Oreo) aktualisieren lassen. Laut Spiegel sind rund ein Drittel der Android-Nutzer betroffen. Hier rächt sich, dass Android-Geräte oft nur ein, zwei Jahre lang Updates für ihr Google-Betriebssystem erhalten, während Apple seine iPhones meist vier, fünf Jahre mit frischen iOS-Versionen versorgt. "Wir würden zwar gern die Android-Update-Situation verbessern, aber da können wir nicht viel tun", schreibt "Let‘s Encrypt"-Entwickler Jacob Hoffman-Andrews. Eine Notlösung ist die Nutzung des mobilen Firefox auf dem Handy, der mit "Let‘s Encrypt" besser zurechtkommt als der vorinstallierte Chrome-Browser.

Ausgespielt? Android-Smartphones mit älteren Baujahren drohen Probleme.

PlayStation 5: Sony beantwortet die wichtigsten Fragen

Am Donnerstag dieser Woche erscheint in den USA die PlayStation 5. Und genau eine Woche später, also am 19. November, kommt die neue Sony-Konsole auch nach Deutschland – zumindest theoretisch. Denn in der Praxis ist die PS5 flächendeckend ausverkauft, und wird zum Start auch gar nicht in den Elektromärkten stehen. Wer zu Weihnachten noch eine PlayStation 5 will, muss sich auf Wucherpreise bei Ebay einstellen. Ob sich das eventuell lohnt, und was die PS5 wirklich kann, erklärt Sony jetzt im "Ultimativen FAQ" auf seiner Website.

Hier werden erstmals alle Fragen zur neuen Konsole erschöpfend beantwortet. Sony verrät unter anderem, dass Spiele mit 8K-Auflösung erst später nachgereicht werden, dass es den Controller künftig auch in anderen Farben als weiß geben wird, und dass sich PS5-Spiele nicht auf eine externe USB-Festplatte auslagern lassen, um Speicherplatz zu sparen. Interessenten erfahren, dass die PS5 (gottlob) leiser sein soll als die oft lautstark dröhnende PS4, und dass die neue haptische Schüttel-Funktion des Controllers den Spieler sogar spüren lässt, "wenn Metall auf Metall trifft". Das FAQ, das Sony kontinuierlich erweitern will, bietet Lesestoff bis 2021 – bis die PlayStation 5 dann endlich in größeren Stückzahlen zu haben ist, und bis wirklich lohnenswerte Spiele erscheinen.

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Japan feiert Bürgermeister Jo Baiden

Japan hat einen neuen Superstar – und er heißt Jo Baiden. Der 73-Jährige ist Bürgermeister des 15.000-Einwohner-Ortes Yamato in der südwestlichen Präfektur Kumamoto. Und die Ähnlichkeit seines Namens mit dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden hat in Japan, international und in den sozialen Medien für so einen Hype gesorgt, dass die Website von Yamato seit dem Wochenende nur mehr sporadisch erreichbar ist, wegen Überlastung des Servers. Baiden freut sich mit seinem Beinahe-Namensvetter: "Ich fühle mich ihm sehr nahe. Es fühlt sich an, als hätte ich mit ihm gemeinsam gewonnen."

Wie Kyodo News erklärt, heißt der Bürgermeister in der internationalen Schriftform Yutaka Umeda. Die japanische Aussprache der Schriftzeichen lautet aber "Jo Baiden" – also fast genauso wie beim künftigen Kollegen im Weißen Haus in Washington. Der japanische Jo schmiedet bereits Pläne: "Die Größe der Aufgaben des Präsidenten einer Supermacht wie der USA und des Bürgermeisters von Yamato ist natürlich völlig unterschiedlich. Aber ich könnte mir jetzt einiges vorstellen, um für unsere Stadt zu werben." Der Hype erinnert an die japanische Stadt Obama, die 2008 nach der Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten weltweit für Schlagzeilen sorgte. Bei seinem Staatsbesuch 2009 schickte Obama damals ausdrücklich Grüße nach Obama.

Big in Japan: Jo Baiden, Bürgermeister von Yamato.

Trump als Ex-Präsident vor dem Twitter-Aus

Seit seinem Amtsantritt als US-Präsident im Januar 2017 hält Donald Trump die Welt mit seinem Twitter-Account @realDonaldTrump in Atem. Hier setzt er oft im Stunden- oder gar Minutentakt Fake News, Propaganda und Hetze in die Welt. Erst letzte Nacht twitterte er: "Die Gesundheitsbehörde FDA und die Demokraten wollten nicht, dass ich wegen eines Impfstoffs die Wahl gewinne. Also präsentieren sie ihn fünf Tage nach der Wahl – genau, wie ich es vorhergesagt habe." Twitter versieht solche irreführenden oder offensichtlich falschen Behauptungen Trumps immer öfter mit Warnhinweisen. Sperren kann es den Präsidenten aber nicht, weil die Äußerungen hochrangiger Politiker durch die "Public Interest Policy" geschützt sind.

Doch damit ist es am 20. Januar 2021 um exakt 12.01 Uhr vorbei. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt Joe Biden offiziell das Amt des US-Präsidenten, und Trump wird zum Ex-Präsidenten und Privatmann. Damit genießt er auch auf Twitter mit seinem privaten Konto @realDonaldTrump keinen Schutz mehr durch ein öffentliches Amt. Twitter bestätigte gegenüber Engadget: "Diese Regelung gilt für hochrangige regierende Politiker und für Amts-Kandidaten, aber nicht für Privatleute, die diese Ämter nicht mehr innehaben." Wenn Trump in der bisherigen Form weiter twittert, könnte ihm sehr schnell die Sperre seines Kontos drohen. Dies würde dann auch ein mögliches politisches Comeback behindern.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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