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Technik-Kolumne
TechTäglich: Island gewinnt den ESC – bei Spotify

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Streaming-ESC von Spotify und mit einer "kroosen" Podcast-Premiere.

Text: W&V Redaktion

15. Mai 2020

Die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Streaming-ESC von Spotify und mit einer "kroosen" Podcast-Premiere.
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Island gewinnt den ESC – bei Spotify

Corona hat auch den Eurovision Song Contest 2020 in die Knie gezwungen – das für morgen in Rotterdam geplante Glitzer-Event fällt aus, obwohl schon alle Teilnehmer feststanden. Spotify hat trotzdem seinen eigenen Streaming-ESC veranstaltet, und kommt zu einem sehr realistischen Ergebnis. Denn die Analyse der weltweiten Abrufe hat ergeben, dass der isländische Beitrag "Think About Things" von Daði Freyr Pétursson der meistgestreamte ESC-Titel des Jahres 2020 ist. Damit gewinnt der schon im Vorfeld hoch gehandelte schrille Popsong den "Spotify Song Contest". Motto: Iceland in the Stream.

Nach den Prognosen von Wettbüros und Experten hätten die Isländer beste Chancen gehabt, morgen auch den echten ESC zu gewinnen. Dafür sprechen auch mittlerweile über 10,3 Millionen YouTube-Aufrufe für das offizielle Video von "Think About Things". Wenn es nach Spotify geht, hätte auch Deutschland in Rotterdam prächtig abgeschnitten. Denn der ARD-Beitrag "Violent Thing" von Ben Dolic, ein gar nicht mal so übler Mix aus Bruno Mars und Justin Timberlake, landet bei den weltweiten ESC-Abrufen 2020 hinter Sieger Island und Litauen auf Platz drei. Als Zugabe hat Spotify auch die meistgestreamten Eurovisions-Songs aller Zeiten ermittelt. Hier liegen die schwedischen Sieger von 2012 und 2015 vorne: "Euphoria" von Loreen vor "Heroes" von Måns Zelmerlöw. Die deutsche 2010er-Siegerin Lena Meyer-Landrut kommt mit "Satellite" auf einen starken sechsten Platz.

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Zoom ist jetzt die beliebteste App der Welt

Die halbe Welt zoomt. Denn trotz Datenschutzproblemen ist die US-Videochat-App Zoom einer der großen Gewinner der Coronakrise. Das macht sich jetzt auch in den Download-Zahlen von Apps bemerkbar. Denn im April 2020 war Zoom erstmals die meistgeladene App der Welt. Das geht aus der neuesten Auswertung der Datenexperten von SensorTower hervor. Nachdem seit Monaten oder gar Jahren WhatsApp und TikTok diese Rangliste dominiert haben, ist Zoom nun in allen drei Kategorien auf Platz eins gesprungen – bei iOS, Android und bei den Gesamt-Downloads.

SensorTower zählte im April knapp 131 Millionen Downloads für Zoom – ein Plus von 6.000 Prozent im Vergleich zum April 2019, als die eigentlich für Firmenkunden gedachte App noch so gut wie unbekannt war. Die meisten Zoom-Downloads kamen dabei mit über 23 Millionen aus Indien, vor den USA mit 18,7 Millionen. Das erfolgsverwöhnte TikTok rutschte mit 107 Millionen Downloads auf Platz zwei zurück. Wichtige Einschränkung: Spiele-Apps bleiben bei den Statistiken von SensorTower außen vor – weil sie die Ranglisten mit drastischem Vorsprung dominieren würden. Zoom hat auf den Erfolg und auch auf die Datenschutzprobleme reagiert: Mehrere Updates in den letzten Wochen sollen das Videochatten sicherer machen. Außerdem hat das US-Unternehmen jetzt angekündigt, in Pittsburgh und Phoenix in den kommenden Jahren bis zu 500 neue Software-Entwickler einzustellen.

Und es hat Zoom gemacht. Die Videochat-App dominierte im April die App-Charts.

Spiele-Hit GTA V gratis – Server brechen zusammen

Spieleentwickler Epic steckt nicht nur hinter "Fortnite Battle Royale", sondern betreibt auch den Epic Store für Spiele-Downloads. Um neue Kunden anzulocken, bringt Epic immer wieder Gratis-Spiele unters Volk. Häufig geht es dabei um eher unbedeutende Independent-Titel. Doch diesmal hat sich das US-Unternehmen einen echten Kracher gesichert. Seit gestern ist der Actionspiele-Hit "Grand Theft Auto V" gratis zu haben. Der Ansturm war so groß, dass die Epic-Server prompt zusammengebrochen sind.

"GTA V" stammt zwar bereits aus dem Jahr 2013. Entwickler Rockstar Games hat das Böse-Buben-Spiel aber so geschickt aktuell gehalten, dass es bis heute enorm beliebt ist. Das zeigt auch der Run auf den Gratis-Download. Die Store-Server waren laut The Verge über acht Stunden lang überhaupt nicht erreichbar, und kamen dann erst langsam wieder zu sich. Der kostenlose Download bleibt noch bis 21. Mai verfügbar. Wer es bis dahin schafft, "GTA V" zu laden, behält das Spiel dauerhaft in seiner Sammlung. Rockstar dürfte die Aktion nicht zuletzt als Werbung für den Nachfolger "GTA VI" gedacht haben, der bereits zur Premiere von PlayStation 5 und Xbox Series X Ende 2020/Anfang 2021 kommen könnte.

Böse Buben jetzt gratis zu haben: "GTA V" ist im Epic Store derzeit kostenlos.

Kroos und Kroos: Fußball-Brüder starten Podcast

Fußball-Brüder, die zweite: Nachdem schon Mats und Jonas Hummels mit "Alleine ist schwer" ihren eigenen Podcast betreiben, legen nun Toni und Felix Kroos nach. Sie haben für heute die Premiere ihres gemeinsamen Podcasts "Einfach mal Luppen" angekündigt, der kostenlos auf den gewohnten Plattformen von Apple bis Spotify zu hören ist. "Das hat ja jetzt noch gefehlt... naja nun gut", schreibt Weltmeister Toni Kroos in seinem Tweet – was schon mal wunderbar zum bekannt trockenen norddeutschen Küstenhumor der Kroos-Brüder passt.

Während es Toni zu den "Galaktischen" von Real Madrid geschafft hat, ist die Karriere von Felix bei Union Berlin stecken geblieben. Bei gegenseitigen Twitter-Frotzeleien – und garantiert auch im Podcast – spielen aber beide Champions League. Neue Folgen, in denen es um den Fußballgott und die Welt geht, sollen nach dem heutigen Debüt dann ab 27. Mai jeden zweiten Mittwoch erscheinen. "Einfach mal Luppen" stammt von Studio Bummens und Florida Entertainment, der Produktionsfirma von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Bleibt die Frage nach dem Titel. "Luppen ist der Begriff von meinem Opa für Lupfen", verrät Felix Kroos. Der Kroos-Großvater ist auch der "Joker" im Podcast, als Senior-Sidekick mit Einwürfen und gedanklichen Flanken.

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Super Mario gegen den Origami-König

Eigentlich hatte das restliche Jahr 2020 in Sachen neue Switch-Spiele relativ dünn ausgesehen. Denn die großen Ankündigungen von Nintendo blieben bisher aus. Nun zaubern die Japaner aber doch einen potenziellen Superhit aus dem Hut. Denn am 17. Juli erscheint "Paper Mario: The Origami King", die Fortsetzung der seit genau 20 Jahren enorm beliebten Rollenspiel- und Bastelreihe "Paper Mario". In diesen Spielen ist der Nintendo-Klempner nicht in moderner 3D-Optik zu sehen, sondern in charmanten Selbermach-Welten, die aussehen, wie aus Papier ausgeschnitten.

Auch der Mix aus Rollenspiel und Jump and Run unterscheidet die Serie von den gewohnten Mario-Abenteuern. Die Origami-Geschichte entfaltet sich laut Nintendo so: "Offenbar hat König Olly, der sich selbst als Herrscher des Origami-Königreichs sieht, ein finsteres Vorhaben angezettelt: Er verfolgt den Plan, die ganze Welt zu falten. Auf dem Papier sieht das ziemlich gefährlich aus – deshalb braucht es zur Rettung jemanden, der kein Papiertiger ist: Mario!"

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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