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Technik-Kolumne
TechTäglich: Lidl Pay vorm Deutschland-Start

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Lidl-Pay vorm Deutschland-Start und Redmis neuem Riesen-TV.

Text: W&V Redaktion

31. März 2020

Die Technik-Kolumne von W&V - heute mit Lidl-Pay vorm Deutschland-Start und Redmis neuem Riesen-TV.
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Lidl Pay vor Deutschland-Start

Apple Pay und Google Pay haben sich schon nach kurzer Zeit als mobile Bezahlsysteme in Deutschland etabliert. Doch nicht jede bekannte Kette will auf die Software der US-Tech-Riesen setzen. Lidl beschreitet jetzt einen eigenen Weg und wird in Deutschland (und schrittweise in Europa) eine weitere digitale Bezahlmöglichkeit einführen: Lidl Pay. Das bestätigte das Unternehmen gegenüber der Lebensmittelzeitung. Lidl-eigene Funktionen sollen Nutzer für das Bezahlsystem begeistern: So ist ein Bonusprogramm für Kunden der Filialen geplant. Lidl geht auch technisch einen Sonderweg: Identifiziert werden Nutzer nicht über den NFC-Chip von Smartphones, auf die Lidl nicht zugreifen kann, sondern mittels QR-Codes. Hat der Nutzer eine Visa-Card oder Mastercard in der Lidl-App hinterlegt, kann er über seinen eigenen QR-Code an der Kasse von Lidl bezahlen. Erste Tests in Spanien sollen erfolgreich gelaufen sein. Der genaue Starttermin für Lidl Pay in Deutschland soll bald bekanntgegeben werden. 

Lidl geht eigene Wege beim mobilen Bezahlen und setzt auf QR-Codes.

YouTube: Corona-Talk mit Spahn und Influencern

Wie werden junge Leute, die weder "Tagesschau" noch "heute" im linearen Fernsehen schauen, am besten für die Coronavirus-Krise sensibilisiert? Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hofft, die Generation der Streamer zumindest auf YouTube abholen zu können und hat dort einen hochkarätigen und rund dreistündigen Stream veröffentlicht. Motto: "Wir gegen Corona". Unter der Regie des beliebten YouTube-Kanals Breaking Lab erklären sich prominente Gäste, darunter Gesundheitsminister Jens Spahn, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Grünen-Politiker Cem Özdemir – außerdem kommen die populären Channel-Betreiber Pocket Hazel, MrWissen2Go, Christian Solmecke und Leeroy Matata zu Wort. Weitere mitwirkende Creators waren Luca, Diana zur Löwen, Jonas Ems, Mirrealativegal, Techtastisch, Simon Will, Fresh Torge, Lisa Küppers, Falco, Doktor Whatson, Marius Angeschrien und Tomatolix. Ziel der YouTube-Talkshow: "Über Covid-19 aufklären, gegen Fake News vorgehen und wertvolle Informationen mit der Community teilen." Für die Seriosität des Angebots steht dabei die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die sich eng mit YouTube abgestimmt hat.

MediaMarkt und Saturn in Not?

Filialen geschlossen, Online-Umsätze in Gefahr: Die beiden Handelsketten MediaMarkt und Saturn trifft die Coronavirus-Krise wirtschaftlich offenbar schwer. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung des Coronavirus in Deutschland sehen unter anderem vor, dass nur noch Geschäfte geöffnet sein dürfen, die der Grundsicherung dienen - also beispielsweise Supermärkte und Apotheken. Restaurants und Cafés dürfen ihre Waren nur noch zum Mitnehmen anbieten oder liefern. MediaMarkt und Saturn bleibt derzeit nur die Option, Waren im Internet zu verkaufen. Um das Online-Geschäft zu befeuern, haben beide Firmen derzeit etliche Deal-Seiten geschaltet, auf denen u.a. Echo-Geräte, Kindle, Kindle Paperwhite und weitere Technik-Produkte deutlich reduziert angeboten werden. Die Erträge reichen aber offenbar nicht aus. Das Unternehmen Ceconomy, das beide Ketten betreibt, wird laut einem Bericht von Bloomberg daher Staatshilfen im Rahmen der KfW-Förderung beantragen. Laut dem Bericht denkt Ceconomy an einen Hilfsbetrag von zwei Milliarden Euro. Man ergreife derzeit "Maßnahmen, um unser Geschäft abzusichern und die Auswirkungen der Entwicklungen im Zusammenhang mit Covid-19 abzumildern", erklärte Ceconomy dem Handelsblatt. Gleichzeitig will Ceconomy auch Investitionen aussetzen. Schon vor zwei Wochen hatte der Konzern eingeräumt, man werde die Jahresziele nicht erreichen.

Mit einem 24/7-„Online-Erlebnis“ und vielen Deals will Saturn im Internet die Umsatzeinbußen im stationären Handel auffangen.

Redmi launcht Riesen-TV "Max"

Die bestverkauften Fernseher verfügen über eine Größe von 55 Zoll (139,7 cm Bildschirmdiagonale), manch ein Dauergucker gönnt sich 65 Zoll (165,1 cm). Doch beide Größen verblassen im Vergleich zum neuen Riesen-TV der Xiaomi-Tochter Redmi, der auf 98 Zoll (248,9 cm!) kommt. Der Android-basierte "Max" startet zunächst im asiatischen Markt und wird dort umgerechnet 2600 Euro kosten. 55-Zoll-Fernseher kosten derzeit in Deutschland im Schnitt um die 1000 Euro. Das XXL-Gerät wird damit auch zum Preisbrecher. Es kann wahlweise an die Wand gehängt oder auf stabilen Füßen aufgestellt werden. Für den geringen Preis bei dieser Größe muss der Nutzer aber auch Abstriche machen: Die noch schärfere 8K-Auflösung fehlt, der "Max" versteht sich "nur" auf 4K UHD. Mit 2x8 Watt klingen die integrierten Speaker eher dünn, eine zusätzliche Soundbar bietet sich an. Weitere Specs laut Portal SmartDroid: 4 GB Arbeitsspeicher, 64 GB Speicher und eine Bildwiederholrate von maximal 60 Hz. Fazit: Großer Bildschirm zum kleinen Preis, aber wirklich nicht Technik neuester Stand.

Erste weltweite Suchmaschine für virtuelle Gottesdienste

Eigentlich informiert die Hamburger Metasuchmaschine Stream Time über Sport-Events und Gaming. In Zeiten des Coronavirus wurde das Programm, mit dem monatlich im regulären Betrieb über 8 Millionen Unique User erreicht werden, jetzt umgebaut. Stream Time aggregiert mitten in der Pandemie kostenlose Livestreams von Gottesdiensten. So müsse "trotz der aktuellen Ausgangsbeschränkungen keiner auf seinen Glauben verzichten".  Tausende Livestreams sind bereits integriert, nicht nur auf Deutsch, sondern auch in anderen Sprachen. Die Kirchen selbst können sich auf Stream Time ganz einfach anmelden und ihre Gottesdienstzeiten eintragen. Gründer Trevor Evans erfüllt damit auch seiner Großmutter einen Wunsch. Sie kann derzeit keinen Gottesdienst besuchen. "Die Suche nach Hoffnung und das Streben nach etwas Normalität im Alltag treibt viele Menschen um. Religiosität stellt hierbei eine feste Säule dar, die Halt und Vertrauen gibt", erklärt Trevor Evans. Den finanziellen Aspekt rückt das Unternehmen erst mal in den Hintergrund: "Wir haben unsere Gottesdienst-Suche nicht ins Leben gerufen, um Umsätze durch Werbung zu generieren - es geht uns darum, den Menschen eine Plattform zu schaffen, in denen sie in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen Glaube und Hoffnung zelebrieren können."


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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