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Tech-Kolumne
TechTäglich: MWC-Absageflut wegen Coronavirus

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit der Absageflut beim MVC und Ermittlungen gegen Apple.

Text: W&V Redaktion

10. Februar 2020

TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V - heute mit der Absageflut beim MVC und Ermittlungen gegen Apple.
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MWC-Absageflut wegen Coronavirus

Vom 24. bis 27. Februar steigt mit dem Mobile World Congress (MWC) das neben der CES und der IFA wichtigste Treffen der Technik-Branche. Überschattet wird die Messe in diesem Jahr von den Entwicklungen rund um das Coronavirus. Immer mehr Unternehmen sagen den MWC ab. Nach LG und Ericsson erklärten jetzt auch Nvidia und Amazon sowie Sony, dass deren Mitarbeiter auf die Reise nach Spanien verzichten werden. Angst vor Ansteckungsgefahr treibt auch Samsung und ZTE um. Die Südkoreaner werden mit deutlich weniger Mitarbeitern vor Ort sein als geplant. ZTE erklärte, man werde Präsenz zeigen, aber auf die großen Events verzichten. Die GSMA als Ausrichter des MWC hat in der Folge scharfe Richtlinien erlassen: So werde man allen Personen aus der Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt, den Zugang zur Messe verweigern. Messebesucher, die zuvor in China unterwegs waren, müssen ein Gesundheitszertifikat vorlegen, um am MWC teilnehmen zu können. Allein direkt aus China werden 5000 bis 6000 Personen beim MWC erwartet. Die Veranstalter bestehen in den Ausstellungshallen und beim Einlass auf eine "no handshake policy". Die Desinfektionsvorschriften wurden zudem angepasst.

Überschattet wird die Messe in diesem Jahr von den Entwicklungen rund um das Coronavirus.

25 Mio. Euro Strafe für Apple 

Ein Verfahren, das eine französische Verbraucherorganisation angestrengt hatte, kommt Apple jetzt teuer zu stehen. Der Konzern erklärte sich einverstanden, 25 Millionen Euro Strafe zu zahlen. Der Hintergrund: Apple hat "absichtlich einige iPhone-Modelle mit einem Software-Update verlangsamt". Die französische Behörde für Wettbewerbsschutz, Verbraucherschutz und Bekämpfung von Betrug erklärte, Apple habe User nicht darüber informiert, dass iOS-Updates für ältere iPhones ihre Geräte verlangsamen könnten. In dem Verfahren ging es speziell um die Versionen iOS 10.2.1 und iOS 11.2 aus 2017. Das dynamische Power-Management hätte dafür gesorgt, dass iPhone 6, iPhone SE und iPhone 7 "unter bestimmten Umständen und insbesondere bei älteren Batterien" verlangsamt wurden. Apple hatte zunächst erklärt, das Power-Management habe verhindern sollen, dass sich ältere Geräte unerwartet abschalten. Später ging der Konzern aber auf seine Kunden zu und bot Betroffenen einen preisgünstigen iPhone-Batterieaustausch für nur 25 Euro pro Akku an.

In Frankreich wurde Apple zu einer Strafzahlung von 25 Mio. Euro verurteilt.

Speaker-Test: Google und Ikea siegen

Die Stiftung Warentest hat in ihrer Februar-Ausgabe (Heft 2/2020) WLAN-Lautsprecher, die teilweise über die Integration von Sprachassistenten verfügen, getestet. Den besten Sound attestierten die Warentester dem Google Home Max (Durchschnittspreis: 254 Euro). Lob gab es beim Klang auch für den Yamaha Musiccast 50. Er verfügt im Gegensatz zum Google Home Max aber nicht über eine Sprachsteuerung und kostet rund 405 Euro. Als Preis-/Leistungssieger wurde der Ikea Symfonisk, der in Zusammenarbeit mit Sonos entwickelt wurde, ausgezeichnet. Den Symfonisk gibt es zum Schnäppchenpreis von nur 99 Euro. Negativ: Die Warentester werteten Echo- und Google-Home-Geräte wegen mangelhafter Datenschutzerklärungen ab. Auskunftsrechte würden in langen Texten versteckt. Bei der Marke Dynaudio fehlte die Datenschutzerklärung sogar komplett, Marshall stellt in Deutschland nur eine englische Erklärung bereit. PS: Wer lieber auf Bluetooth- statt auf WLAN-Speaker setzen möchte, sollte sich nach Meinung der Warentester die B&O Beoplay P6 (ca. 283 Euro/Note „gut“, 1,7) oder die Bose SoundLink Revolve Plus (ca. 240 Euro, Note „gut“, 1,8) zulegen.

Der Google Home Max sicherte sich den Sieg bei der Stiftung Warentest.

Motorola Razr mit Aufklapp-Limit

Neben faltbaren Smartphones sind aufklappbare Geräte (angeblich) der nächste heiße Sch…! Samsung hat mit dem faltbaren Galaxy Fold einen veritablen Flop hingelegt. Der Nachfolger wird morgen auf einem Event in New York zusammen mit dem neuen Flaggschiff Galaxy S20 präsentiert. Doch auch andere Hersteller arbeiten an außergewöhnlichen Geräten: Zuletzt tauchte ein Patent von Apple auf, und Motorola spricht seinem neuen aufklappbaren Razr schon Marktreife zu. Das große Aber neben Preisen um 1500 oder mehr Euro: Es gibt offensichtlich ein Aufklapp-Limit beim Razr. Das Portal CNET berichtet, man habe das Razr mit einem FoldBot getestet, einem Roboter, der ein Gerät schnell auf- und zuklappt. Der Plan: 100.000 Versuche. Doch so weit kam es gar nicht erst: Nach fünf Stunden schloss das Razr nicht mehr, kurz nach dem 27.000 Falten. Das dürfte nicht mal für ein Jahr Nutzung reichen, auch wenn Motorola die Versuchsanordnung mit Falt-Bot wohl herunterspielen wird. Motto: So ein Test entspricht nicht dem wahren Leben. Trotzdem dürfte es für das Razr eng werden: Wie der YouTuber JerryRigEverything herausfand, übersteht das Razr auch nicht den "Taschensand"-Test, bei dem es Schmutz in der Hosentasche ausgesetzt war. Der Bildschirm selbst hielt, aber unter dem Display bildete sich eine merkwürdige Unebenheit. Andere Partikel gelangten ins Scharnier. Folge: regelmäßige Knackgeräusche im Gerät.

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Musik-Album für eine Million Euro kaufen

Gestreamt wird für 9,99 Euro im Monat, eine CD für 11 oder 12 Euro gekauft. Da klingt es absurd, dass der Musiker Wolf Maahn eine Sonderedition seines neuen Albums "Break out of Babylon" für eine Million Euro anbietet. Ein Deal für Superreiche? Genau das ist gewollt! "Bedingung ist, dass eine Million Euro gespendet wird an zwei Nichtregierungsorganisationen, je zur Hälfte für Naturschutz und soziale Projekte", erklärte der Sänger. Maahn hat sich über die Jahre immer wieder politisch engagiert, unter anderem für das Festival BandAid (1985) oder gegen Atomkraft. Wer das Album für eine Million kauft, erhält auch noch Bonus-Geschenke: zum Beispiel ein Privatkonzert des Künstlers sowie exklusive Zeichnungen von Maahn und seiner Frau. "Zu helfen“, sagt Maahn, "kann allergrößte Freude bereiten.“ Übrigens: Nicht so betuchte Musikfans können das Album in der normalen Edition für rund 15 Euro bei Amazon kaufen oder es bei Spotify, Apple Music & Co. streamen.

Das Cover zum neuen Album von Wolf Maahn.


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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