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Technik-Kolumne
TechTäglich: OLED-Fernseher – jetzt auch kleiner

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem ersten OLED-Fernseher in 48 Zoll und mit der Gewichtszunahme wegen Corona.

Text: W&V Redaktion

29. Mai 2020

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V.
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OLED-Fernseher – jetzt auch kleiner

Die OLED-Fernseher von LG sind auf die Top-Positionen bei der Stiftung Warentest abonniert. Derzeit belegen sie in der Bestenliste zehn der ersten zwölf Ränge. Nur auf den Plätzen sieben und acht können sich zwei Fernseher von Samsung dazwischenschieben. Bisher gibt es die hochgelobte OLED-Bildqualität aus Südkorea allerdings nur in großen Größen zwischen 55 und 88 Zoll. Das ändert LG ab Juni: Der neue OLED 48CX ist laut Hersteller der erste OLED-TV mit 48 Zoll (1,22 Meter). Er richtet sich an Nutzer, die ihren Fernseher in einem kleineren Wohnzimmer unterbringen müssen, oder die ein Zweitgerät fürs Schlafzimmer suchen. Gegenüber der 55-Zoll-Variante ist der Bildschirm knapp 18 Zentimeter kleiner.

Die Bildqualität soll aber groß bleiben – mit 4K, mit dem kontraststarken HDR10 und mit Dolby Vision für bis zu 120 Bilder pro Sekunde. Weil die Auflösung gleich bleibt, die Bildschirmgröße aber schrumpft, entspricht die Schärfe rechnerisch einem 96 Zoll großen 8K-Display. Damit soll sich der OLED 48CX auch ideal fürs Spielen mit der PlayStation 4, mit der künftigen PlayStation 5 oder mit deren Xbox-Konkurrenten eignen. Zum kleinen Preis gibt es das kleine Format aber nicht. Weil OLED-Displays in 48 Zoll bisher noch nicht in großen Mengen produziert werden, und weil es keine preiswerten Auslaufmodelle gibt, kostet der 48CX zumindest zum Start ziemlich ausgewachsene 1.799 Euro. Zum Vergleich: Den 55 Zoll großen LG OLED C9PLA gibt es schon ab schlanken 1.200 Euro.

Kleiner Fernseher, großer Preis – das ist der neue OLED-TV von LG in 48 Zoll.

Nintendo-Park: Der erste Blick aufs Super Mario Land

Eigentlich sollte die "Super Nintendo World" bereits im Sommer 2020 eröffnen. Wegen Corona mussten die Japaner den Start des Freizeitparks auf dem Gelände der Universal Studios in Osaka allerdings auf kommenden Herbst verschieben. Doch das Warten scheint sich für Mario-Fans zu lohnen. Drohnen-Aufnahmen, die jetzt auf Instagram und Twitter gelandet sind, zeigen eine so gut wie fertiggestellte interaktive und dreistöckige Welt, die wie ein riesiges Videospiel wirkt – nur in echt. Zu sehen sind die klassischen Mario-Röhren, die auch als Zugang und als Wege durch den Park dienen, das Schloss von Prinzessin Peach und die Burg von Bösewicht Bowser.

Das 500 Millionen Euro teure japanische Mario-Land sieht laut CNET nicht nur aus wie ein Videospiel, es funktioniert auch so. Besucher erhalten am Eingang ein Armband mit Sensoren, das ihre Leistungen bei den verschiedenen Attraktionen misst – zum Beispiel bei einem echten Mario-Kart-Rennen. Die Daten werden auf der Nintendo-Konsole des Nutzers gespeichert, der dann seine gesammelten Punkte beim nächsten Besuch in Osaka verbessern kann. Die Gäste treten in der "Super Nintendo World" auch gegeneinander an und ermitteln so zum Beispiel einen Tagessieger. In Florida und Hollywood sind ab 2023 zwei ähnliche Nintendo-Parks geplant.

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Corona: Deutsche nehmen nur 189 Gramm zu

Werden wir durch Corona alle dicker, bewegen uns weniger und schlafen schlechter? Der französische Fitnessspezialist Withings wollte es genau wissen und hat die weltweiten Messdaten seiner smarten Waagen und Fitnesstracker anonym ausgewertet. Ergebnis: Die Auswirkungen der Pandemie sind zumindest in Sachen Bewegung, Fitness und Gewicht geringer als gedacht. So haben in den USA nur 37 Prozent der Menschen mehr als ein Pfund zugenommen, wobei die durchschnittliche Gewichtszunahme bei 95 Gramm lag. In Deutschland hat jeder Besitzer einer Withings-Waage im Schnitt 189 Gramm zugelegt.

Dass der Anstieg überschaubar ist, kann laut der Experten aus Frankreich mehrere Gründe haben. So dürften die Menschen bewusst darauf achten, sich auch während der Pandemie ausreichend zu bewegen. Außerdem essen sie mehr zuhause. Selbstgekochte Mahlzeiten sind oft gesünder als Bürokost oder das späte Abendessen in einem Restaurant. Und Nutzer einer solchen smarten Waage passen ohnehin besonders gut auf ihr Gewicht auf. Außerdem haben die Deutschen laut Withings während des Lockdowns pro Tag durchschnittlich achteinhalb Minuten länger geschlafen. Weltweit haben die Nutzer 42 Prozent mehr Yoga betrieben, und 66 Prozent weniger Tennis gespielt.

Corona hat uns weder dick noch faul gemacht – dieses Fazit wagt Withings.

Google-Spracherkennung deutlich vor Siri

Die Spracherkennung funktioniert auf modernen Smartphones mittlerweile so gut und zuverlässig, dass es sich kaum mehr lohnt, Texte mühevoll selbst zu tippen. Doch der Unterschied zwischen einzelnen Geräten und vor allem zwischen iOS und Android ist immer noch bemerkenswert. Das zeigt auch ein Test des kalifornischen Startup-Investors James Cham, der die Spracherkennung auf einem iPhone und auf einem Pixel-Smartphone von Google miteinander verglichen hat. Dabei schnitt die Google-Software deutlich besser ab als Apples Siri. Der Clip wurde auf Twitter mittlerweile über eine halbe Million Mal aufgerufen.

Das Pixel-Phone erfasst den gesprochenen Text von Cham wesentlich schneller und zuverlässiger als das iPhone. Das Fazit des Tech-Investors dürfte den Erfahrungen entsprechen, die viele Nutzer von iOS und Android täglich machen: "Ich glaube nicht, dass den Menschen bewusst ist, wie sehr sich die Sprach-zu-Text-Erfahrung auf einem Pixel von der auf einem iPhone unterscheidet. Hier ist also eine kleine Gegenüberstellung als Beispiel. Das Pixel ist so reaktionsschnell, dass es sich anfühlt, als würde es meine Gedanken lesen." Dass Siri seit dem frühen Start 2011 ihren damaligen Vorsprung in Sachen Spracherkennung und Sprachverständnis verspielt hat, weiß auch Apple. Für Fortschritte könnte Inductiv sorgen, ein kanadischer Spezialist für Spracherkennung und künstliche Intelligenz, den Apple jetzt übernommen hat.

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Kühe legen Google-Leitung lahm

Wenn das Internet lahmt oder gar nicht funktioniert – dann kann es auch daran liegen, dass eine Kuh auf der Leitung steht. Das ist jetzt jedenfalls Google passiert. Im US-Bundesstaat Oregon war zuletzt ein oberirdisch verlegtes Glasfaserkabel gestört, das zwei Datenzentren von Google miteinander verbindet. Urs Hölzle, stellvertretende Leitung der Infrastruktur-Abteilung des US-Konzerns, verriet den Grund jetzt in einer Serie von Tweets, die er so eröffnete: "Ok, das ist mal etwas ganz Neues. Wusstet Ihr, dass Kühe einen Netzwerk-Ausfall verursachen können? Lacht nicht, genau das ist uns jetzt passiert."

Die Störungen (Fachbegriff "Flaps") sind in einer Hochgeschwindigkeits-Leitung aufgetreten, die Daten mit einem Tempo von mehreren Terabit pro Sekunde überträgt – zumindest, solange keine Kühe auf dem Kabel stehen. Die Leitung in Oregon war nach einem Sturm vom Mast gefallen, und Kühe waren über die Kabel getrampelt. Das Gewicht der Tiere zerstörte die hauchdünnen Glasfaserstränge. Zum Beweis für das tierische Malheur postete Hölzle das Bild der heruntergerissenen Leitung samt friedlich grasender Kuh im Hintergrund. Fazit: Grasfresser verträgt sich nicht mit Glasfaser.

Mit diesem Rinder-Wahnsinn verabschiedet sich TechTäglich in die Feiertage und wünscht Frohe Pfingsten!

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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