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Tech-Kolumne
TechTäglich: Podcast-Boom droht das Ende

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem drohenden Ende des Podcast-Booms und dem Duell Affe vs. Roboter.

Text: W&V Redaktion

12. Februar 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Podcast-Boom droht das Ende

Das Branchenportal "Digiday" schlägt Alarm: Während die breite Masse noch vom Podcast-Boom schreibt, drohe gerade kleinen Anbietern ein böses Erwachen. In den USA gehe das Interesse an Podcasts bereits deutlich zurück. Selbst namhafte Anbieter wie "Politico! oder "BusinessInsider" würden die Zahl der Shows reduzieren oder einzelne Formate länger pausieren, um das Konzept zu hinterfragen. Das grundsätzliche Problem seien schlechte Abrufzahlen und Schwierigkeiten bei der Vermarktung. Inzwischen gibt es laut der US-Werbeagentur Spark Foundry annähernd 850.000 Podcasts weltweit, doch der Markt sei längst überhitzt.

Die Vermarktung stoße immer mehr an Grenzen, da vielen Podcastformaten die Reichweite fehle. Zwar würden Programme wie "The Daily" von der New York Times große Erlöse erzielen und ein Millionenpublikum ansprechen. Die breite Masse der Podcasts habe aber Schwierigkeiten, immer aufwändigere Produktionen durchzufinanzieren. Viele Unternehmen glauben inzwischen, ihre Werbung treffe in Podcasts nicht auf die richtige Zielgruppe. Werbespots in älteren Podcast-Folgen könnten nicht an aktuelle Angebote angepasst werden. Kritisiert wird zunehmend auch, dass Werbung in Podcasts häufig nur vorgelesen werde. Dies sei so altbacken wie die Anfänge des Radios. Reichweiten würden zudem nicht korrekt gemessen, da fast jeder Anbieter andere Messgrößen verwende. Nur wenn sich Spotify &. Co. auf eine einheitliche Messgröße einigen würden, werde die Werbevermarktung einfacher.

Ebbt die Welle des Podcast-Hypes schon in Kürze ab?

Mac-Malware-Bedrohung plus 400 Prozent

Malwarebytes, einer der weltbekanntesten Anbieter von Antiviren-Software, hat seinen Jahresbericht veröffentlicht. Die "State of Malware"-Studie liefert interessante Erkenntnisse: Demnach drohte 2019 erstmals in der Computergeschichte mehr Gefahr für Mac-, als für Windows-Malware: "Insgesamt stiegen die Mac-Bedrohungen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 400 Prozent." Weitere Fakten aus der Studie: Immer häufiger sind Unternehmen von Malware bedroht (2019 plus 13 Prozent). 9,6 Millionen Mal wurde 2019 bei Firmen Malware entdeckt. Insgesamt liegt Deutschland auf Platz 3 aller Malware-Angriffe. Lösegeldforderungen von Hackern sind immer weiter verbreitet. Fazit der Sicherheitsforscher: "Vorinstallierte Malware ist allgegenwärtig. Der Dienstleistungssektor überholte den Bildungssektor und den Einzelhandel und schnappte sich den Spitzenplatz für Branchen, die 2019 von Bedrohungen betroffen waren."

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Microsoft Excel wird zur Drum Machine

Die meisten kennen Microsoft Excel wohl nur als Programm zur Tabellenkalkulation. Doch die Software ist viel schneller als man denkt – und auch eine Drum Machine. Das demonstriert der Musiker und YouTuber Dylan Tallchief eindrucksvoll in seinem neuen Video.

Mit Excel spielt Dylan (nicht Bob, nein!) "Take On Me" von A-ha nach. Für uns und sicher auch für Dylans 199.000 Abonnenten auf YouTube schon jetzt das Video der Woche:

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Pocketalk S erreicht Deutschland

 Der in Asien sehr erfolgreiche "Pocketalk S" erscheint am 21. Februar erstmals auch in Deutschland und kann ab sofort in vier Farben für 299 Euro vorbestellt werden. Das gehypte Gadget, ein mobiler KI-betriebener Realtime-Sprachübersetzer, ist vom Portal BusinessInsider zum "besten Zubehör der CES 2020" gewählt worden. Er kann 74 Sprachen bi-direktional übersetzen. Besonders geeignet ist der Translator für Umgebungen, in denen es laut ist (Messen, Tagungen, übervolle Seminare). In das Gerät mit gut ablesbarem Touchscreen ist neben sensiblen Mikros eine Kamera für Textübersetzungen integriert. Die 74 Sprachen ermöglichen es, "Pocketalk S" in 130 Ländern und Regionen zu nutzen. Er versteht sich nicht nur auf Konversationen, sondern auch auf das Übersetzen von Straßenschildern und Speisekarten, beherrscht Slang und lokale Dialekte. Ein zweijähriger kostenloser Datenplan ist Bestandteil des Kaufs. Das Gerät wurde weltweit bereits 600.000 Mal verkauft. Wer nicht vorbestellen will, kann das Gadget ab 21. Februar auch direkt bei Amazon oder im SMARTECH-Webshop im Berliner Shoppingtempel kaufen.

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Video: Schimpanse meets Roboter und iPad

Simon Pierro sorgt als "iPad-Zauberer" im TV und auf YouTube seit Jahren für Furore. Sogar Rapper 50 Cent hat schon Videos von Pierro im Netz geteilt. Der Entertainer lässt gern mal Bier aus dem Tablet laufen oder wahlweise Spielkarten herauspurzeln und erheitert damit sein Publikum immer wieder. In seinem neuen Clip wird es tierisch. Während alle Welt das künftige Verhältnis von Mensch und Maschine thematisiere, wolle er sich lieber der Beziehung zwischen Schimpansen und Robotern widmen, erklärt Pierro. Aus der Forschung sei bekannt, dass das Erbgut von Schimpansen und Menschen zu 99 Prozent identisch sei: "Aber ausgerechnet im Gehirn sind die Gen-Unterschiede dabei am geringsten. Und so fasziniert auch alles, was bei Menschen gut ankommt: Essen, Trinken und leuchtende Tablet-Bildschirme - ohnehin quasi das Lagerfeuer 2.0.", sagt Pierro. Und damit Film ab:

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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