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Technik-Kolumne
TechTäglich: Rätsel um die Tesla-Smartuhr

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Tesla fürs Handgelenk und mit der ersten Milliarde von Apple-Chef Tim Cook.

Text: W&V Redaktion

11. August 2020

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V.
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Rätsel um die Tesla-Smartuhr

Neben Elektroautos hat Tesla-Guru Elon Musk auch schon Flammenwerfer verkauft. Und zuletzt versuchte er sich im Unterwäsche-Geschäft. Ein neues Musk-Projekt gibt jetzt aber Rätsel auf. Xplora Technologies, ein norwegischer Hersteller von Smartuhren für Kinder, hat bei der US-Kommunikationsbehörde FCC die Zulassung einer neuen Smartwatch beantragt, mit der Eltern die Aktivitäten ihrer Kinder im Überblick behalten können. In dem Antrag wird Tesla Motors, Inc. als eines der beteiligten Unternehmen genannt. Und nun rätselt nicht nur der Elektroauto-Blog Electrek, was dahinter steckt: "Tesla ist an der Entwicklung einer Smartuhr beteiligt. Aber warum?!

Die Tesla-Experten spekulieren, dass der Autohersteller das norwegische Unternehmen womöglich übernommen hat. Grund könnten europäische Ingenieure mit besonderen Fähigkeiten sein, die Tesla für seine Projekte gebrauchen kann. Die vielversprechendste Spur führt aber zur cleveren Smartuhr-Software, die die Norweger in den letzten Jahren entwickelt haben. Bereits jetzt gibt es Apps von Fremdherstellern, mit denen sich ein Tesla zum Beispiel per Apple Watch öffnen lässt. Hier sind auch einige weitere Komfortfunktionen integriert. Einfluss auf diese Apps und auf ihre Qualität hat Tesla aber nicht. Electrek hält es für realistisch, dass Musk mit Hilfe von Xplora eine eigene Smartuhr als Zubehör und als Autoschlüssel für Tesla-Fahrer entwickeln lässt, die perfekt auf die Bedürfnisse seiner Fahrzeuge abgestimmt ist.

Die Xplora-Kinderuhren aus Norwegen sorgen für Rätsel: Was hat Tesla damit zu tun?

Apple-Chef Tim Cook ist jetzt Milliardär

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist gerade erst dem elitären Club der Mega-Milliardäre beigetreten. Sein Vermögen hat jetzt 100 Milliarden US-Dollar überschritten. Damit ist er der drittreichste Mensch der Welt, hinter Jeff Bezos (187 Milliarden) und Bill Gates (121 Milliarden), den Gründern von Amazon und Microsoft. Im Vergleich zu diesen Super-Superreichen ist Apple-Chef Tim Cook, der kein Gründer ist, sondern nur ein (gut) bezahlter Angestellter, ein armer Schlucker. Aber auch er hat die drängendsten Finanzprobleme jetzt hinter sich gebracht. Denn Cook grüßt ab sofort als Dollar-Milliardär. Sein Vermögen ist nach Berechnungen des Finanzmagazins Bloomberg erstmals zehnstellig.

Seit Cook 2011 das Ruder vom verstorbenen Firmengründer Steve Jobs übernommen hat, hat Apple Umsatz und Gewinne mehr als verdoppelt. Mittlerweile nähert sich der US-Konzern einem Börsenwert von zwei Billionen Dollar. Entsprechend üppig fallen die Boni und Aktienoptionen von CEO Cook aus. Allein die 847.969 Apple-Aktien, die er besitzt, sind rund 375 Millionen Dollar wert. Dazu kommen weitere Prämien und Gratifikationen von 650 Millionen Dollar, die der Apple-Chef laut Bloomberg in den letzten Jahren erhalten hat. Demnächst folgt ein weiteres 100-Millionen-Dollar-Paket. Und was fängt Tim Cook mit dem vielen Geld an? Er gilt persönlich als überaus bescheiden und stiftet Millionen für wohltätige Zwecke. Allein 2019 soll er fünf Millionen Dollar an Apple-Aktien für Charity zur Verfügung gestellt haben.

Linst zufrieden auf sein Konto: Apple-Chef Tim Cook ist neuerdings Milliardär.

Verfassungsschutz warnt: Alexa im Homeoffice abschalten

Millionen von Menschen arbeiten nach wie vor Zuhause im Homeoffice. Und dieser Trend dürfte auch anhalten, wenn die Corona-Pandemie überstanden ist. Das österreichische Bundesamt für Verfassungsschutz (BVT) hat jetzt in einer 24-seitigen Download-Broschüre detaillierte Tipps zur "Cyber-Sicherheit im Homeoffice und an Telearbeitsplätzen" geliefert. Die Ratschläge, die zum allergrößten Teil auch für deutsche Homeoffice-Nutzer relevant sind, bieten neben Klassikern wie der Nutzung starker Passwörter oder der Verschlüsselung von E-Mails und Festplatten auch einige überraschende, neue und sinnvolle Tipps.

Die österreichischen Verfassungsschützer raten, das Fenster bei Videochats und sensiblen Telefonaten geschlossen zu halten, um Mitlauschen zu verhindern. Die Arbeitsgeräte für das Homeoffice sollten nicht auch privat genutzt werden, zitiert der Standard aus der Broschüre: "Weichen Sie für die private Internetnutzung nach Möglichkeit auf alternative Geräte aus.“ So wird sichergestellt, dass sensible Firmendaten nicht durch Sicherheitslücken zum Beispiel im privaten WhatsApp gefährdet werden. Einer der zentralen Ratschläge der Österreicher lautet: Neugierige Sprachassistenten wie Amazons Alexa sollten im Homeoffice und "im Hörbereich des Arbeitsplatzes" dringend abgeschaltet werden. Denn sie hören immer wieder "aus Versehen" mit – und das kann gerade bei dienstlicher Kommunikation fatal sein.

Ohren zu: Alexa sollte im Homeoffice nicht zuhören.

Fall Guys: Millionen spielen das neue Kinder-Fortnite

So lange gegeneinander kämpfen, bis ein Spieler als Sieger übrig bleibt – diese Idee heißt "Battle Royale" und wurde vor allem durch das Actionspiel "Fortnite" zum weltweiten Hit. Nun gibt es das "Alle gegen einen" auch in einer kunterbunten und friedlichen Version für kleinere (und größere!) Kinder. "Fall Guys: Ultimate Knockout" heißt die Neuheit für PlayStation 4 und PC, die gewaltig für Furore sorgt. Entwickler Mediatonic aus England hat gerade gemeldet, dass das 20 Euro teure Spiel auf der PC-Plattform Steam seit dem Start am 4. August über zwei Millionen Mal gekauft wurde. Zum Hype trägt auch bei, dass "Fall Guy" im Abo-Dienst "PlayStation Plus" noch bis Ende August kostenlos ist.

Die "Hinfall-Jungs" sind optisch ein Mix aus Ü-Ei, Minions und dem TV-Klassiker Barbapapa. Selbst wer nicht gewinnt, staunt und lacht über das Chaos, das sie veranstalten. Bis zu 60 Teilnehmer treten online in absurden Wettbewerben à la "Spiel ohne Grenzen" gegeneinander an. Auf dem Programm stehen Balancieren auf drehenden Plattformen und auf Wippen, Hindernislauf auf einer Schleimspur, Früchte-Memory und viele weitere Partyspiele. Kinder und verspielte Erwachsene haben eine Riesengaudi, völlig ohne Gewalt. Eltern sollten trotzdem aufpassen. Denn schlussendlich geht es in dem Spiel genau wie in "Fortnite Battle Royale" doch wieder darum, den Kids durch Extra-Käufe von Kostümen und anderem Zubehör das Taschengeld abzuknöpfen.

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Prime Gaming: Amazon tauft Spiele-Plattform um

Alter Wein in neuen Schläuchen: Amazon hat seinen Spieledienst Twitch Prime, der außerhalb der Gamer-Szene bisher eher unbekannt ist, in Prime Gaming umbenannt. Durch den griffigeren Namen soll die Zugehörigkeit des 2016 gestarteten Angebots zu Amazons Prime-Abo verdeutlicht werden. Die Leistungen des Spieledienstes bleiben zunächst unverändert. Prime Gaming bietet kostenlose Zusatzinhalte für Spielehits wie FIFA 20, Apex Legends, Grand Theft Auto Online oder League of Legends. Zudem sind (meist nicht allzu aufregende) PC-Gratisspiele und ein Abo für den Spiele-Streamingdienst Twitch inklusive.

Prime Gaming ist Bestandteil von Amazons Prime-Abo, das in Deutschland 69 Euro im Jahr kostet, und das nach Angaben des US-Konzerns weltweit mittlerweile mehr als 150 Millionen Abonnenten hat. Neben dem Gratis-Versand von Bestellungen und dem Film- und Serienpaket Prime Video sind darin unter anderem auch kostenlose Angebote von Musik und E-Books inbegriffen. Die ersten 30 Tage sind zum Testen kostenlos. Unter dem Codenamen "Project Tempo" plant Amazon zudem einen Spiele-Streamingdienst à la Google Stadia, dessen Start sich wegen Corona aber auf 2021 verschieben dürfte.

Prime Gaming: Amazons Spieledienst bekommt einen neuen, zugkräftigeren Namen.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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