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Technik-Kolumne
TechTäglich: So könnte das iPhone 12 aussehen

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einem ersten Blick aufs 5G-iPhone und mit dem Comeback einer deutschen TV-Kultmarke.

Text: W&V Redaktion

4. Mai 2020

Die tägliche Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einem ersten Blick aufs 5G-iPhone und mit dem Comeback einer deutschen TV-Kultmarke.
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iPhone 12: So sieht es aus

Das im Herbst erwartete iPhone 12 dürfte das spannendste Apple-Smartphone seit dem iPhone X von 2017 werden. Frisch an Bord sind erstmals 5G-Mobilfunk, ein neues Kamerasystem mit dem 3D-Tiefenscanner LiDAR – und ein komplett überarbeitetes Design. Wobei: Das neue Design ist eigentlich alt. Und das sind gute Nachrichten. Denn Apple kehrt offenbar tatsächlich zur eckigeren Gestaltung des iPhone 4 aus dem Jahr 2010 zurück, das bei vielen Fans bis heute enorm beliebt ist. Apple verwendete das Design mit dem Metallband rund um den Bildschirm zuletzt beim iPhone SE von 2016. Detaillierte Konzeptfotos von PhoneArena zeigen nun erstmals, wie gut diese Optik mit dem beinahe randlosen Bildschirm des iPhone 12 und des 12 Pro harmoniert. PhoneArena spricht von einem "dramatischen Designwechsel" bei Apple.

Die Experten haben alle derzeit verfügbaren und plausiblen Gerüchte in ihre Bilder gepackt. So zeigen die Designs auch die deutlich geschrumpfte Einkerbung ("Notch") für Kameras und Sensoren auf der Vorderseite. Das Gehäuse ähnelt einem geschrumpften iPad Pro – und sieht deutlich markanter aus als die rundgelutschten Modelle seit dem iPhone 6. Klugerweise sparen die 3D-Renderings die Unterseite aus. Denn hier ist bisher unklar, ob Apple weiterhin auf Lightning setzt oder seinen hauseigenen Anschluss durch USB-C ablöst. Die Tendenz geht zu einem weiteren Jahr Lightning, bevor Apple womöglich komplett auf drahtlose Strom- und Datenversorgung setzt. Allerdings müssen Interessenten wohl einen Monat länger als gewohnt auf das iPhone 12 warten. Denn wegen Corona soll sich der Verkaufsstart auf Mitte/Ende Oktober verschieben – weil Apple-Ingenieure derzeit nicht wie gewohnt zwischen den USA und Asien pendeln können, um die Produktion vorzubereiten.

Vier gewinnt: Das Design des iPhone 12 erinnert verblüffend an das iPhone 4 von 2010.

Mario Tennis statt Wimbledon

Solange kein echter Sport stattfindet, bleiben E-Sports-Veranstaltungen mit prominenten Teilnehmern enorm angesagt. Beim "Virtual GP" der Formel 1 in Brasilien musste sich Simulator-König Charles Leclerc am Sonntagabend erstmals geschlagen geben. Nach einem turbulenten Rennen und einer Zeitstrafe belegte Sebastian Vettels Ferrari-Teamkollege nur Platz drei hinter Alex Albon (Red Bull) und George Russell (Williams). Acht Tennis-Stars wie Serena Williams, Naomi Osaka oder Maria Sharapova spielten am Wochenende ebenfalls virtuell – beim "Stay at Home Slam"-Turnier mit "Mario Tennis Aces".

Nintendos Spaß-Spiel sieht zwar kunterbunt und lustig aus, doch das Event hatte einen durchaus ernsten Hintergrund. Als Startgeld gab es für jeden Teilnehmer 25.000 Dollar, die Siegprämie lag bei einer Million Dollar – alles für einen guten Zweck im Rahmen der Corona-Bekämpfung, den sich die Stars selbst aussuchen konnten. Gespielt wurde im Doppel an der Seite von Promis wie Hailey Bieber oder dem DJ Steve Aoki. Tennis-Legende John McEnroe kommentierte – und erlebte laut Kyodo News am Ende den Finalsieg von US-Profi Taylor Fritz und TikTok-Superstar Addison Rae.

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5G für den Mount Everest

Das höchste Funkloch der Welt ist geschlossen. Auf dem Gipfel des Mount Everest in 8.848 Metern Höhe gibt es ab sofort – im Gegensatz zum Großteil Deutschlands – 5G-Empfang. Huawei und China Mobile haben hierfür mit 150 Mitarbeitern drei Mobilfunkanlagen auf 5.300, 5.800 und 6.500 Metern Höhe installiert und insgesamt 25 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Die Datenversorgung dient nicht in erster Linie Touristen, die ihre Bilder vom höchsten Gipfel der Welt auf Instagram posten wollen – zumal der Mount Everest wegen des Coronavirus derzeit ohnehin gesperrt ist. Stattdessen stehen Wissenschaft und Forschung im Mittelpunkt.

Das 5G-Netz, das laut Bloomberg ein Download-Tempo von bis zu 1,66 Gigabit pro Sekunde liefert, ist vor allem für eine neue Vermessung des Mount Everest geplant, die in diesem Jahr stattfindet. Durch das schnelle Internet können die Techniker auf Online-Tools zurückgreifen und ihre Daten in Echtzeit mit der Cloud austauschen. Sobald dieses Projekt abgeschlossen ist, wollen Huawei und China Mobile die Mobilfunkstationen wieder abbauen. Denn der Everest soll nicht dank 5G zu einem noch attraktiveren Touristen-Hotspot werden. Solange 5G im Himalaya funkt, sorgt es nun aber erstmals für einen atemberaubenden Video-Livestream vom Gipfel des Mount Everest, der auf YouTube zu bestaunen ist.

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Deutscher TV-Kult: Loewe ist wieder da

Loewe ist wieder da. Der beständig kriselnde deutsche Edel-Hersteller ist aus der Insolvenz zurückgekehrt und nimmt nun am Traditions-Standort Kronach in Oberfranken die Herstellung seiner Fernseher wieder auf. Loewe-Geräte wie der "Bild 3.55 OLED" (ab 2.500 Euro) oder der "Bild 5 OLED" (ab 3.500 Euro) sind zudem bei vielen Händlern wieder verfügbar. Der neue Eigentümer, die Skytec-Gruppe aus der Slowakei, beschäftigt zunächst rund 90 Mitarbeiter in der Fertigung in Kronach und setzt laut WinFuture ganz auf das Manufaktur-Konzept "Handmade in Germany".

Dieser traditionsbewusste Ansatz soll die hohen Preise der Loewe-Fernseher rechtfertigen – auch wenn zentrale Komponenten wie die OLED-Bildschirme natürlich nach wie vor von asiatischen Zulieferern wie LG Display aus Südkorea stammen. Ob die Idee des schicken "Deutschland-Fernsehers" mit Ingenieurskunst und Design aus Oberfranken diesmal ausreichen, eine kleine, feine Nische neben Massenherstellern wie Samsung und LG zu finden, bleibt vorerst offen. Was die nächste Generation der Franken-Fernseher bietet, wollte die neue Loewe Technology GmbH eigentlich im September auf der IFA in Berlin zeigen – die wegen Corona nun aber zur Online-Messe schrumpft.

Einmal Loewe, immer Loewe: Der fränkische TV-Hersteller ist zurück aus der nächsten Krise.

Simp: Das neue Schimpfwort aus dem Internet

Wer oder was ist ein "Simp"? Dieses nagelneue Schimpfwort geistert jetzt immer öfter durchs Netz – und kaum jemand, weiß, was es bedeutet. Der Standard aus Wien und das Internet-Wörterbuch Urban Dictionary sorgen nun für Klarheit. Der "Simp" ist eine modernisierte Version von "Weichei" und "Warmduscher" – nämlich ein Mann, der ebenso erfolg- wie hoffnungslos um die Aufmerksamkeit einer Frau buhlt. Urban Dictionary beschreibt den Simp so: "Ein Mann, der sich gegenüber Frauen in eine unterwürfige Position begibt – in der Hoffnung, sie für sich zu gewinnen, ohne dass die Frau überhaupt Interesse zeigt."

Das dazugehörige Verb nennt sich "Simping" und steht für Männchen, die vergeblich ihre eigenen Sozialkontakte vernachlässigen, um die Gunst des Weibchens zu erlangen. Das deutsche "simpel" steckt mitten in dem neuen Modewort und weist auf einen überschaubar scharfen Verstand hin. Deshalb lässt sich Simp generell für Kerle verwenden, die sich nicht unbedingt als Geistesgrößen hervortun. Ein YouTube-Video erklärt das Netz-Phänomen des Simp knapp elf Minuten lang in aller Ausführlichkeit.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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