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Tech-Kolumne
TechTäglich: Spotify – Superstars lesen Harry Potter

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einem Zauberer im Home Office und einem Stern, der den falschen Namen trägt.

Text: W&V Redaktion

6. Mai 2020

TechTäglich - die Tech-Kolumne von W&V.
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Spotify: Superstars lesen Harry Potter

Noch ist unklar, ob Corona nur ein Muggel-Virus ist – oder ob die Seuche auch Magiern gefährlich wird. Harry Potter sorgt jedenfalls vor. Weil wohl auch Hogwarts geschlossen hat, zaubert der Junge mit dem Blitz auf der Stirn nun zuhause im Home Office. Und das mit freundlicher Unterstützung von Spotify. Um großen und kleinen Potter-Fans die Zeit zu vertreiben, lesen Schauspieler aus den Verfilmungen und andere Stars ab sofort den ersten Band "Harry Potter and the Philosopher’s Stone" ("Harry Potter und der Stein der Weisen") als englischsprachiges Hörbuch vor.

Den Anfang macht unter dem Motto „Potter liest Potter“ der Hauptdarsteller höchstpersönlich: Daniel Radcliffes 26 Minuten lange Lesung des ersten Kapitels "The Boy Who Lived" ist jetzt bei Spotify online. Ein Abo ist zum Anhören nicht erforderlich, ein kostenloses Spotify-Konto genügt. Die insgesamt 17 Kapitel erscheinen wöchentlich. Auf der Liste der prominenten Vorleser stehen unter anderem Fußball-Legende David Beckham, Schauspieler Stephen Fry sowie dessen Kollegin Dakota Fanning. Die Lesungen aus dem virtuellen Hogwarts gehören zum Projekt "Harry Potter at Home", mit dem Autorin Joanne K. Rowling in Corona-Zeiten für ein wenig Abwechslung sorgen will. Auf der Website der Initiative ist das Hörbuch ebenfalls gratis verfügbar – und das sogar mit Videos der Stars beim Lesen.

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Apple: Online-WWDC startet am 22. Juni

Dass Apples Entwicklerkonferenz WWDC dieses Jahr nicht wie üblich mit Tausenden Teilnehmern im kalifornischen San José stattfinden kann, war bereits seit März klar. Damit das Event nicht zum ersten Mal in 31 Jahren komplett ausfällt, organisiert Apple eine Online-WWDC – und hat nun Details bekanntgegeben. Die "Virtuelle Worldwide Developers Conference" beginnt am 22. Juni, und damit etwas später als zum gewohnten Termin Anfang Juni. Während üblicherweise nur eine begrenzte Teilnehmerzahl bei den Workshops und Präsentationen vor Ort dabei sein kann, sind diesmal virtuell alle registrierten Apple-Entwickler kostenlos eingeladen.

Marketingchef Phil Schiller blickt in einer Pressemitteilung voraus: "Wir können es kaum erwarten, uns im Juni online mit der weltweiten Entwicklergemeinschaft zu treffen und mit ihr all die neuen Tools zu teilen, an denen wir gearbeitet haben." Auch die "Heim-WWDC" dürfte wie gewohnt mit einer Keynote beginnen, auf der CEO Tim Cook die nächsten Versionen von iOS, iPadOS, macOS, watchOS und tvOS vorstellt – und womöglich "One more thing" aus dem Hut zaubert. Zusätzlich zum gewohnten Programm veranstaltet Apple eine "Swift Student Challenge", bei der studentische Entwickler zeigen können und erfahren, was mit Apples Programmiersprache Swift alles möglich ist.

Kunterbunt und nerdig – so zeigt Apple seine Entwickler in der Ankündigung der "Heim-WWDC 2020".

Zoom: Ab Samstag (noch?) sicherer

Unglaublich beliebt, unglaublich umstritten: Das Videochat-Programm Zoom hat in Home-Office-Zeiten zuletzt eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt. Für kommenden Samstag (9. Mai) verspricht das kalifornische Unternehmen eine weitere Aktualisierung, die Sicherheitsprobleme beheben soll. Zoom-Nutzer mit kostenlosen Konten brauchen dann generell ein Passwort, um an Videokonferenzen teilnehmen zu können.

Für Gratis-Kunden wird es zudem obligatorisch, dass sie zunächst in virtuellen Warteräumen landen, bis sie der Administrator in den Chat bittet. Nur Gastgeber können künftig das Teilen des Bildschirms starten. Und sie haben die Möglichkeit, Meeting-IDs nachträglich zu deaktivieren, um Missbrauch zu verhindern. Die Maßnahmen sollen das berüchtigte "Zoombombing" verhindern, bei dem Hacker sich mit Pornostreams oder anderen dubiosen Inhalten in Videochats einschalten – oft genug auch zum Schrecken von Lehrern, die mit ihren Schülern in Zoom Online-Unterricht abhalten.

Zoom? Aber sicher! Der US-Videochat verstärkt erneut seine Sicherheitsmaßnahmen.

Instagram: Konto von Mercedes-Benz gehackt

Wer am Dienstagabend den offiziellen deutschen Instagram-Account von Mercedes-Benz aufgerufen hat, konnte eine böse Überraschung erleben. Denn Hacker hatten das Konto übernommen und Botschaften wie "BMW ist eh viel besser" gepostet. Zudem riefen sie zu einer zweifelhaften Spendenaktion gegen den weltweiten Hunger auf, zu bezahlen mit Bitcoin. Und im Netz kursieren laut RND auch Screenshots, die eine Hakenkreuzflagge auf dem Mercedes-Account zeigen.

Der oder die Hacker waren unter dem Pseudonym "catz" aktiv. Motto: Ein Stern, der einen falschen Namen trägt. Auf einigen der Bildschirmfotos ist das Gesicht des umstrittenen deutschen Videostreamers MontanaBlack zu sehen, der bereits mehrfach durch rassistische Äußerungen und nicht ausreichend gekennzeichnete Werbung für Online-Casinos negativ aufgefallen ist. Ob er in Verbindung mit dem Hack steht, ist bisher unklar – jedenfalls erkundigte er sich umgehend auf Instagram nach einem Mercedes-VIP-Leasing. Konzernsprecher Jörg Höwe bestätigte den Vorfall gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten": "Der deutsche Mercedes-Benz Instagram-Account wurde am Dienstagabend gehackt. Der Hack wurde sofort bemerkt. Entsprechende Schritte wurden sofort eingeleitet." Derzeit ist der Account mit seinen 6,7 Millionen Abonnenten nicht erreichbar.

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Tschüss, Wunderlist – Hallo, Superlist!

2015 hatte der Berliner Entwickler Christian Reber seine To-Do-App "Wunderlist" an Microsoft verkauft. Doch statt das weltweit hochgelobte Programm weiterzuentwickeln und zu pflegen, fledderte der US-Konzern Wunderlist geradezu, und integrierte die besten Bestandteile in seine eigene Aufgaben-App "To do". Bereits Ende letzten Jahres hatte Reber Microsoft regelrecht angefleht, ihm die Rechte an Wunderlist zurück zu verkaufen. Auf diese Bitte ging Microsoft nicht ein – und nimmt Wunderlist heute endgültig vom Netz.

Nun reagiert Christian Reber – und kündigt einen eigenen Wunderlist-Nachfolger namens "Superlist" an, als mächtiges Produktivitäts-Tool für Privatnutzer, Teams und Unternehmen. Dafür will er bis zu 200.000 Euro investieren. "Ich habe wirklich versucht, es nicht zu tun, aber die Qualität bestehender To-Do-Apps ist nicht ausreichend", erklärte Reber gegenüber gruenderszene.de. Er hat in den vergangenen Wochen ein fünfköpfiges Team für die Entwicklung von Superlist zusammengestellt, und will nun eine Alternative zu Microsofts "To do" oder auch zu Slack schaffen. Interessenten können sich in einen Verteiler eintragen, um bereits vor dem geplanten Start 2021 regelmäßig alle Neuigkeiten rund um Superlist zu erfahren.

Listenreich: Wunderlist erhält mit Superlist einen neuen und aufgebohrten Nachfolger.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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