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Technik-Kolumne
TechTäglich: Trauer um Maradona

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einer bösen Verwechslung und mit dem Boris-Becker-Podcast von Amazon.

Text: W&V Redaktion

27. November 2020

TechTäglich ist die Technik-Kolumne von W&V.
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Trauer um Maradona – Madonna lebt

Die Trauer um Fußball-Held Diego Maradona ist riesig. Argentinien hat nach dem Tod seines Idols, das am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt starb, drei Tage Staatstrauer angekündigt. Maradonas Herzensklub SSC Neapel, dem er 1987 zur ersten italienischen Meisterschaft verhalf, will seine Heimspielstätte in "Stadio Diego Maradona" umbenennen. Nur auf Twitter fiel das "Ad10s" nicht ganz so würdevoll aus. Und schuld daran war wieder mal, wenn auch wohl unverschuldet, Noch-US-Präsident Donald Trump. Er soll in einem Beileids-Tweet den verstorbenen Maradona mit Pop-Legende Madonna verwechselt haben – die sich aber mutmaßlich bester Gesundheit erfreut.

Auf Twitter kursiert jedenfalls ein Screenshot, in dem sich Trump bestürzt über das angebliche Ableben Madonnas äußert: "Ich bin sehr traurig, vom Tod von Madonna zu hören. Sie war eine großartige Person. Ihre Musik war wundervoll. Ich kann mich erinnern, wie ich in den frühen 80ern ihre Alben gehört habe. Ruhe in Frieden!" Auf dem offiziellen Trump-Account ist der Tweet allerdings nicht zu finden. Und es deutet auch nichts darauf hin, dass ihn der Präsident geschrieben und dann gleich wieder gelöscht hat. Dieses eine Mal handelt es sich also wohl tatsächlich um Fake News. Twitter nahm die Trump-Verwirrung aber zum Anlass für zahlreiche Madonna-Maradona-Memes – die unter anderem die Sängerin mit dem WM-Pokal zeigen. Wenigstens eines verbindet die beiden beinahe namensgleichen Legenden ja: "Don’t cry for me, Argentina."

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Youtube bevorzugt Impf-freundliche Videos

Wenn es um Verschwörungstheorien oder um rechte Statements geht, zeigen sich Netzwerke wie Facebook oder Youtube gerne betont tolerant – und gehen auch gegen krude Thesen nur sehr ungern vor. Und so sind zum Beispiel bei Youtube jede Menge Videos rund um Chemtrails oder die "Biowaffe 5G" verfügbar. Forscher der Virginia Tech University in den USA haben jetzt aber festgestellt, dass sich Youtube zumindest bei einem wichtigen aktuellen Thema sehr klar positioniert. Dabei geht es ums Impfen. Bei der Suche nach Videos rund ums Impfen (Englisch: "Vaccine", "Vaccinate") liefert der Youtube-Algorithmus so gut wie keine Videos von Impfgegnern oder gar Verschwörungstheoretikern aus.

Während bei Klassikern wie 9/11, Mondlandung oder der angeblich scheibenförmigen Erde jede Menge obskure Clips angezeigt werden, kommen in Sachen Impfen bei der Youtube-Suche praktisch ausschließlich Befürworter zu Wort, so die Futurezone aus Österreich. Selbst wer bewusst nach impfkritischen Videos sucht, wird kaum fündig. Zufall dürfte das keiner sein. Dass Youtube hier gezielt die Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützt, will Googles Videotochter so nicht bestätigen. Man möchte lediglich, so ein Statement, die Verbreitung von Falschinformationen verhindern. Impfgegner könnten dies allerdings schon wieder als Unterdrückung ihrer Meinung durch die Medien auffassen.

 

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Amazon startet Boris-Becker-Podcast

Amazon setzt seine Podcast-Offensive fort. Nachdem zuletzt die Hörbuch-App Audible einen großen Podcast-Bereich erhalten hat, startet am 8. Dezember exklusiv bei Amazon Music ein spektakulärer neuer Podcast. In "Boris Becker – Der Fünfte Satz" spricht der einstige Tennisheld laut Amazon "mit Johannes B. Kerner offen wie nie zuvor über die Höhen und Tiefen seines Lebens". Insgesamt fünf Folgen erscheinen jeweils dienstags. Jede soll ein prägendes Kapitel von Beckers bewegtem Leben beleuchten und "intime und überraschende Geschichten" offenbaren.

Der aktuell finanzschwache Becker erklärt zu seinem neuen Projekt, das den einen anderen Taler aufs Konto spülen sollte: "Über mich ist immer schon viel geschrieben und gesprochen worden. Jetzt freue ich mich sehr darüber, meine Geschichte vollständig und in meinen eigenen Worten zu erzählen." Gastgeber JBK verspricht Großes: "In dieser Intensität habe ich eigentlich mit keinem Menschen, mit dem ich nicht Familie oder Freund bin, gesprochen." Der Becker-Kerner-Podcast ist für Kunden von Amazon Music über die App für iOS und Android, über Amazons Echo-Geräte sowie auf music.amazon.de/podcasts verfügbar. Prime-Mitglieder können gratis zuhören. Das Abo gibt es ab 3,99 Euro im Monat.

Lass uns mal reden: Boris Becker und Johannes B. Kerner wechseln weit mehr als nur fünf Sätze.

Windows bekommt Android-Apps

Microsofts Pläne, mit Windows Phone ein eigenes Smartphone-Betriebssystem mit eigenen Apps zu etablieren, sind schon vor Jahren krachend gescheitert. Seitdem steht der US-Konzern dem Siegeszug von Android relativ machtlos gegenüber. Mit dem Falt-Handy Surface Duo gibt es längst ein eigenes Android-Gerät aus Redmond. Und ab nächstes Jahr sollen Android-Apps auch auf Windows 10 Einzug halten. Das berichtet Windows Central unter Berufung auf interne Quellen bei Microsoft.

Demnach soll die nächste große Windows-Aktualisierung im Herbst 2021 die Android-Unterstützung bringen. Wie die Umsetzung von "Windroid" aussehen soll, ist bisher aber noch nicht klar. Microsoft könnte tatsächlich den kompletten Google Play Store in Windows 10 übernehmen. Damit würde es der Konkurrenz allerdings einen sehr herausgehobenen Platz in seinem Betriebssystem einräumen. Deshalb gilt diese Lösung als eher unwahrscheinlich. Realistischer ist, dass Microsoft lediglich ausgesuchte Android-Apps in seinem Windows Store anbietet. Bereits jetzt lassen sich einige Android-Apps unter Windows 10 nutzen. Das funktioniert aber nur sehr eingeschränkt, und per Verbindung mit ausgewählten Samsung-Smartphones.

Android trifft Windows – ein Blick in die Computer-Zukunft.

Apple: Das ist das Weihnachtsvideo 2020

Apples aufwändig inszenierte Weihnachtsvideos sind seit Jahren legendär. Zuletzt produzierte Billie Eilish 2018 einen eigenen Song für das Video "Share Your Gifts". Und letztes Jahr bastelten zwei Mädchen im Film "Holiday - The Surprise" auf dem iPad ein Erinnerungsvideo an ihre gerade verstorbene Oma – und trösteten damit ihren Opa. Dieses Jahr geht es nicht ganz so rührend zu. Im Mittelpunkt des knapp zweieinhalb Minuten langen Weihnachtsclips "The Magic of mini" stehen die US-Rapperin Tierra Whack – und der neue HomePod mini.

Die in Deutschland noch nicht allzu bekannte 25-Jährige hört darin in einer winterlichen Stadt mit AirPods ihre Musik. Zurück zuhause, verwandelt sie ihren alten HomePod dann per Siri-Sprachbefehl in den kleinen HomePod mini – und schrumpft selbst auf Kleinformat. Klare Botschaft in Sachen HomePod und fürs ganze Leben: Kleiner muss nicht schlechter sein. Die Zuseher des Videos bemängeln allerdings, dass der HomePod mini zwar schick ist und auch ordentlich klingt, aber leider nicht lieferbar ist. Der deutsche Apple Store nennt derzeit 11. bis 18. Januar als Lieferzeit – also zumindest rechtzeitig zu Weihnachten 2021.

TechTäglich ist dagegen am Montagvormittag wieder pünktlich lieferbar. Bis dahin wünschen wir ein schönes und gesundes erstes Advents-Wochenende.

 

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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