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Technik-Kolumne
TechTäglich: Wegen Zoom – Papageien im Tierheim

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Vogel-Problemen im Home Office und mit dem Termin fürs iPhone 12.

Text: W&V Redaktion

23. September 2020

TechTäglich ist die Technik-Kolumne von W&V.
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Wegen Zoom: Mehr Papageien im Tierheim

Kauf dir einen Papagei, haben sie gesagt, und es wird dir nie mehr langweilig! Die schlauen Vögel sind etwa so aufgeweckt wie ein dreijähriges Kind, mindestens genauso redselig – aber viel lauter! Und während man ein Kind während einer Zoom-Videokonferenz notfalls vor dem Fernseher parken kann, lassen sich Papageien kaum vom Plappern oder sogar vom Fluchen abhalten. Da fällt die Konzentration im Home Office schwer. In England werden deshalb in Corona-Zeiten deutlich mehr Papageien im Tierheim abgegeben als in den letzten Jahren. Allein im Vogelasyl Birdline landeten zwischen März und September 88 der bunten Vögel, 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Tierschützerin Claire Longworth erklärt den Anstieg gegenüber der Daily Mail so: "Es ist schwierig, wenn du einen Zoom-Anruf oder eine Audiokonferenz hast, und im Hintergrund kreischt ein Papagei."

Nimal Fernando aus London, der in sozialen Medien über das Leben mit Papageien informiert, berichtet von bis zu 50 Nachrichten pro Tag, die ihn von verzweifelten Papageien-Besitzern erreichen: "Mein Vogel schreit. Wie bringe ich ihn zum Schweigen?" Antwort: Gar nicht, die regen Tiere verfügen über keine Mute-Taste. Viele Besitzer bringen ihren Vogel offenbar gar nicht ins Tierasyl – sondern setzen ihn einfach an die frische Luft. Die britische Facebook-Gruppe "Lost Parrots & Birds Found" hat dieses Jahr einen enormen Anstieg von herrenlosen Papageien verzeichnet, die in der freien Natur gefunden wurden. Wieder eingliedern lassen sich die Vögel, die bis zu 70 Jahre alt werden, nicht so einfach. Denn sie sind bei der Wahl ihrer Besitzer sehr wählerisch und häufig auf ein Geschlecht fixiert. Männern oder Frauen kann es dann passieren, dass sie regelmäßig gebissen werden.

Zu laut für Zoom: Viele Menschen im Home Office haben keinen Vogel mehr.

Apple: iPhone 12 kommt am 13. Oktober

Das iPhone-12-Puzzle nimmt langsam Formen an. Nachdem gestern bekannt wurde, dass Apple offenbar erstmals ein iPhone 12 mini plant, ist nun auch ein konkreter Termin für die Vorstellung der insgesamt vier neuen Modelle im Gespräch. AppleInsider geht vom 13. Oktober als Datum für die Präsentation aus – wie gewohnt ein Dienstag. Am 16. Oktober (Freitag) könnten dann die Vorbestellungen beginnen. Und nochmals eine Woche später, am 23. Oktober, wäre Verkaufsstart. Ob dann bereits alle vier Varianten zu haben sind, oder nur ein Teil davon, ist momentan noch unklar. Apple musste die Termine wegen Corona dieses Jahr deutlich nach hinten schieben.

Den Hinweis auf den 13. Oktober hat AppleInsider durch den Anruf des Mitarbeiters eines niederländischen Providers erhalten. Die Überprüfung ergab, dass das Telefonat tatsächlich aus der Verwaltung eines Mobilfunkanbieters kam. Das Datum klingt realistisch. Sehr viel länger kann Apple ohnehin nicht mehr warten, um im Weihnachtsgeschäft noch Millionen von Geräten absetzen zu können. Zum Vergleich: Das iPhone 11 stand letztes Jahr schon am 20. September in den Läden. Eine Vorstellung Mitte Oktober passt auch zu den jüngsten Aussagen von British-Telecom-Chef Marc Allera. Er verriet bei einer internen Präsentation: "Wir sind nur mehr Tage entfernt von Apples nächstem großen Produktstart, von einem iPhone mit 5G."

Kommt das 12 am 13.? Für die Vorstellung des neues iPhones gibt es endlich einen wahrscheinlichen Termin.

Microsoft-Vorbestellungen: Fans kaufen falsche Xbox

Ganz so chaotisch wie letzte Woche beim Vorverkaufsstart der PlayStation 5 ging es gestern bei der neuen Xbox nicht zu. Im Gegensatz zu Sony hatte Microsoft immerhin vorbildlich transparent den 22. September um 9 Uhr als Vorverkaufsstart genannt. Als es dann soweit war, lief trotzdem vieles schief. Bei Saturn und Media Markt waren um 9 Uhr weiterhin nur Ankündigungsseiten zu sehen, und Amazon lieferte eine Fehlermeldung. Nur bei Microsoft selbst lief der Start im Online Store glatt. Im Laufe des Tages beruhigte sich die Lage dann aber.

Mittlerweile ist das 500 Euro teure Topmodell Xbox Series X in Deutschland praktisch flächendeckend ausverkauft. Amazon meldet "Derzeit nicht verfügbar", bei Otto heißt es "Leider ausverkauft", und bei Microsoft selbst "Nicht vorrätig". Die Spar-Variante Series S für 300 Euro stößt dagegen auf deutlich weniger Interesse. Sie ist bei den meisten Händlern wie Amazon weiterhin zu haben. Eine Enttäuschung steht den Käufern ins Haus, die zum Start der neuen Xbox Series X aus Versehen eine alte Xbox One X bestellt haben. Weil Microsofts konfuse Namensgebung viele Kunden verwirrt, schoss die bisherige Xbox One X aus dem Jahr 2017 zum Start ihres Nachfolgers in den US-Verkaufscharts von Amazon um 747 Prozent nach oben. Viele Käufer haben laut The Verge offenbar versehentlich den Vorgänger bestellt – und sich gefreut, dass er so problemlos verfügbar war.

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Uralt-Fernseher legt Internet für ein ganzes Dorf lahm

18 Monate lang schauten die 2.200 Einwohner des walisischen Dorfes Aberhosan in Sachen Internet buchstäblich in die Röhre. Und schuld daran war ein alter Röhrenfernseher, dessen Frequenzen das Netz störten. Bereits seit 2019 war das Internet in dem Ort an der walisischen Westküste immer wieder ausgefallen oder lief zu langsam. Die Störungen begannen meist gegen 7 Uhr morgens und dauerten bis in den Abend hinein. Techniker der British-Telecom-Tochter Openreach forschten laut BBC längere Zeit vergeblich und tauschten mehrere Leitungen aus – was aber nichts an den Problemen änderte.

Mit einer Analyse im Stromnetz ließ sich der Fehler schließlich auf ein bestimmtes Haus eingrenzen. Dort fanden die Techniker schließlich den Retro-Fernseher, den sich die wohl älteren Bewohner, die anonym bleiben wollen, vor eineinhalb Jahren gebraucht zugelegt hatten. Das Röhrengerät verursachte elektrische Interferenzen, die das Breitbandnetz im gesamten Ort störten. Das kann bei alten Elektrogeräten oder häufig auch bei China-Importen ohne technische Zulassung durchaus passieren, wirkt sich meist aber nur auf die unmittelbare Nachbarschaft aus. Die Besitzer des alten Fernsehers waren laut Openreach "untröstlich" über die Probleme, die sie verursacht hatten. Techniker Michael Jones: "Sie erklärten sich sofort bereit, das Gerät auszuschalten, und es nie mehr zu benutzen." Seither funktioniert das Internet in Aberhosan störungsfrei.

Retro-Fernseher: Anlehnen erlaubt – Einschalten besser nicht mehr!

FIFA 21 dieses Jahr ohne Demo

Planänderung bei FIFA 21. Hersteller EA Sports veröffentlicht dieses Jahr nicht wie gewohnt kurz vor Verkaufsstart der Fußballsimulation eine kostenlose Demo. Mit der beliebten Betaversion hatten sich Fans in den letzten Jahren bereits vorab einen Eindruck von den Änderungen verschaffen können. Beim neuesten Aufguss von FIFA entfällt diese Möglichkeit, zum Ärger vieler Gamer. "Ihr schafft es dieses Jahr sogar vor dem Release die Community abzufucken", heißt es im schönsten Denglisch auf Twitter. EA Sports will sich nach eigenen Angaben die Zeit für die Produktion der Demo sparen, und sich stattdessen auf die Fertigstellung der Vollversion konzentrieren.

"Wir werden keine Demo für FIFA 21 veröffentlichen. Stattdessen fokussiert sich unser Entwicklungsteam darauf, die bestmögliche Spielerfahrung auf Current & Next Gen Konsolen abzuliefern", heißt es in einem Tweet. Ob EA das Spiel einmal mehr so verschlimmbessert hat, dass eine Demo den Verkauf beeinträchtigen könnte, ist momentan noch unklar. Der neue Zeitplan sieht nun so aus: Nutzer des Abos EA Play dürfen bereits am 1. Oktober zehn Stunden lang probespielen. Am 6. Oktober startet die besonders teure "Special Edition", und am 9. Oktober folgt die Standardausgabe von FIFA 21 für PS4, Xbox One und PC.

Die nächste Ausgabe von TechTäglich folgt als Vollversion bereits morgen, dann wieder mit dem Kollegen Michael Gronau aus Berlin.

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Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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