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Technik-Kolumne
TechTäglich: WhatsApp bekämpft Nutzer-Flucht

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit WhatsApps Werbung gegen fliehende Nutzer und dem Nachfolger der Nintendo Switch.

Text: W&V Redaktion

1. Februar 2021

Die Technik-Kolumne von W&V.
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WhatsApp bekämpft Nutzer-Flucht mit Werbung

WhatsApp kämpft mit allen Mitteln dagegen, dass Nutzer zu anderen Messengern abwandern. Wegen der umstrittenen AGB-Änderungen hat der Konzern vielfach das Vertrauen seiner Nutzergemeinde verspielt. Berichte sprechen davon, mehrere Millionen User seien zu Konkurrenten wie Telegram, ICQ, Signal und Threema abgewandert.  Das will WhatsApp jetzt mit einer Samstagnacht eingespielten Neuerung zurückgewinnen: So werben die Entwickler jetzt an prominenter Stelle in einem eigenen Reiter für Datenschutz. "Neuigkeiten zu WhatsApp im Status-Reiter" findet sich im Bereich "Status". Dort ist aktuell zu lesen: "Was nicht neu ist, das ist unser Einsatz für Privatsphäre. WhatsApp kann deine persönlichen Nachrichten nicht lesen oder anhören, da sie Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Sei gespannt auf weitere Neuerungen." Die Umsetzung der neuen AGB hatte WhatsApp in der letzten Woche bereits auf Mai 2021 verschoben, da sich in der Community immer mehr Widerstand geregt hatte. Ob die neuen Werbemaßnahmen den erhofften Erfolg haben, muss bezweifelt werden. Viele User sind eher verärgert als erfreut, denn der Werbe-Reiter lässt sich nicht ausblenden.

Mit diesem neuen Datenschutz-Logo macht WhatsApp im Status-Reiter auch optisch auf seine Privatsphäre-Regeln aufmerksam.

Aldi startet eigenen Twitch-Kanal

Lebensmittel-Discounter Aldi will seiner Marke ein jugendliches Image verpassen: Das Unternehmen ist unter dem Namen ALDI Gaming nun auch auf Twitch vertreten. Auf der Plattform können User Streamern live beim Zocken zusehen. Twitch wurde 2011 gegründet, inzwischen gehört das Unternehmen zu Amazon. Im Twitch-Business wird Aldi auch eigene Inhalte anbieten. Der Konzern erklärt: "Ein echter Gamechanger: Aldi Gaming. Ab jetzt stehen wir nicht mehr nur für unschlagbare Preise und Qualität – wir machen auch dein Game unschlagbar! Von Streams und Tutorials bis zu Angeboten und Events – hier findest du bald alles, was du für dein Spielerlebnis brauchst.“ Aktuell wurde auf dem Kanal noch nichts gestreamt. Auch einen Zeitplan finden Besucher noch nicht. Allerdings haben sich bereits mehr als 100 Follower eingefunden. Twitch kann auch ohne Registrierung genutzt werden. Wer Kanälen wie Aldi folgen will, Kommentare verfassen möchte oder selbst live streamt, muss sich mit einem Account registrieren. Wer den Start von Aldi auf Twitch nicht verpassen will, kann sich per Mail benachrichtigen lassen.

Mit diesem Logo bewirbt der Lebensmittel-Discounter den Twitch-Einstieg.

Netflix verbessert Klang von Android-Handys

Wer ein günstiges Android-Smartphone benutzt, kennt das: Die Speaker klingen bisweilen erschreckend schlecht. Netflix hat dem Android-Geknarze jetzt den Kampf angesagt, damit User des Streamingdienstes, die Filme und Serien bevorzugt auf dem Handy schauen, auch Hörvergnügen genießen können. Das neue Update der Android-App-Version von Netflix reduziert die Pufferung, das verbessert den Audio-Ton ganz besonders bei Hintergrundgeräuschen, die besser hörbar gemacht werden. Netflix setzt dabei auf den xHE-AAC-Codecs, der "die Verständlichkeit in lauten Umgebungen verbessern, sich an variable Mobilfunkverbindungen anpassen und auf Studioqualität skalieren“ soll. Der Codecs wird ab Android 9 eingesetzt und analysiert Metadaten, um Audioprobleme aufgrund der schlechten Hardware-Ausstattung zu lösen. So beseitige man laute Hintergrundgeräusche, die das Hören von Inhalten erschweren, in Kombination mit schwachen und dünnen Telefonlautsprechern, die schlecht klingen, wenn das Gerät automatisch versucht, die Lautstärke zu erhöhen. Damit werde der Unterschied zwischen den lautesten und leisesten Teilen einer Show verringert, um das Dialogvolumen zwischen den Shows konstant zu halten. Der Codec unterstützt auch das "nahtlose Umschalten der Bitrate“+", was bedeutet, dass er in Umgebungen mit inkonsistenten Internetgeschwindigkeiten besser funktioniert. Seit iOS 13 wird xHE-AAC bereits auf Geräten von Apple unterstützt. Alle technischen Details lassen hier im Netflix-Blog nachlesen.

Verbesserter Ton in der Netflix-Android-App: Da schmeckt das Popcorn beim Bingen doppelt so gut.

Nachfolger der Nintendo Switch wird "Super"

Nintendo arbeitet an einem Nachfolger für die höchst erfolgreiche Switch-Konsole, die 2017 erstmals auf den Markt kam. Sie erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. 2020 war die Switch die erfolgreichste Konsole der Welt. Sie verkaufte sich 23,5 Millionen Mal. Zum Vergleich: Sony setzte von der PlayStation 4 "nur" 8,3 Millionen Exemplare ab. Die Xbox One ging im vergangenen Jahr 2,7 Millionen Mal über den Ladentisch. Animal Crossing New Horizons ist das erfolgreichste Switch-Spiel mit 26,04 Millionen Exemplaren. Super Smash Bros. Ultimate folgt mit 21,10 Millionen. Der Nachfolger der Switch soll bereits in Arbeit sein. Neuesten Gerüchten zufolge wird die Konsole "Super Switch" heißen. Spekulationen, die Konsole werde "Switch Pro" genannt, sind damit überholt. Die Bezeichnung Super Switch scheint passender, da Nintendo bereits einige Male "Super" in seinem Lineup als Markenbezeichnung verwendet hat: bei Super Mario sowieso, aber auch beim Super Nintendo Entertainment System. Fans der Switch dürfen noch in diesem Jahr mit der Super rechnen, als Hommage an die legendäre Super NES, die 2021 ihren 30. Geburtstag seit der Einführung feiert. Die SNES Classic wird seit drei Jahren nicht mehr aktualisiert. Trotzdem wurden in diesem Zeitraum fast 5,3 Millionen Exemplare verkauft. Klar, dass eine neue Switch Super vor allem das diesjährige Weihnachtsgeschäft von Nintendo enorm befeuern könnte. Bis dahin dürfen Switch-Zocker mit einigen neuen Spiele-Hits vorliebnehmen, die alle im März erscheinen sollen: Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX, Animal Crossing: New Horizons, Doom 64, Panzer Dragoon: Remake, Star Wars: Jedi Knight - Jedi Academy, One Piece: Pirate Warriors 4 und Gigantosaurus.

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Lieber Niere hergeben als Smartphone

Wer in Lockdown-Zeiten Netflix "ausgeguckt" hat, dem bleibt nur noch eine Sucht: das ständige Hängen am Smartphone. Verstärkt wird während Corona vor allem die Angst junger Europäer, kein Smartphone mehr verwenden zu können. Das zeigt eine neue Studie von OnePoll für den Smartphone-Hersteller OnePlus. Wissenschaftler nennen diese Sorge "Nomophobie" (No-mobile-Phobie). Befragt wurden 9000 Smartphone-Nutzer aus mehreren europäischen Ländern im Alter von 18 bis 35 Jahren. Die Beziehung zum Smartphone sei in den letzten Monaten "immer enger" geworden. Die Hard Facts: 95 Prozent der User legen ihr Handy nachts ins Schlafzimmer, acht von zehn Personen sogar "in direkter Reichweite". Gleich nach dem Aufstehen dann der Griff zum Gerät: 77 Prozent überprüfen es innerhalb der ersten 15 Minuten nach dem Aufwachen zum ersten Mal. Besonders erschreckend: Auf die Frage, wofür man das Smartphone eintauschen würde, erklärten 44 Prozent der deutschen Befragten, lieber eine ihrer Nieren abzugeben. Bei den gesamteuropäischen Ergebnissen würden 5 Prozent eher die Partnerschaft aufgeben. Vor allem die jungen Briten erweisen sich als Smartphone-süchtig: 32 Prozent glauben, dass sie an Nomophobie leiden, in Deutschland sind es immer noch 25 Prozent.

Nicht ohne mein Smartphone! Die Grafik zur OnePlus-Studie zeigt die Vorlieben der befragten jungen Europäer.

 

Und damit wünsche ich einen suchtfreien Wochenstart. Bis morgen bei TechTäglich!


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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