Anzeige

Brandenburg
Tesla investiert ins Image - und ein Bürgerbüro

Während die städtische Öko-Schickeria auf Tesla abfährt, scheinen die Brandenburger nicht so begeistert. Zuletzt gab es Demonstrationen gegen die dort geplante Tesla-Fabrik. Jetzt reagiert Tesla - mit mehr Offenheit.

Text: Anonymous User

15. Januar 2020

Elon Musk will in Brandenburg eine Tesla-Fabrik errichten. Das passt nicht jedem.
Anzeige

Der US-Elektroautobauer Tesla will vor dem Bau der geplanten Fabrik bei Berlin seine Informationspolitik verbessern. Das Unternehmen öffnet am 15. Januar in Grünheide im Kreis Oder-Spree ein Informationsbüro, um auf Fragen von Bürgern zu reagieren. Erst am Wochenende hatte es eine Demonstration gegen die geplante Ansiedlung auf dem Gebiet der Gemeinde gegeben. Mit dem Informationsbüro im Auftrag von Tesla gebe es nun "kontinuierlich die Möglichkeit des Dialogs", sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) im Wirtschaftsausschuss des Landtags. "Ich hoffe, dass sich mit diesem Bürgerbüro die Situation jetzt auch ein bisschen entspannt."

Steinbach sagte zugleich, es könne und dürfe nicht Aufgabe der Landesregierung sein, "dass wir die Öffentlichkeitsarbeit für Tesla machen".

Einige Tage zuvor hatten mehrere Dutzend Menschen in Grünheide gegen die Ansiedlung und die damit zusammenhängende Rodung von Wald friedlich demonstriert. Weiterer Protest soll folgen: Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch hat eine Privatperson im Auftrag einer Bürgerinitiative eine Demonstration für den 18. Januar von Grünheide bis zum nahen Ort Fangschleuse angemeldet. Die Polizei erwartet zwischen 50 und 100 Teilnehmer. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Philip Zeschmann warnte davor, dass die Stimmung vor Ort kippen könnte.

Tesla will in der Fabrik bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle pro Jahr bauen, zunächst sollen es etwa 150.000 Fahrzeuge pro Jahr sein. Der Tesla-Vorstand hat den Kaufvertrag mit dem Land bisher noch nicht unterschrieben. Wirtschaftsminister Steinbach sagte, dies solle laut Tesla bis Ende dieser Woche geschehen. Er rechnet damit, dass das Gelände nach Abschluss der Rodung von zunächst 90 Hektar Wald Mitte März für den Bau vorbereitet sei. Das gut 300 Hektar große Gelände wird derzeit auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht.

dpa


Autor: W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.

Anzeige