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Marktbeherrschende Stellung
Video-Anhörung: Vier Tech-Riesen auf dem Grill

Sind Amazon, Apple, Facebook und Google zu mächtig und behindern den Wettbewerb? Zu dieser Frage nehmen US-Kongressabgeordnete an diesem Mittwoch die CEOs der vier Tech-Giganten in die Mangel. 

Text: Anonymous User

29. Juli 2020

US-Kongressabgeordnete befragen heute die Chefs der vier großen Tech-Konzerne
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Die Chefs der vier Technologie-Riesen Apple, Amazon, Facebook und Google müssen sich am Mittwoch Fragen von Abgeordneten im US-Kongress stellen. Bei der Anhörung im Justizausschuss des Repräsentantenhauses steht die Marktmacht der Konzerne im Mittelpunkt. Die vier Top-Manager sollen per Videokonferenz teilnehmen.Die US-Konzerne sind verschiedenen Vorwürfen unfairen Wettbewerbs ausgesetzt, denen die Abgeordneten seit gut einem Jahr nachgehen.

So dürfte Apple-Chef Tim Cook zu den Konditionen für App-Entwickler auf der Download-Plattform für iPhone-Anwendungen befragt werden. Anbieter wie Musikstreaming-Marktführer Spotify kritisieren als unfair, dass sie bei Verkäufen dort 15 bis 30 Prozent der Erlöse an Apple abgeben müssen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg wurde in der Vergangenheit schon mehrfach im Kongress in die Mangel genommen. Dem Online-Netzwerk wird unter anderem vorgeworfen, durch Übernahmen wie Instagram und WhatsApp zu dominant im Social-Media-Geschäft geworden zu sein.

Im Fall von Google dürfte sich Sundar Pichai, der auch an der Spitze des Mutterkonzerns Alphabet steht, Fragen zur Marktmacht im Suchmaschinen-Geschäft und bei Online-Werbung stellen müssen.Gegen Amazon gibt es unter anderem den Vorwurf, der Konzern nutze Daten anderer Händler, die auf seiner Plattform verkaufen, um diese dann in lukrativen Bereichen aus dem Geschäft zu drängen.

Amazon-Chef Jeff Bezos ist den Republikanern im Repräsentantenhaus aber auch zusätzlich ein Dorn im Auge als Besitzer der "Washington Post", in der oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird.

Wir sind klein, unser Herz ist rein

Erste Stellungnahmen der vier Konzernchefs, die sie vor Beginn der Fragerunde abgeben werden, wurden in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht. Darin machen sich die Tech-Riesen so klein wie möglich, nennen starke Konkurrenten, die den künftigen Erfolg gefährden und positionieren sich als durch und durch amerikanische Unternehmen. "Wir starteten mit nichts und lieferten bessere Dienste, die Menschen wertvoll fanden", wird Mark Zuckerberg zu Beginn den Abgeordneten sagen. Unternehmen seien seinem Verständnis von Recht und Gesetz nach nicht schlecht, nur weil sie groß seien. Darüber hinaus würden Instagram und WhatsApp den Nutzern bessere und sicherere Services liefern, weil sie auf Ressourcen von Facebook zurückgreifen könnten.

Erneut will Zuckerberg die Abgeordneten auch vor der Bedrohung aus China warnen. Während Facebook an Werte wie Demokratie, Wettbewerb und Meinungsfreiheit glaube, baue China eine eigene Version des Internets auf, die auf ganz andere Ideen ausgerichtet sei, so der Facebook-Chef. "Und sie exportieren ihre Vision in andere Länder".

Apple-Chef Tim Cook setzt in seiner Verteidigungsstrategie auf Patriotismus und Downsizing. Apple sei ein einzigartig amerikanisches Unternehmen, dessen Erfolg nur in diesem Land möglich sei, so Cook. Mit dem Ökosystem des App-Stores unterstütze man 1,9 Millionen amerikanische Jobs. Doch habe Apple in keinem der Märkte, in denen man aktiv sei, einen dominierenden Marktanteil. Stattdessen müsse man sich gegen starke Rivalen wie Samsung, LG, Huawei und Google behaupten.

Die starke Konkurrenz zieht auch Google-Chef Sundar Pichai zur eigenen Rechtfertigung heran. Nach Produkten würden Internet-Nutzer auch bei Amazon, Ebay, Walmart und anderen Online-Händlern nach Produkten suchen, sagt er. Und auch bei Reisen und Immobilien gebe es bei Suchanfragen starken Wettbewerb. Wie Apple positioniert sich auch Pichai als US-Jobmotor. Kleinere Firmen würden dank Google als Werbeplattform konkurrenzfähiger, insbesondere in der Corona-Krise, so Pichai.

Last but not least wird auch der reichste Mensch der Welt, Amazon-Chef Jeff Bezos, vor dem US-Kongress aussagen. Lange hatte er versucht, das eigene Erscheinen zu verhindern, sondern stattdessen einen kompetenten Ersatz zu schicken. Das allerdings hatten sich die Abgeordneten nachdrücklich verbeten. Jetzt hat Bezos die längste und persönlichste Stellungnahme vorbereitet. Darin schildert er seine Jugendzeit und wie er seinen sicheren Job aufgab, um ein Start-up in einer Garage zu gründen. Inzwischen habe Amazon allein im vergangenen Jahrzehnt so viele Jobs in den USA geschaffen wie kein anderes Unternehmen, betont Bezos. Gleichzeitig unterstreicht der Amazon-Chef, dass sein Unternehmen nur einen kleinen Teil des Einzelhandelsmarktes beherrsche und im Wettbewerb mit Walmart stehe, das etwa zwei Mal so groß sei. Über die Online-Plattform seien zudem viele kleinere externe Anbieter erfolgreich.


Autor: W&V Redaktion

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