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TechTäglich
Vodafone Spitzenreiter bei Kundenbeschwerden

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Kundenbeschwerden-Spitzenreiter Vodafone und Disneys Frust-Zahlen.

Text: W&V Redaktion

17. Mai 2021

Vodafone verzeichnet bei den Verbraucherzentralen die meisten Beschwerden im Jahr 2020.
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Vodafone Spitzenreiter bei Kundenbeschwerden

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Gesamtstatistik der Verbraucherbeschwerden 2020 veröffentlicht. Dabei zeigt sich: Kunden von Vodafone beschwerten sich am häufigsten über ihren Anbieter. Der Konzern ist zwar nur der zweitgrößte Breitband- und Festnetz-Provider in Deutschland, hat aber bei weitem die meisten unzufriedenen Kunden. Zwei von drei Beschwerden der fünf größten Anbieter entfielen auf Vodafone. Das bezieht sich nur auf die Festnetz- und Breitband-Sparte. Beim Mobilfunk liegt Vodafone in Sachen Unzufriedenheit auf Platz 3, verzeichnete aber auch dort die meisten Beschwerden.

Am häufigsten beklagen sich die Kunden über den Vertrieb. So würden ihnen oftmals Verträge untergeschoben. Auch die Qualität von Internet- und Festnetz-Anschluss wird oftmals kritisiert. Carola Elbrecht, vzbv-Referentin im Team Marktbeobachtung Digitales, fasst zusammen: "Vodafone führt im Telekommunikationsbereich die Beschwerderangfolge mit einem Abstand an, der in keinem Verhältnis zur Marktgröße steht." Kunden der Firma müssten oft "nicht genehmigten Geldabbuchungen hinterherlaufen. Manche Verbraucher schildern uns, wie sie resignieren, weil sie mehrfach versucht haben, sich beispielsweise gegen untergeschobene Verträge durch Vodafone zur Wehr zu setzen. Aus einzelnen Verbraucherbeschwerden wird deutlich, wie problematisch es sein kann, die Rechte gegenüber Vodafone durchzusetzen."

Unzufriedene Kunden können ihren Ärger über das Beschwerdeportal der Verbraucherzentralen abgeben.

Auf den Kundenservice von Vodafone wartet in den nächsten Wochen viel Wiedergutmachungs-Arbeit.

Besser hören mit Doktor Bose

Der Audio-Hersteller Bose hat nun auch Hörgeräte im Sortiment. Die medizinischen Apparate werden unter der Bezeichnung SoundControl vertrieben. Entwickelt wurden sie von Bose-Experten, Audiologen und Ingenieuren. Sie sollen direkt an Verbucher verkauft werden und sind die ersten Geräte dieser Art, die von der FDA, der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde, zugelassen worden sind. Als Zielgruppe definiert der Konzern, der 1964 von Dr. Amar G. Bose gegründet wurde, Erwachsene mit leichten bis mittleren Hör-Beschwerden. Um Anrufe und das Musikhören geht es bei SoundControl nicht, sondern ausschließlich um "die Verbesserung des Hörvermögens".

Die Geräte werden sich mit einer laut Bose revolutionären Smartphone-App ("Hear") verbinden, über die sie auch konfiguriert werden. Es gibt 100 verschiedene Einstellungen, die ganz einfach über zwei Regler sondiert werden können. Wer damit dennoch Probleme hat, kann den Bose-Video-Support in Anspruch nehmen. Das Unternehmen verspricht "klinisch erprobte Ergebnisse ohne Hörtest, Arztbesuch oder Rezept". Vorerst können die coolen Hörgeräte nur in ausgewählten US-Bundesstaaten erworben werden. Ab morgen beginnt die Auslieferung in drei Größen mit offener und geschlossener Kuppel. Jeder wasserdichte Stecker wiegt nur drei Gramm. Der Akku hält ein bis vier Tage bei 14 Stunden Nutzung pro Tag. Die Batterien tauscht jeder Hörgeräte-Akustiker aus. Der Preis liegt bei 849,95 Dollar. Käufer dürfen das Hörgerät 90 Tage gratis testen. Bleibt der erwünschte Hör-Effekt aus, nimmt Bose die SoundControl-Devices einfach zurück.

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Disney+ mit Frust-Zahlen

Der noch junge Streaming-Dienst Disney+ erlebt seine erste Schwächephase. Im Rahmen der neuen Quartalszahlen hat der Disney-Konzern 103 Millionen Nutzer verkündet, 3 Millionen mehr als im März. Klingt zunächst einmal gut: Die 100-Millionen-Marke wurde übersprungen. Im April des letzten Jahres hatte der Dienst "nur" 33 Millionen zahlende Kunden. Das ursprüngliche Ziel waren 60 bis 90 Millionen Nutzer bis 2024. Doch es gibt ein großes Aber: Die Anleger sind enttäuscht, da Konkurrent Netflix immer noch weiter vorn liegt. Der US-Konzern hat aktuell 207 Millionen Nutzer und bleibt damit die unangefochtene Nummer Eins aller Streaming-Dienste weltweit. Auch brachte der bisher mit großen Erwartungen produzierte Disney-Film "Raya und der letzte Drache" nicht die erwarteten Einnahmen.

Der Umsatz des Gesamtkonzerns sank wegen der Pandemie erneut, diesmal um 13 Prozent. Zwar stieg der Gewinn auf 901 Millionen Dollar, was fast 50 Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Allerdings hatten viele Kosten wegen der Pandemie sowie höhere Steuern vor einem Jahr für einen Ergebnis-Einbruch gesorgt. Die Themenparks machten aufgrund der Pandemie 44 Prozent weniger Umsatz. Der Betriebsverlust lag sogar bei 406 Millionen Dollar. Nach Bekanntgabe der neuen Zahlen fiel die Aktie von Disney um 4 Prozent. Denn die Anleger wissen jetzt: Es wird noch lange dauern, bis Disney+ Netflix als Nummer Eins ablöst, wenn es überhaupt je gelingen wird.

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Mindestlohn für Spiele-Entwickler

Eigentlich sind die Zahlen geheim, doch jetzt gehen Spiele-Entwickler an die Öffentlichkeit und verraten erstmals ihre Gehälter. Auf Twitter wird unter dem Hashtag #gamedevpaidme diskutiert, wie unterschiedlich die Bezahlung der Game-Developer ist. Ziel der Aktion sei es, Transparenz zu schaffen. Zeit wird's! Nachdem der erste Hashtag zum Thema im letzten Sommer mitten in der Pandemie unterging, ist die Aufmerksamkeit jetzt riesig. Immer mehr Entwickler legen ihr Konto offen. Auch Coder, QA Tester, Animatoren und Community Manager von großen Unternehmen wie Riot oder Ubisoft schließen sich an. Und was die japanische Entwicklerin Marisa beschreibt, gilt für so viele in der Branche: "too poor paid". Sie kam im ersten Jahr auf nur 19.000 US-Dollar Gehalt, erst nach sechs Jahren waren es 41.000 US-Dollar, was im Monatsschnitt gerade mal umgerechnet 2500 Euro entspricht.

Vor allem in den ersten Jahren erhalten Devs meist nur den Mindestlohn. Je bekannter die Firma, desto höher das Gehalt. Gerade unabhängige Indie-Entwickler leben von ihrem Job mehr schlecht als recht, sie zeigen auf Twitter fast nur traurige Memes.

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Die Geheimnisse des offiziellen EM-Songs

Jogi auf Abschiedstour. Die Fußball-EM wird sein letztes Turnier als Bundestrainer sein. Das erste Spiel beginnt am 11. Juni 2021 im Stadio Olimpico in Rom, die Türkei trifft auf Italien. Das Finale findet am 11. Juli 2021 im Wembley-Stadion in London statt. Für die passende musikalische Begleitung des Kick-Events sorgt traditionell der offizielle EM-Song, an dem diesmal Hochkaräter beteiligt sind: Martin Garrix hat die U2-Legenden Bono und The Edge für "We Are the People" ans Mikro bzw. die Gitarre geholt (W&V berichtete). Am Wochenende wurden die beiden Geheimnisse des Titels gelüftet. So erschien der Song just zu Garrix' 25. Geburtstag. Dabei war das, Geheimnis Nummer zwei, gar nicht geplant. Garrix hat drei Jahre an dem Song gebastelt. Natürlich sollte der Titel 2020 erscheinen. Doch dann wurde das Turnier wegen der Pandemie verschoben. So mussten Garrix und seine Mitstreiter den Song ein Jahr in der Schublade geheimhalten. Ein Jahr lang sollte kein einziges Schnipsel des Hits den Weg in die Radios und Streamingdienste finden. Es gelang unter strikter Geheimhaltungsstufe. Nun kann Garrix den 11. Juni kaum noch erwarten: "Die Musik für eines der größten Sportereignisse der Welt zusammen mit Bono und The Edge zu kreieren, war eine unglaubliche Erfahrung. Ich bin sehr stolz auf das, was wir zusammen gemacht haben und freue mich darauf, es endlich mit der Welt zu teilen!"

Damit wünsche ich einen hymnischen Montag. Bis morgen bei TechTäglich.

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Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.

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