Anzeige

Künstliche Intelligenz
Wie GPT-3 zum Blogger-Star wurde

Der AI-Entwickler Liam Porr hat mithilfe des Sprachproduktionssystems GPT-3 innerhalb von wenigen Stunden ein neues Blog erstellt. Schon der erste Beitrag schoss bei Hacker News auf Platz 1.

Text: Anonymous User

20. August 2020

Durch künstliche Intelligenz werden Roboter zu Star-Autoren.
Anzeige

Die US-Firma OpenAI hat mit GPT-3 ein Sprachproduktionssystem entwickelt, das basierend auf gigantischen neuronalen Netzen auf Basis minimaler Vorgaben Texte ergänzen oder fast zur Gänze selbst verfassen kann. Von der Simulation des menschlichen Gehirns mit seinen rund 100 Billionen Synapsen ist GPT-3 mit 175 Milliarden Synapsen zwar noch meilenweit entfernt. Doch die Entwickler, die das Werkzeug seit rund einem Monat testen dürfen, präsentierten Erstaunliches.

Ein Beispiel ist der AI-Entwickler Liam Porr, der mithilfe von GPT-3 innerhalb von nur wenigen Stunden ein komplett unechtes Blog auf die Beine stellte. Ursprünglich sah Porr das Ganze nur als spaßiges Experiment. Doch wie Heise.de berichtet, gelangte einer der Beiträge bei Hacker News auf Platz 1. Und nur wenigen Nutzern dort fiel auf, dass das Blog vollständig von einer KI erstellt wurde. Einige Fans abonnierten das Blog sogar.

Eigenen Aussagen zufolge überraschte Porr vor allem, wie einfach das Ganze funktionierte. Aufgefallen sei ihm, dass GPT-3 zwar gut und schön schreiben könne, aber nicht sehr logisch und rational. Damit das im Blog nicht so auffällt, setzte er auf den Themenbereich "Produktivität und Selbstverbesserung", in der es auf strenge Logik nicht so ankommt. Um die Blog-Beiträge zu generieren, schrieb Porr Überschriften, die auf Medium und Hacker News gerade gefragt waren. 

Nach fast zwei Wochen mit fast täglichen Beiträgen beendete Porr das Projekt mit der Frage "What would I do with GPT-3, if I had no moral?" Auf seinem echten Blog gestand er noch am selben Tag, dass er beweisen wollte, wie leicht GPT-3 als menschlicher Autor durchgehen könne. Obwohl manche Formulierungen hakten, äußerten nur wenige Nutzer den Verdacht, dass der Autor kein Mensch sei. Dies öffne Missbrauch Tür und Tor.


Autor: W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autors. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.

Anzeige