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Werbe-Tracking
Wie P&G Apples Anti-Tracking-Pläne umgehen will

Procter & Gamble soll Berichten zufolge ein Datenerfassungstool getestet haben, das Apples Anti-Tracking-Transparency-Offensive umgehen soll. Auch andere Konzerne sind an der Technik interessiert.

Text: Anonymous User

12. April 2021

P&G sucht nach Schlupflöchern gegen Apples Datenschutz-Offerte.
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Procter & Gamble kooperierte Medienberichten zufolge mit der Chinese Advertising Agency, um ein neues Tool zu testen, das Apples bevorstehende Datenschutzfunktion App Tracking Transparency umgehen soll. Als eines von mehreren Unternehmen testete der amerikanische Konsumgüterriese ein Datenerfassungstool namens CAID, das eine Alternative zum IDFA-Tracking beim Ad-Targeting bieten soll, berichtete das Wall Street Journal. Auch mehrere große chinesische Unternehmen, darunter Baidu, Tencent und die TikTok-Mutter ByteDance, sowie US-Unternehmen wie Deloitte, PricewaterhouseCoopers und Nielsen, sollen entsprechende Tests durchgeführt haben.

Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte P&G, man habe mit der Chinese Advertising Agency zusammengearbeitet, um Wege zu finden, "nützliche Inhalte zu liefern, die Verbraucher wollen, und das auf eine Art und Weise, die Datenschutz, Transparenz und Zustimmung priorisiert."

P&G, unter dessen Dach Marken wie Crest, Charmin, Gilette, Tide, Bounty und andere zu finden sind, hat ein großes Interesse daran, das Nutzerverhalten im Internet zu verfolgen. Das Unternehmen unterhält derzeit eine Datenbank mit 1,5 Millionen Kunden weltweit, die Verbraucher-IDs und persönlich identifizierbare Informationen verwendet. Diese Datenbank wird hauptsächlich in China genutzt, wo das Unternehmen 80 Prozent seines Werbebudgets für gezielte Werbung ausgibt.

Apple reagierte prompt auf die Medienberichte. Der Apfelkonzern warnte Entwickler, dass jeder Versuch, die Datenschutzfunktion zu umgehen, zum sofortigen Ausschluss aus dem App-Store führen würde. "Die App-Store-Bedingungen und -Richtlinien gelten für alle Entwickler auf der ganzen Welt gleichermaßen, auch für Apple. Wir glauben fest daran, dass Nutzer um ihre Erlaubnis gefragt werden sollten, bevor sie getrackt werden. Apps, bei denen festgestellt wird, dass sie die Entscheidung des Nutzers missachten, werden zurückgewiesen", so ein Apple-Sprecher gegenüber dem Wall Street Journal.

Apples ATT-Funktion wird ihr Debüt in iOS 14.5, iPadOS 14.5 und tvOS 14.5 geben, die alle im Frühjahr auf den Markt kommen sollen. Dieses sieht vor, dass iOS-Apps künftig eine Erlaubnis des Nutzers für Werbe-Tracking einholen müssen.


Autor: W&V Redaktion

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