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TechTäglich
Windows 10: 2025 ist Schluss

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einem Abschied für PC-Nutzer und mit einem Rekord-Update von Apple.

Text: W&V Redaktion

15. Juni 2021

Fenster laden: Microsoft bringt ein völlig neues Windows.
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Windows 10: 2025 ist Schluss

Es ist definitiv das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Tech-Branche: Microsoft verabschiedet sich entgegen früherer Planungen nun doch von Windows 10 – und stellt am 24. Juni den Nachfolger mit dem nicht übertrieben originellen Namen Windows 11 vor. Hierzu hat der US-Konzern schon jede Menge mehr oder weniger subtile Hinweise gestreut, unter anderem eine Einladungsgrafik für die Präsentation um 11 Uhr vormittags Ostküstenzeit, in der der Schatten des Windows-Fensters eine 11 andeutet. Neuester Beitrag zur Betriebssystem-Schnitzeljagd ist ein Video, in dem Microsoft die Start-Sounds von Windows 95, XP und 7 als "Slo-fi Remix" neu auflegt, als um 4.000 Prozent verlangsamte Meditations-Mucke. Die Musik läuft dabei so langsam, dass das Video (wer hätte es geahnt?) exakt 11:00 Minuten lang ist. Fehlt nur noch, dass Redmond beim Fußballmagazin "11 Freunde" einsteigt.

Windows 11 soll (noch) sicherer und komfortabler werden. Ein komplett neuer Windows Store steht ins Haus. Und das deutlich aufgefrischte, rundere Design wirft nach über einem Vierteljahrhundert die letzten Relikte von Windows 95 über Bord. Microsoft verspricht "eine schwungvolle optische Verjüngung von Windows". PC-Besitzer können sich mit dem mutmaßlich kostenlosen Sprung von Windows 10 auf 11 aber noch knapp 1.600 Tage Zeit lassen – bis das neue System wirklich störungsfrei läuft. Denn MS hat jetzt erstmals bekanntgegeben, wann die Unterstützung von Windows 10 endet. Stichtag sowohl für die Home- als auch für die Pro-Version ist der 14. Oktober 2025. Ab diesem Datum erhält das Betriebssystem nach genau zehn Jahren keine Aktualisierungen mehr, Sicherheitslücken werden nicht mehr gestopft.

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Wikipedia erklärte Dänen-Fußballer bereits für tot

Es waren die schlimmsten und bedrückendsten Szenen, die der Weltfußball in den letzten Jahren erleben musste: Beim Europameisterschafts-Spiel Dänemark gegen Finnland in Kopenhagen brach letzten Samstag der dänische Topstar Christian Eriksen kurz vor der Halbzeit auf dem Platz zusammen und musste minutenlang wiederbelebt werden. Mittlerweile geht es dem 29-Jährigen dem Vernehmen nach wieder gut. Das Internet-Lexikon Wikipedia, dessen oft übereifrige Autoren bei (vermeintlichen) Todesmeldungen notorisch schnell am Abzug sitzen, bekleckerte sich rund um das Eriksen-Drama nicht gerade mit Ruhm. In mehreren Wiki-Sprachen wurde der Fußballer vorzeitig für tot erklärt. Die deutsche Version nannte laut eines Tweets bereits den 12. Juni 2021 als Eriksens Todesdatum. Die dänische Wikipedia stellte laut Standard ähnliche Behauptungen auf.

Aus dem Einleitungstext "Christian Eriksen ist ein dänischer Fußballspieler" wurde so "Christian Eriksen war ein dänischer Fußballspieler". Nach minutenlangen Diskussionen zwischen Autoren und Administratoren entfernte die Wikipedia die Falschmeldungen zwar wieder und sperrte die Eriksen-Artikel für die Bearbeitung. Dies konnte aber nicht verhindern, dass bei Google-Suchergebnissen, die sich bei der Wikipedia bedienen, kurzzeitig ebenfalls der Tod des Dänen angezeigt wurde. Darauf beriefen sich dann wiederum Gerüchte in den sozialen Medien. Diesmal rächte sich also, dass aktualitätsversessene Wiki-Autoren den Tod von Menschen am liebsten schon melden, bevor Verstorbene überhaupt selbst von ihrem Ableben erfahren haben. Die Wikipedia sollte hier Genauigkeit und Pietät vor Geschwindigkeit stellen.

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Apple: Neue Software für sechs Jahre altes iPhone

Apple-Nutzer haben es besser als Android-Besitzer – zumindest, wenn es um die Aktualisierung ihrer Smartphones geht. Während Handys von Samsung, Huawei oder Xiaomi oft schon nach ein, zwei Jahren keine Aktualisierungen ihres Android-Systems mehr erhalten, unterstützt Apple seine iPhones deutlich länger mit frischen iOS-Versionen. Und im Gegensatz zu Android, bei dem Nutzer oft monatelang auf Betriebssystem-Updates warten müssen, ist ein neues iOS sofort nach Veröffentlichung für alle Geräte verfügbar – sofern iPhone oder iPad nicht zu alt für ein Update sind. Und hier stellt Apple nun quasi einen Aktualisierungs-Weltrekord auf.

Wenn voraussichtlich im September das neue iOS 15 erscheint, werden auch noch die dann sechs Jahre alten Modelle iPhone 6S und 6S Plus versorgt. Auch das technisch verwandte erste iPhone SE aus dem Frühjahr 2016 kommt zum Zug. Bisher waren bei Apple fünf Jahre das Maximum, als das iPhone 5S 2018 noch mit iOS 12 bestückt wurde. The Verge staunt: "Damit liegt das 6S ganz vorne, wenn es um das am längsten aktualisierte Smartphone aller Zeiten geht." Einige prozessorhungrige neue Funktionen von iOS 15 werden auf dem 6S zwar nicht mehr laufen, darunter die Texterkennung "Live Text" in Fotos oder der Portraitmodus in FaceTime. Vom Komfort und vor allem von der Sicherheit des Updates profitieren aber auch noch die Besitzer des Retro-iPhones – bei dem Akku und Prozessor allerdings so langsam in die Jahre kommen. Google und Samsung sind sich des Problems durchaus bewusst. Die Koreaner haben zuletzt angekündigt, zumindest einige ihrer Smartphones künftig vier Jahre lang mit Android-Aktualisierungen beliefern zu wollen.

Altes Handy, neue Software: Apple hält auch das iPhone 6S noch frisch.

Jeff Bezos: Für 37.000 Euro ins Weltall – pro Sekunde

Drei, zwei, eins, meins! Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos hat nun einen Platz in seinem Weltraumflug am 20. Juli erfolgreich versteigert – für spektakuläre 28 Millionen Dollar (23 Millionen Euro). Das gaben die US-Amerikaner jetzt in einem Tweet, in einem Video der Schlussphase der Auktion und auf ihrer Website bekannt. Wer das finale Gebot für den Flug mit der "New Shepard"-Rakete abgegeben hat, ist noch nicht bekannt. Blue Origin verrät nur so viel: "Knapp 7.600 Menschen aus 159 Ländern haben sich registriert, um mitzubieten."

Der (oder die?) Höchstbietende fliegt zusammen mit Jeff Bezos und dessen Bruder Mark ins All. Ein weiterer Platz für den Vier-Personen-Ausflug ist noch frei. Wer das Quartett vervollständigt, hält Blue Origin momentan noch geheim. Der Erlös aus der Auktion geht an die Bezos-Stiftung "Club for the Future", die Raumfahrt-Nachwuchs fördert. Wer bei dem zehnminütigen Mini-Trip mitfliegen darf, bei dem die "New Shepard" nur wenige Augenblicke die offizielle Weltall-Höhe von 100 Kilometern erreicht, sollte jeden Moment genießen. Denn beim Auktionspreis von 23 Millionen Euro hat die Futurezone ausgerechnet, dass jede Sekunde des Bezos-Trips 45.000 Dollar oder 37.000 Euro kostet.

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Geheimtipp: Die AirPods für 40 Euro

Apples AirPods sind beliebt – und teuer. Das Standardmodell ist mit kabelgebundener Ladebox ab etwa 125 Euro zu haben. Und für die AirPods Pro mit aktiver Geräuschunterdrückung, die deutlich besser im Ohr sitzen, sind knapp unter 200 Euro fällig. Das geht auch deutlich günstiger, findet Wired. Das Tech-Magazin empfiehlt jetzt drahtlose Ohrhörer zum Niedrigpreis, die "bessere Funktionen als Apples AirPods haben, und die kaum schlechter klingen". Dieses Lob gibt es für die JLab Audio Go Air, die auch bei uns in Deutschland für rund 40 Euro zu haben sind.

Wired schreibt über seine "liebsten günstigen Earbuds": "Unser Audio-Tester Parker Hall stellt fest, dass die Go Air alles tun, was man von kabellosen Ohrhörern erwartet. Nutzer können Anrufe annehmen und Fitnessübungen machen, während sie Musik hören. Die Go Air klingen warm und energiegeladen und haben einen großen, wummernden Bass, der beim täglichen Spaziergang gut klingt." Und dabei sind die Stöpsel des kalifornischen Audio-Herstellers JLab, der sich auf günstige Kopfhörer spezialisiert hat, noch nicht einmal hässlich, so der Tester: "Im Gegensatz zu anderer Billigware von No-Name-Firmen auf Amazon beeindrucken die Go Air sowohl bei der Passform als auch bei der Verarbeitung."

Ohren-Sause: Die JLab Audio Go Air bringen viel Sound für wenig Geld.


Autor: Jörg Heinrich

ist Autor bei W&V. Der freie Journalist aus München betreut unter anderem die Morgen-Kolumne „TechTäglich“. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Internet und Social Media künftig funktionieren, ohne die Nutzer auszuhorchen. Zur Entspannung fährt er französische Oldtimer und schaut alte Folgen der ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck.

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